Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 34 (24.8.1870)
- Date
- 1870-08-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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642 England. gottben. Im Parlament wurde über eine Bill verhandeltnach welcher die drei alten Synagoge« Londons vereinigt, d. h. unter einem Vorstande vo« 7 Mügliedern stehen; doch soll jede Synngvge ihre eigene Verwaltung behalten. Durch diese Union erhalten die 3 Synagogen daö Recht einer juristischen Person^ Durch daS für diesen Zweck ausgearbeitete Statut, das dem Parlamente Vorgelegen und nunmehr Gesetzeskraft erlangt hat, ist auch das Armen- und Begräbnißwefen neugeordnel worden. Die Missiousgesellschalt hat jüngst eine Versammlung hier abgehalten. Der Präsident ließ sich vernehmen, daß die Mission unter den Juden nicht populär sei. Er bekämpfte die Vorurteile, die gegen die Juden noch existiren, ebenso, „daß es Verläumdung sei, daß die getauften Juden gekauft seien". Ein anderer Redner (getaufter Jude) hat sich auch die Mühe gegeben, die Juden zu verteidigen und zu sagen, daß sie wenigstens ebenso rechtschaffen und gewiß moralischer sind, als die übrigen Völker. Er beklagte sich ferner , daß die getauften Juden von den Christen ebenso gehaßt sind als von den Juden. (Jew. Chron.) Amerika. Akew-Vork. Wir werden, so schreiben die Jew. Times, von glaubwürdiger Seite benachrichtigt, daß hier — wir glauben in St. Mark's Place — eine Schule existirt, welche einen Aushängeschild mit der Aufschrift: „Hebräische Schule" zu dem Zwecke hat, um jüdische Kinder herbeizulocken, in der sie zwar htbräischen Unterricht erhalten, aber nur um sie um so leichter nach und nach in die Lehren der christlichen Religion einzuführen. ES ist eine Missionsschule. Die Eltern dieser jüdischen Kinder werden in völliger Unwissenheit über das wahre Ziel dieser „ hebräischen Schule " gehalten. Die Kinder werden nicht blos in den Dogmen des christlichen Glaubens,, sondern auch in Prmcipien erzogen, die ftdör wahtt Christ veravscheuen muß. Man lehrt« stie da die Lüge und die Lift. ES wird nämlich den Kinde-n strengstens anbeföhlen und eingefchärst, nicht die Wahrheit zu sagen, wenn sie geftagt werden, in welchen Gegenständen sie Unterricht erhalten, sie werden angehalten, die besonderen Dogmen, welche sie lernen, geheim zu halten und sobald man glaubt, dast-ste genug yertraut mit dem Christentum sind, werden sie getauft und zu activen Mitglieder» der christlich n Ge» meinde gemacht. Dieses. Werkwodurch die Herzender Kinder von ihren Eltern und die der Eltern von ihren Kindern abgewendet, wodurch Uneinigkeit und Streit in die Familie gestreut wird, wird» in größter Stille und im Geheimen vollzogen. Man gibt vor, daß die Schule eine „Industrieschule" sei und das Aushängeschild „Hebräische Schule" wird weggenömmeu, sobald ein wichtiger Besuch zu erwarten ist. Die Lehrer sind sehr vorsichtig in ihren Antworten gegen Besucher mit Ausnahme gegen Personen, die eine Empfehlung von einem der geheimen „Missionäre" bringen. Das Geschäft wird in der Weise betrieben, als wenn man in diesem Hause ein Verbrechen vorbereiten wollte und wo die Verschwörer und Verbrecher Alles aufbieten, um ihre Entdeckung zu verhindern. An 60 unglückliche jüd. Kinder besuchen diese Schule, wurden hineingelockt in dieses seelenfängerische Institut. Wie lange noch, Ihr Glaubensgenossen in New- Iork, wollt Ihr diesem Treiben dieser Missionäre zusehcn? Ergreifet Mittel, um diesen ihr schändliches Handwerk zu legen, errichtet noch mehr Schulen, in denen die armen Kinder unentgeltlich in unserer heiligen Religion unterrichtet werden. Clevelarrd. (Ohio.) Das hiesige jüdische Waisen - Asyl feierte den 12. und 13. Juli seinen zweiten Jahrestag und seine zweite Prüfung. Der Feierlichkeit wohnten viele Freunde desselben bei. Die Kinder wurden im Hebräischen, Englischen und Deutschen geprüft. In diesem Waisenhause, welches gut situirt ist, werden gegenwärtig 137 Waisen, 80 Knaben und 57 Mädchen erzogen. ANZEIGEN. Adaß Iisroel. Da bei dem gesteigerten Koscherfleischbedars in unserer Gemeinde die beiden bisher unter Aussicht unseres Rakbinats stehenden Fleischwaarenhändler unsere Mitglieder, namentlich die in den entfernteren Stadttheilen wohnenden, nicht hinreichend versorgen können, so haben wir die Absicht, noch einen streng religiösen und geschäftskundigen Händler, der wie die übrigen das Geschäft auf eigene Rechnung betreiben würde, zuzulaffen. Reflectirende belieben sich bei unserem Rabbiner, HerrnVrJ. Hildesheimer, Spandauerbrücke 13, zu melden. Berlin, den 15. Aw 5630 (12.August 1870). Der Vorstand.