Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 29 (20.7.1870)
- Date
- 1870-07-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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551 Director der Schufen, ihm 15 brave und fleißige Knaben auszusuchen, die er Neide«, ernähre» und in seinem Hause von einem eigendazu angestellten Lehrer unterrichten lassen will. Dem gegebene« Versprechen folgte alsbald die That. Herr Salomon hatte bei seinem Besuche der Armenschulen zu seinem Erstaunen und Schrecken die allzugroße Uebersüllung der Claffen wahrgenommen — in 7 Klaffen 500 Schüler — und sah sich dann zu dieser edlen That angeregt. (Libanon.) Marokko. Ein Ibjähriger Araber verliebte sich in ein jüdische- Mädchen von 14 Jahren; da» Mädchen aber wies diese Liebe mit Entrüstung zurück. Daraufhin rieth der Vater de- Araberseinem Sohne, Rache an dem Mädchen zu nehmen, waer auch am Abend de- 25. Mai ausführte. Er nahm sein Gewehr, welchegeladen war, und stellte sich vor da- Hau-, wo da- Mädchen arbeitete. Ales herauskam, schoß er es nieder. So wird die Thatfache von Seiten der Juden dargestellt, die Araber hingegen wollen behaupten, das Gewehr sei von Ungefähr loSgegangen und hätte da- Mädchen getroffen. Da-Gericht, dem die Sache übergeben worden, wird die Wahrheit zu Tage bringen. (Un. i-r.) Egypten. Alexandrien. Den 21. April wurde ein armer iSr. Greis, Namens Sasion, von einem Christen aus Malta angeklagt, den Versuch gemacht zu haben, sein 4 Jahre altes Mädchen wegzuschaffm. S. wurde in's Gefängniß gesetzt. Die hierauf angestellte Untersuchung brachte seine Unschuld zu Tage. ES bedurfte aber dennoch der Intervention des engl. ConsulS, daß er nach 32 Tagen Gefängniß unter Caution freigelaffen wurde und bis jetzt hat dieser Israelit, das Opfer einer falschen Anklage, noch keine Genugthuung erhalten. (Rev. Jsr.) A N Z E Die zum 1. Juli d. I. neueintretenden Abonnenten erhalten die Nummern 25 und 26, in welchen sich die Anfänge der Erzählung: „Säen und Ernten" befinden, auf ihren Wunsch gratis und franco nachgeliefert. Die Expedition des AsraeM. Aufruf an die edten Israel. Glaubensgenossen. Eine herzzerreißende Nachricht nöthigt uns, an Euer bewährtes Herz zu appelliren. In dieser Nacht starb plötzlich der Talmudgelehrte Tobias Löwisohu (Grenadierstr. 15) in einem Alter von 52 Jahren und hinterläßt eine Wittwe und sechs unversorgte Kinder in der drückendsten Noth. Wer nur irgendwie Gelegenheit hatte, diesen Ehrenmann zu kennen, mußte mit Bewunderung von der Charactergröße desselben erfüllt werden. Zeitlebens mit heißer Liebe der talmudischen Forschung ergeben, stand er Jedem mit größter Uneigennützigreit zu Gebote, der ihn aufsnchte und verschaffte, trotz seiner ärmlichen Stellung, durch die Achtung vor seinem friedfertigen und leutseligen Charakter unzählige Male Nothleidenden dasjenige, was ihm selbst fehlte. Eben durch diese Uneigennützigkeit starren heute eine verlaffene Wittwe und sechs unmündige Kinder, darunter ein vollständig gelähmter Sohn von 21 Jahren, verzweifelt in die Zukunst. I G E N. O theure Brüder und Schwestern, helfet, trotz der Calamität der Zeit, des Augenblicks, das Unglück ist zu groß als daß es irgend Verzögerung erleiden könnte; es bedarf zunächst momentaner, dann aber auch dauernder Abhilfe, und werden wir zu letzterem Zwecke ein Specialcomitö bilden. Rettet um Gotteswillen eine so discrete, erbarmungswürdige Familie vor gänzlichem Untergange; nicht zweifach / sondern mehr als zehnfach gibt, wer schnell gibt, und ersuchen wir bis zur Ordnung der Angelegenheit Eure Gaben uns zukommen zu lassen, worüber wir zur Zeit Rechenschaft ab legen werden. Helfet schnell und ergiebig! Berlin, am 14. Juli 1870. Dr. J. Hildesheimer, Dr. A. Berliner, Spandauerarücke 13. Prenzlauerstraße 39. SEEBAD OSTENDE. Hötel Frank. Ich mache hiermit dem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß mein Hötel und Restauratton wie gewöhnlich vom i. Juli an geöffnet ist. Eh. Frank. Eine eingerichtete Synagoge befindet sich in meiner Behausung.