Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1870)
- Date
- 1870-09-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XL Jahrgang. iw a?. DeL JsraelE Ein Hmtrat-Grgan für das orthodore AudentHum. Herausgegebm von V17. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 14. September 5630 (187 0). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens % Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. E. oder fl. 6. 15 ft. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be« stellungm an. Inserate IV2 Sgr. die P^itzetle oder derm Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Irr-att: Leitende Artikel: Jüdische Feldprediger. — Briefe und Nachrichten vom Kriegsschauplätze. — Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen: Deutschland: Mainz- Aus dem Odenwalde. Bieblis. Posen. O esterr.- Ungar. Monarchie: Tarnow. — Holland: Amsterdam. — Frankreich: Paris.— Portugal: Lissabon. — England: London. — Amerika: New-Bork.— Feuilleton: Säen und Ernten. Anhalt der ISeilage r Leitender Artikel: Das Organrsationsstatut für die autonome jüd.-orth. Religionsgenoffenschast Ungarns und Siebenbürgens. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Jchenhausen. Berlin. — Palästina: Jaffa. — Inhalt der Hrtra-ZSeilage r Spenden für die Armen des hl. Landes. — Für die Nothleidenden im hl. Lande. — Zur Unterstützung der nothleidenden Glaubensgenoffen in West - Rußland. — Bau iüd. Armen-- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Alliance Jsr. Univ. — Zur Erhaltung der Waisen in Rußland. — Für die Abgebrannten in Schwinsckotz bei Wilna. — Für den leidenden Rabbiner Natoneck m Ungarn. — . Leitende Artikel. Jüdische Jeldprediger. Mainz, 7. September. In der französischen Armee sind beim Ausbruche des Krieges drei jüdische Feldgeistliche angestellt, die den Rang und die Besoldung von Capitainen haben. Die deutsche Heeresleiturg hat es nicht für nöthig erachtet, für die Seelsorge der jüdischen Soldaten im Felde Sorge zu tragen. Die Herren Landrabbiner Dr. Mayer in Hannover und Rabbiner Dr. Treuenfels in Stettin haben, Jeder in gesonderter Eingabe, die Bitte um Bestallung jüdischer Feldgeistlicher an das Königlich Preußische Kriegsministerium gerichtet. Herr vr. Tr. bat sich erboten, für den betreffenden Posten Männer vorzuschlagen, die zur Uebernahme desselben bereit seien, ohne irgendwelche Rangstellung oder irgendwelchen Sold zu beanspruchen. Das Königl. Preußische Kriegsministerium hat beide Gesuche abschlägig beschieden, weil verhältnißmäßig nur wenige JSraellt-en im Heere dienen und diese durch alle Truppenkörper zerstreut seien. Gering angeschlagen, dienen aber in den deutschen Heeren zwanzigmal mehr jüd. Soldaten als in der französischen Armee. ES gibt einzelne Regimenter, in denen mehr als hundert jüdische Soldaten sich befinden, und es bedarf doch nur zehn Erwachsener, um einen jüdischen Gottesdienst abzuhalten! Viele jüdische Rabbinatscandidaten sind in jüngster Zeit zur Erfüllung ihrer Militärpflicht eingezogen worden, Wie leicht hatte man diese als Feldgeistliche installiren können, wie man eS ja in der That mit den katholischen und protestantischen Candidaten der Theologie gemacht hat! Doch reden wir nicht weiter davon; auch Preußen wird sich den fortschreitenden Ideen des Jahrhunderts nicht verschließen können; auch hier wird die wahre, volle Gleichberechtigung allmählich zu Tage treten. Aber etwas Anderes ist's, wovon wir reden müssen. Es werden nämlich jüdische Stimmen laut, welche behaupten, daß das ganze Verlangen nach jüdischen Feldgeistlichen ein überflüssiges sei, da keine jüdische Institution solche vorschreibe, da weder der lebende noch der sterbende Jude eines Geistlichen, der