Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1870)
- Date
- 1870-07-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XL Jahrgang. JW 30. Der^ Israelit. Ern Gentral - Grgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von V» Lehman» in Mainz. Mittwoch, den 27. Juli 5630 (1870). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs» in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. <5. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmm Bestellungen an. Inserate' 1 Vs Sgr. die PMzeile oder derm Raum. Oesterreichische Banknotm laut ComS. Directe Francozü« sendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt: Leitender Artikel: Ein Jubiläum der Trauer. Zeitungsnachrichten und -Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Heilbronn a. N. Berlin. Frankfurt a. M. Hamburg. — Oesterr.-Ung. Monarchie: Lemberg. — Donaufürstenthümer: Bukarest. Galatz. — England: London. — Türkei: Widdin. Feuilleton: Säen und^.Ernten. Anhalt der Aeilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Heilbronn. Halberstadt. — Oe fterr. - Ung. Monarchie: Wien. Wien. Wien. Pesth. Stri. — Italien: Asti. - Holland: Groningen. — England: London. London. Chatham. — Rußland: Petersburg. Warschau Smilo. — Palästina: Jerusalem. Jerusalem. Jerusalem.— Eingesandt. Leitender Artikel. Hin Iuöiläurn der Trauer. Mainz, 19. Juli. Am 9. Tage des Monats Ab sind es achtzehn Jahrhunderte, daß der heilige Tempel in Jerusalem zerstört wurde, um bis jetzt nicht wieder aufgebaut zu werden. Achtzehn Jahrhunderte sind verflossen, seitdem Israel seine nationale Existenz verloren, seitdem es zerstreut worden über alle Länder der Erde, um bis jetzt nicht wieder gesammelt zu werden. Achtzehn Jahrhunderte sind verflossen, seitdem wir die höchsten Güter der Erde entbehren, seitdem der Opferduft nickt mehr aufsteigt von dem Altäre Gottes, seitdem die Stämme nicht mehr wallen zur Stadt unseregroßen Königs. Achtzehn Jahrhunderte der Verbannung, der Schmach, des Elends, der Verfolgung, unsäglicher Leiden, unerträglicher Schmerzen. Als der Römer Jerusalem zerstört, das Heiligthum unseres Gottes niedergebrannt hatte, da floß da- Blut der Edelsten unseres Volkes in Strömen, die Helden Israels wurden nach Rom in die Steinbrüche gebracht, mußten in der Arena sich von Löwe unb Tiger zerfleischen lassen; Andere wurden als Selaven verkauft, in solcher Anzahl, daß sich keine Käufer mehr fanden; vierhundert Jünglinge und vierhundert Jungfrauen suchten in den Wellen den Tod, als man sie über das Meer führte, um sie in Rom der unnatürlichen Sünde und der Schande zu weihen; Zion wurde wie ein Feld umgepflügt und an der Stätte des heiligen Tempelwurde ein Götzenbild aufgestellt. Aus dem allgemeinen Untergange war Eines gerettet, das Wichtigste: die Lehre unseres Gottes und die, so sie lehrten; von den Trümmern Jerusalems zog Rabbon Jochanan ben Sakkai hinweg, um in Jabneh eine Stätte des Studiums der Gotteslehre zu gründen. Bald aber kam neues Unglück. Noch wohnten die Israeliten zahlreich im heiligen Lande. Ein Messias trat auf als Erretter vom römischen Joche, ein Sohn des Sternes (Bar Cochba), der sich als ein Sohn der Lüge (Bar Costba) erwies. Mit der Zerstörung Bethar'S, mit der Niedermetzelung der Hunderttau ende, die in Folge des Aufstandes des Bar Cochba gemordet wurden, war Israels physische Macht