Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1870)
- Date
- 1870-08-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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J)£ SS Ein Hentrat - Grgan für das orlhodore Zudenlhum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 17. August 5630 (187 0). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens % Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate IV2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Mahnung. — Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen rDeutschland: Mainz. Würzburg. Fürth. Aus Weftphalen- Frankfurt- Crefeld- Hamburg. — Oesterr. -Ung. Monarchie: Wien. Pesch. — Frankreich: Paris. Paris. Paris. Metz. — Holland: Rotterdam. Hoogezand. — England: Cardiff. — Rußland u- Polen: Petersburg. — Rumänien: Baceu- — Palästina. — Amerika: New-Mrk. New--Nork. — .Afrika: Algier. — Feuilleton: Säen und Ernten. Inhalt der Beilage; Leitender Artikel: Von Gottes Gnaden. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Berlin. Frankfurt a. M. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Eisenstadt. — Amerika: New-Aork. — Afrika: Algier. — Türkei: Larissa. — Feuilleton: Der König und der jüdische Soldat. — Die Samaritaner zu Nablus (Schechem). — Leitende Artikel. Mahnung. Mainz, 11. August. In einer so ernsten Zeit wie die gegenwärtige, ist es wohl angemessen, Einkehr bei sich selbst zu hallen und sich zur Rechenschaft zu ziehen über so Manches , was sich in gewöhnlichen Zeitumständen dem Blicke der Menschen nur zu leicht entzieht. Es ist in der That eine ernste Zeit, die Kriegssurie ist entfesselt, und die schrecklichsten Mord - und Zerstörungs - Instrumente rauben Tausenden Gesundheit, Vermögen, Leben. Viele Familien haben ihre theuersten Angehörigen entsenden müssen und harren in Angst und Spannung der traurigen oder fröhlichen Kunde. Der erste Grundsatz, den wir uns in so ernster Zeit zu Herzen nehmen müssen, ist der: es gibt keinen Zufall in der Welt. Alle Ereignisse, mögen sie uns gut oder böse erscheinen, sind Agungen des allmächtigen Gottes, Wirkungen Seiner unendlichen Weisheit, Seiner unerschütterlichen Gerechtigkeit, Seiner das All umfassenden Liebe. Was uns sich immer ereignen möge, es kömmt aus Seiner Hand. Da Gott der Allgerechte ist, so kann das, was uns trifft, nur als eine Wirkung unseres eigenen, freien Thuns angesehen werden, denn des Menschen Wille ist frei, das Gute zu thun, das Böse zu lassen, oder den entgegengesetzten Weg einzuschlagen. Freilich sehen wir oft den Frommen leiden und den Bösen im Uebermaße des Glücks; allein das hat darin seinen Grund, daß unser Leben mit dem Tode nicht abgeschlossen ist, daß ein Jenseits existirt, eine dereinftige Belohnung und Bestrafung. „Glücklich/' lehren die Weisen, „Diejenigen, welchen in dieser Welt die Strafe trifft für das wenige Böse, was sie gethan, auf daß ihnew der Lohn in der künftigen Welt in vollem Maße MTHeil wird; unglücklich Diejenigen, welche in dieser Welt den Lohn für das wenige Gute, das sie vollbracht, genießen, um in der künftigen der Strafe entgegenzugehen." Was nun gut oder böse heißt, darüber hat Gott in Seiner heiligen Lehre entschieden. Sie ist der Maßstab, den wir anzülegen, die Richtschnur, nach