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Der Israelit · 1870-07-06 · Heft 27 (6.7.1870) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 27 (6.7.1870)
Date
1870-07-06
Page
– (sequence 20)
Language
German
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SS0 - Authaten vermehrten Auszug aus Eawen'S nnd feiner Parteigänger Schriften, ohne daß die Mitteilungen Hibeschütz's und seiner Freunde auch nur ein einziges Mal zu seinen Gunsten benutzt werden Will Recenfent vielleicht diese gar nicht zu entschuldigende Einseitigkeit und Parteilichkeit auch auf Rechnung des „sittlichen Eiferö" setzen, von dem Gr. ersäße war? Dieser „sittliche Eifer" konnte naturgemäß erst dann in ihm rege werden, nachdem er sich durch „gewissenhafte Quellenforschung" überzeugt hatte, daß Ei.befch. I „vor seinem Urtheil nicht bestehen konnte." Eine solche I Forschung hätte aber, wenn sie wirklich angestellt worj Len wäre, ein etwas cn'dreS Resultat ergeben müssen, j Recensent wird mir nolevs rolens einräumen müssen,! Laß eine solche einseitige Ausnutzung nvtv'isch gefärb-; . ter Berichte unwissenschaftlich sei, daß e n derartiges j Verfahren einen Hohn auf die Historiographie involj vire, daß ein anticipirter „sittlicher Eifer" die „dunkj lere Tinten" nicht enlfchuldigsn. Ich bekenne mit ihm, i Grätz hat die jüdische Geschichte „mit Thatsachen er-! weitert" Nicht nur einzelne Tone in dem Kapitel über R. Ionath. Eibesch, ksingen „scharf und grell m'S Ohr", wie Recensent bekennt, das Ganze ist von leidenschaftlicher Parteiwuth diktirt. — Wenn der Reeensent sagt, „der Ton, den ich angeschlagen, sei nicht angemessen", so weise ich diese verläumderische Behauptung mit Entrüstung zurück. Wo Hobe ich auch nur j einen Ausdruck gebraucht, der sich nicht an dem Orte seiuer Anwendung rechtfertigen ließe? N22 »12 vw l'2 irvan yr\ü) Wo bin ich aus der Sphäre objektiver Kritik berausgetreten? Hätte ich vielleicht | fedrr einzelnen Widerlegung ricnn nuj FÖ’nDU beij süperr sollen? ^u eontraire! Der nicht angemessene j Ton, d. h. dw pietätslose Ausdrucksweise findet sich j aus der anderen Seite und diese vermag „sittlicher! Eifer" gewiß nicht zu entschuldigen. Auch meine „Be-! wrissührung" soll „hävsig mißlungen" stin, wofür Recensent einige Belege beizubringeu versucht, die sich, wie bereits erwähnt, aus einige wenige ganz nebensächliche Momente beziehen. Ich habe der Grätz'schen Charakterzeichnung gegenüber behauptet, kein unparteiischer Bemthriler würde darin Prahlerei finden, j wenn Eibesch, bei der Bewerbung um das Metzer J Rabbinat sich etwas in die Brust warf, und diese Behauptung, welcher Recensent nur einen freundlichen an wich gerichteten Rath entgegen zu stellen weiß, halte ich auch heute noch unbeschränkt aufrecht. Ich habe i» meiner Schrift die Echtheit des betreffenden .Briefes in seinem ganzen Inhalte nicht angezweifelt, was man wohl suglich könnte, denn der „Freund" Meischer war bei der Edition deö "d rin „erbitterter Feind" Eibeschütz's; ich will dies auch jetzt nicht thun. Ein Charakter muß aus seiner Zeit heraus beurtheilt werden. Zn brr Mitte; des vorigen ' Zahrhunderts, in dieser^ Zeit, die einen staunenswerthen Reichthum von Riesengeistern auf dem Gebiete der Talmudkenninis; hervorgebracht, konnte jüdische Gelehrsamkeit nicht als eine besondere Empfehlung gelten. Eibesch, hatte sich unbestritten auch in den profanen Wissenschaften umgesehrn, wenn er auch wohl nicht in ihnen beimisch war (efr. p. 5 m. Sche.; Klempeni, R. Zvu. Eibesch, p. 58 ff.) und daß er sich nicht scheute dies in jener- Zeit osten zu bekennen, beweist daß sein religiöser Charakter über jeden Zweifel erhaben war. Schön ein geringes Maaß profanen Wissens mußte einen jüdischen Rabbiner damals in seinen Kreisen als Gelehrten hinstellen. Zudem war der Brief nicht für die Oeffent'.ichkeit bestimmt. Eibesch, gab seinem Freunde einige Winke, wodurch er seiner Fürsprache für ihn Nachdruck geben könne. Darin kann man nur dann Prahlerei entdecken, wenn man sie eben findenwill. Nicht minder verfehlt ist der Einwand, in Betreff des Schreiben« an R. Zosua Falk. Es handelt sich hier ja nicht darum für die Selbstliebe eines als prahlerisch bekannten Namens fernere Belege beizubringen. Diese Charaktereigenschaft soll erst als vorhanden erwiesen werden. Da ist denn auch —-um auf den Gedankengang des Recensenten einzugehm — mit demselben Rechte der umgekehrte Schluß zulässig». Eibesch, würde sich durch das Schreiben keine Blöße gegeben haben, da er als Gelehrter gelten konnte und Lei seinen vorurtheilöfreien Zeitgenossen galt. Er unterließ dennoch die Absendung, weil er auch in wahren Dingen sich nicht selbst loben wollte. Wie es ferner nicht unmöglich sei, daß Jemand, ohne Selbstliebe zu besitzen, zu Zeiten über sein Wissen etwas niederschreiben könne, was ihm beim nachherigen Ueberlefen als zuviel gesagt erscheint, darüber möge der Recensent die Wissenschaft der Psychologie befragen. Uedrigens muß auch der Inhalt dieses Briefes nach den Verhaltniffen, unter denen er abgefaßt wurde, aufgesaßt werden. Eibesch, war damals voll leidenschaftlicher Erregung gegen seinen rabbinischen Collegen wegen dessen Verfahren gegen ihn in dem Amuleturstreite und Liefe Erregung, sie spricht aus jeder Zeile^ aus jedem Worte des Briefes. (Schluß folgt.) Berantnwrlliche Stebactwn: Dr. Lehmann. — Bering brr Le Aanr'fchr» Hastnchhanbinng. — DamvsiSqnellpreffeNdrnck »0» I. Gott «leben m Mainz. -

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