Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 27 (6.7.1870)
- Date
- 1870-07-06
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XI Jahrgang. Mssensthastlichk Srilage M Nr. 87 des Israelit. Aus S. I. Aaxpoports literarischem Nachlaß. Mktgetheilt von ör. A. Suzfoaeh. III. Salem. (Fortfchung.) Bon allen seinen falschen Beweisen und Voraussetzungen bleibt nur noch drr unbedeutende Beweis, Len der Verfasser selbst als nebensächlich hin stellt: die befremdend scheinende Unterbrechung deS Zusammenhangs durch das Gespräch Abrahams mit dem Könige von Codom, worauf schon Raschbam aufmerksam macht; Doch auch diese Unterbrechung ist nicht befremdend, ste ist vielmehr an ihrem richtigen Platze. Der Chaldäer übersetzt nämlich die Worte: wn nwn pcy *!t>En pry durch «Von kdh no mte nj2D "itreb und Raschi z. St. nv pnsV ~pn'? inro Ninff, ein Platz, woselbst der König die Spiele abhalten läßt. Diese Crklärvngen sind sehr zutreffend. v'-> bedeutet nämlich im Alt-Armäischen Bogen, Halbkreis, auch Elipse, eine Ebene, welche die früheren Könige in der Nähe ihrer Residenz für die Pferde-Wettrennen Her- Pellen ließen. Bei den Griechen war eine solche Rennbahn GraSior genannt, welcher Namen später als Bezeichnung für eine gewisse Entfernung, d. h. fo weit wie ein Pferd läuft, diente. Annalog bildete sich nun auch das Wort on zur Bezeichnung für eine gewisse Strecke. Es findet sich aber auch als Bezeichnung für den Turnirpkatz die Bezeichnung poD'Op ^richtiger: £*>0r©c) bei den Griechen, d. h. eine glatte von allen Unebenheiten freie, für den Wettlauf geeignete, Ebene. Damit ist auch das im Talm. jer. (Kethuboth II. §. 5) verkommende juD'Dp, welches tu pDD’Dp emendirt werden muß, zu erklären. Wir verstehen fetzt, daß die Bezeichnung ma?n pvy auf einen derartigen Platz paßt, ein ebenes Thal (vgl. Jes. 28 , 25.). Ebenso finden wir auch ">jra rus crcnon daß der Targum ebenfalls durch wdOi t»on no wiedergrbt, es wurde dieses Thor nämlich „Pferdethor" genannt, weil dort wahrscheinlich die Pferderennen Pattfanden, und dort ans Steine gehauene Pferde ausgestellt waren. Jedenfalls ist aus den beiden Targumstellen, wie auch aus dem einfachen Wortsinn der angef. Derfe ersichtlich, daß ein für solchen lZweck bestimmter Platz neben Sylem, d. i. Jerusalem, war. An noch einer andern Stelle findet sich sei» ~)brxi pvp bei Jerusalem: -zvM popz itrtt rose nt« i> 2sn np^ apvattt I (Sam. II, 18,18.) — An vieler Stelle nun traf Abraham noch dem Treffen mit den Königen zusammen, und weil er j bei der Stadt Salem, der Residenz des Malkhizedek war, brachte dieser Brvd und Wein heraus, nicht wie jener Kritiker fälschlicherweise sagt „auchMz. brachte entgegen"; sondern Abr. war bis an die Residenz deS Mz. gekommen, und dieser brachte ihm Brod und Wein auS seiner Stadt entgegen. Es ist also durchaus keine Unterbrechung in dieser Erzählung, denn nachdem erzählt ist, wie Abr. die Könige geschlagen, und daß er auf seinem Rückzuge in die Nähe SalemS gekommen, wird berichtet, wie sich der König von Salem gegen ihn benommen, und daß bis dahin ihm auch der König von Sodom entgegen gegangen ist, daran wird nun das Gespräch, das Abr. mit diesem König gehabt hat, geknüpft, und der edle Zug deS Siegers erzählt. Jeder Einsichtige muß aber dock fragen: wenn die Zadokiten von einem solchen Zusatz wie Kohen eljon für ihre Ehre und ihr Ansehen Nutzen zu ziehen hoffen, warum stellen ste alsdann diese Benennung gerade hierher als Bezeichnung für einen der kananitischen Könige, die in der ganzen Schrift doch mit Verachtung behandelt werden? Wäre es denn nicht bei Weitem bester gewesen, die Bezeichnung in den Abschnitt über die Priestergesetze, an den Stellen, wo von dem Hohenpriester die' Rede ist, zu setzen, da ja nach den Ansichten dieses Sachwalters der Zadokiten, (crndV DienDisN) diese die meisten Priestergesetze hknzugefügt haben, (vgl. S. 81), und die Bezeichnung ].“D diesem Kritiker doch auch, ob aus früherer Zeit stammend, zweifelhaft ist? Nachdem nun die falsche Meinung, daß der Name Salem erst der spätern Zeit der Rückkehr aus dem Exil angehöre, in seinem Herzen sich festgesetzt hat, ruht der Verfasser nicht bis er Beweisstellen, die aber eben solche falsche Phantasiegebilde sind, gefundm hat, so daß er in die größten Irrungen geräth. „Der erste Besitz, welchen Jakob sich aneignete, war ein Stück Feld bei Sichem, und dort errichtete er einen Altar (1. M. 33, 18—20.); die Stadt Sichem schenkt er daher auch auf seinem Sterbebette seinem Sohne Joseph (das. 48, 22. j?j), und dieses Gebiet gehörte zu dem Erbe der Nachkommen Josephs (Josua 17, 7. und 24, 32.) — Daß jcdoch Sichem, die nebenbuhlerische heilige Stadt der Samaritaner, das erste Besitzthum des Stammvaters gewesen sein sollte, woselbst er einen Altar dem Gotte Israels errichtet, war ' den Anforderungen der Zeit nicht entsprechend, vielmehr mußte Salem die durch Jakob zuerst geweihte Stadk sein. Dies war leicht zu bewirken. Nicht nach