Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 36 (7.9.1870)
- Date
- 1870-09-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447447-2447483--08635-2464292- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
677 Verhör in Arrest gebracht und ihm bedeutet, er werde nicht eher befreit werden, als bis er sich mit dem Maurer ausgeglichen. (!!) Zum Glück kam der Maurer gegen Abend in das Gefängniß und verlangte von ihm 6 fl.; der Israelite verstand sich zur Bezahlung dieser Summe, worauf er freigelassen wurde. So geschehen i-.n 2. Jahre der Constitution in der k. Freistadt Debreczin! Krakau. Am 17. August starb dahier Herr David Rappoport, Sohn des sel. Oberrabbiners S. H. Rappoport in Prag. In letzterer Zeit befaßte er sich mit der Herausgabe der literarischen Werke seines VaterS. England. London. Wir lesen im „Jew. Chron.": Der „Advertiser" veröffentlicht in einer seiner jüngsten Nummern einen Artikel seines Pariser Correspondenten, in welchem eine große Beleidigung gegen die Juden in Frankreich ausgesprochen wird. Der Correspondent bringt sogar in demselbem Artikel, indem er gegen die Juden loszieht, einen edlen Zug einer jüdischen Dame; er kann es aber nicht unterlassen, einer noblen Handlung schlechte Motive zu unterlegen. Wenn wir auch hem Correspondenten nicht gebieten können, seinen Judenhaß abzulegen, so hätten wir aber immerhin erwarten dürfen, daß ein Blatt, wie der „Advertiser", seinen Correspondenten in die richtige Schranke zu verweisen sich veranlaßt fühlen werde. Die betreffende Stelle der Correspondenz lautet: Der Kaiser sieht nun die Trostlosigkeit der Jsolirung. Er ist allein in der Welt ohne Alliirten. Verlassen von seinen Freunden, war es ihm eben nicht gelungen, Freunde bei denen zu erwerben, die sich Schätze der Ungerechtigkeit ungehäuft. Denn die echten Hebräer, die das Volk unter seinem Schutze geplündert und unter der Aegide der Veroerbtheit, welche er geduldet, unermeßlichen Reichthum sich gemacht, sind mehr als verdächtig, mit dem Feinde iin Geheimen unterhandelt zu haben. Baronin Rothschild hat heute in den Blättern angezeigt, daß sie ihre Schlösser im Boi« de Boulogne und la Ferneres zur Verfügung stellt, um Verwundete in denselben unterzubringen. Es folgt nun, schreibt das „Jew. Chron.", eine weitere Beleidigung, die keines weitern Commentars bedarf und die wir darum weglassen wollen. London. In London hat sich ein nationales Comite gebildet, welches Gelder für die Verwundeten sammelt, das zu gleichen Theilen für die Deutschen und Franzosen bestimmt werden soll. Die Herren Barone v. Rothschild haben hierzu 12000 fl., Gebr. Stern 2400 fl., und Gebr. Raphael 1200 fl., sowie noch viele andere Glaubensgenoffen Kleinere Betrage gegeben. (Jew. Chr.) Rumänien. Galatz Vom Primär ist eine Verordnung ausgegangen, nach welcher den jüdischen Metzgern verboten ist, Vieh zu schlachten, da sie das nsno Fleisch den Christen verkaufen; wer es doch thut, verfällt in eine große Strafe. Ferner hat unter den Rumänen eine Liste circnlirt, worin sich die Hauscigenthümer mit Namensunterschrift verpflichten, ihre Wohnungen nicht mehr an Juden zu vermiethen und wenn diese auch noch so hohe Miethe zahlen wollten. (Libanon.) Amerika. New r Bork Zur Erinnerung an den vor Kurzem auf eine so schreckliche Weise ermordeten Benjamin Nathan — derselbe wurde am Jahrzeitstage seiner Mutter umgebracht — ist eine neue Loge, die den Namen des Ermordeten trägt, errichtet worden- Der Mörder ist bis jetzt noch nicht entdeckt. Es wurde ein Preis von 22500 fl. für den Entdecker desselben ausgesetzt. New-Aork. Der Fasttag des Ab, schreibt der Jew. Mess., wurde von den orthodoxen Gemeinden streng gehalten. In den Reformsynagogen wurde er am Samstag gefeiert. An diesen Tagen nahmen nämlich die Prediger Gelegenheit, ihn zu erwähnen und hervorzuheben, daß wir amerikanische Inden UNS glücklich schätzen dürfen, in einem freien Lande zn wohnen, und darum nicht nöthig haben, über die Tage der Vergangenheit zu jammern. Ja einige derselben bemerkten, daß eS Un nn wäre, zu fasten und zu beten an diesem Tage. Gott wollte, daß Jerusalem zerstört werde, um den Glauben an Gott unter den Völkern zu verbreiten, und wir dürften darum nicht jammern über das, was Gott verhängt hat. Demnach, fügt der Jew. Mess, hinzu, dürfte man den Tod des Vatees nicht beweinen und brauchte man der Jahrzeitstag der Mutter nicht zu halten — Gott hat sie ja sterben lassen. New-BvEk. Die polnische Talmud-Thora- Schule hat von Herrn Nathaniel Jarois 1250 fl. und die vier hebr. Freischulen 8287 ll. erhalten. (Jew. Mess.) San Franziseo. Wir vernehmen, daß Herr B. F. Peixotte von hier, welcher von der Regierung zum Consul von Rumänien ernannt worden ist, diesen