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Der Israelit · 1870-08-03 · Heft 31 (3.8.1870) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 31 (3.8.1870)
Date
1870-08-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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589 Herr Bravmann sollte wohl diese Details kennen; nber die Wahrheit ist die geringste seiner Sorgen. Ein and eres mal sieht er, daß die Gemeinde eine Summe erbebt, die für die Befreiung gewisser Gefangenen bestimmt ist und Herr B. spottet über diese rührenden Gesinnungen der Brüderlichkeit für die Diebe und eingesperrten Wucherer. Er weiß es nicht, oder vielmehr, er will es nicht wissen, daß diese Unglücklichen wegen Schulden eingesperrt sind und daß -die Gemeinde deren Schulden bezahlt. Es ist unnöthig, noch andere Beweise der Unwissenheit und der Verläumdung dieses unwürdigen Commentators anzusühren. Der Leser kann sich sein Urtheil selbst fällen. (Rev. Jsr.) Schweden. Stockholm. Die Sängerin Henriette Nissen <Jsr.) von hier ertheilt der Kronprinzessin Dagmar von Nußland Gesangunterricht. (Hamagid.) Asien. Crzerum Der bekannte jüdische Reisende Jofeph Tscharni hält sich gegenwärtig in Armenien aus. Von den dortigen Juden wurde er mit Jubel begrüßt, ebenso unterstützt ihn die russische Regierung mit alten ihr zu Gebote stehenden Mitteln. (Hamagid.) Amerika. Atew-Aork. Auf Kosten der hiesigen hebräischen Freischule - Gesellschaft wurden im verflossenen Jahre 500 Schüler und Schülerinnen im Hebräischen, Englischen uud Deutschen unterrichtet. Washington. Die amerikanische Presse ist ganz entrüstet über die Vorgänge in Rumänien. Dieselben wurden auch im Senate auf Veranlassung der Senatoren Winchester und Moore besprochen. Der Senat spricht sein tiefes Bedauern über die Barbarei dieses Volkes aus, welches sich Christen nennt, und fordert die Regierung auf, diesem mittelalterlichen Treiben ein Ende zu machen. Unser Glaubensgenosse, Recorder Wolf, ein wackerer Kämpe für das leidende Judenthum, hat den Senatoren ein Circulär vorgelegt, in welchem er ausführlich die jüngsten Ausschreitungen der Rumänen schildert. Washington Die Nachricht, nach welcher Herr Büchner in Bukarest zum amerikanischen Consul in Rumänien ernannt worden sei, hat sich nicht bestätigt, die Regierung hat vielmehr unfern Glaubensgenossen, Herrn B. P. Peixotto aus San Francisco zu diesem Posten erhoben. Boston. Eine jüdische Gemeinde in Boston wandte sich vor einiger Zeit in einem Aufruf an ihre christlichen Mitbürger mit der Bitte, sie durch Beiträge zur Erbauung einer neuen Synagoge zu unterstützen, da ihre Gemeindemitglieber zu arm seien, die Baukosten zu bestreiten. Der „Jew. Mess." gab damals dieser Gemeind.: den wohlgemeinten und richtigen Rath, daß wenn die Gemeinde zu arm, um eine Synagoge zu bauen, sie ein passendes Local hier miethen solle und ihre andächtigen Gebete stiegen dann ebenso gut von dem gemietheten Saal zu Gott empor wie aus einem prachtvollen Tempel. Wie recht der „Jew. Mess." hatte, beweist ein Artikel des Bostoner „Zion Gerald", in dem es heißt, daß er den Ausruf der jüd. Gemeinde befürworten werde, wenn die JsraeÜten erlauben würden, daß in dieser Synagoge christl. Prediger über die christl. Religion predigen dürfen. Chicago. Chicago, das das New - Aork des Westens zu werden verspricht, indem es sich in einer kurzen Zeit erstaunlich vergrößert, hat gegenwärttg vier jüdische Gemeinden, drei derselben huldigen der Reform, während die vierte dem Ritus der Orthodoxen treu geblieben ist. Die Zahl der beitragenden Mitglieder kann man auf 600 schätzen; aber es wohnen viel mehr Familien daselbst, da Viele sich gar keiner Gemeinde anschließen. Chicago ist bekannt durch seine prachtvollen Kirchen, die Israeliten haben mehrere derselben um einen billigen Preis gekauft. So hat eine isr. Gemeinde vor 11 Jahren eine Kirche um 7000 Dollar erworben, für deren Raum man jetzt 40,000 Dollar erzielen könute. Der jährliche Beitrag eines Mitgliedes zu einer dieser Gemeinden ist im Durchschnitt 20 Dollar. Die Ausgaben werden hauptsächlich durch die Miethe der Plätze, deren es von 200 D.— 20 Dollar gibt, gedeckt. Die Israeliten Chicagos haben vor einiger Zeit ein prachtvolles Hospital errichtet Der jüd. Unterstützungsverein vertheilt jährlich an 10,000 Dollar. Chicago hat eine beträchtliche Anzahl wohlhabender Israeliten, aber was noch befriedigender ist, eine große Mittelklasse. Armuth ist da unbekannt. (Jew. Times.)

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