Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1870)
- Date
- 1870-06-22
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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479 kie Letzte imMchr emittirt Morden War, zwifchm 3--4 Pfd. St Prämie, und die Allotirun« wird begreiflich Lehr sparsam aus fallen, woraus die Moral zu abstrahiren^ daß die Leit der Wunder noch immer nicht ganz vorüber ist. Afrika. Turin. Französische Blätter bringen eine ausführliche Beschreibung von der Synagoge, die gegenwärtig in Turin gebaut wird. Nach denselben soll diese die schönste der Welt werden. Aus Oran (Algerim) wird folgendes gräßliche -Ereigniß berichtet: Am 27. Mai gegen 7 Uhr Morgens entwendete ein Eingeborner eine Axt aus dem Laden eines jüdischen Kaufmannes, ließ dieselbe sodarm mit einem Stiel versehen und begab sich, nachdem er sie unter Zsmem Burnus versteckt hatte, zu der Brücke, welche über den Argub führt. Diese Brücke ist namentlich Freitags vsll Kkenßhen, welche antzveder von oder zu dem Markt kommen, der an dem Thore von Oran abgehalten wird. Araber, Juden, Europäer, selbst Frauen und Kinder drängen sich dabei zu einem dichten Menschenknäuel zusammen, aus dem sich nur schwer etwas heraus erkennen läßt. Unter dieser Menge nun begann der Araber sein Vernichtungswerk, indem er mit seiner Axt von hinten auf Alles einhieb, was er erreichen konnte. In weniger als 10 Minuien hatte er 14 Personen niedergestreckt. Ein allgemeines Entsetzen verbreitete sich; die Magazine in der Nähe der Brücke wurden geschlossen: man hob die Verwundeten auf und brachte ste fort; aber kein Diener der öffentlichen Macht erschien, um dieser Niedermetzelung von Menschen, bei welcher die Araber allein verschont blieben , Einhalt zu thun. Endlich bemerkte man den Mörder, als er die Brücke verließ, dem arabischen Militärbureau gegenüber, zwei Spahi's, welche an der Thür dieses Bureaus standen und deren Aufmerksamkeit durch das Wehgeschrei und durch den entstandenen furchtbaren Tumult erregt worden war, traten vor, um den schrecklichen Mörder aufzuhalten, welcher, wenn er erst unter den 12—1500 Arabern, die auf dem Platze am Argub umherwimmelten, verschwunden wäre, sich seiner Axt leicht hätte entledigen, das Thor von Oran erreichen und sich jeder Verfolgung entziehen können. Jndeß bewies im kritischen Augenblick einer der beiden Spahis einen bewundernswerthen Muth. Unbewaffnet warf er sich dem Mörder entgegen, faßte ihn um den Leib und hielt ihn trotz seiner starken Wunde, die er am Kopfe erhielt, so lange fest, bis der zweite Spahi ihn hatte entwaffnen und niederwerfen können. Das Ungeheuer wurde darauf nach dem arabischen Militärbureau gebracht, wo bald darauf die Civilbehörden und die Polizei einttafen. Man zweifelt an dem Aufkommen zweier der Verwundeten, eines Chasseur d'Afrique und einer Frau aus Samt HWolite. Der Mörder ist eine Art vagabrm? dirender Marabut, welcher von Almosen lebt und dtp ständig in der Provinz herumzieht. Während er daS Werk seiner wilden Grausamkeit verübte, forderte er die AroLer auf, chm nachzuckhttten. Amerika. Die jährliche General-Versammlung des Board of Delegates der amerikanischen Israeliten wurde den 23. und 24. Mai in New-AoÄ abgehalten. Dem Berichte des Comitbs und den hierüb« geführten Debatten entnchmen wir folgendes für das Allgemeine Interessante: Das Somitö bedauert es sehr, daß man die Einwanderung russischer Glaubensgenossen von Königsberg aus veranlaßt habe, da das Leben höchst theuer in Amerika und nur thatkräftige Leute, die irgend ein Handwerk oder Geschäft erlernt, im Stande seien, sich zu ernähren. Nun sei aber von den: Königsberger Comitb keine besondere Auswahl gettoffen worden, da unter den bereits Eingchroffenen sich auch viele schwache und kränkliche Personen befinden^ die nur gar zu bald die Wohlkhätigkeit ihrer amerikanischen Glaubensgenossen in Anspruch nehmen muffen. Recorder Wofff von Washington Heilt bezüglich der Verfolgungen der rumänischen Juden mit, daß er vorige Woche mit dem Präfidenteu Grant hierüber gesprochen, daß unser Glauben^enoffe Adolph Büchner in Bukarest zum Cousul der Vereinigten Staaten ernannt worden. fei und von der Regierung den Aufttag erhalten habe, zu Gunsten der unterdrückten Juden zu interveniren. Das Covütö schlägt vpr, die nöHigen. Schritte zu veranlassen, daß in allen Staaten der Union ein ähnliches Gesetz wie im Staate New - Dort erlaffen werde, welches den Juden, die den Samstag als ihren Sahbgt halten, erlaubt, ihr Geschäft am Sonntag öffnen zu dürfen. Das Maimonides College (Rabbiner- und Lehrer- Seminar) ist der Gegenstand von großen Debatten; dasselbe 'ft sehr schwach besucht und scheint das erwünschte Ziel nicht zu erreichen. Man beschließt, die jüdischen Gemeinden in Amerika zur Unterstützung desselben aufzurnsen; ebenso wurde beschlossen im Vereine mit dem in New-Iork bestehenden Comits für die eingewanderten Russen zu sorgen, mit Gesellschaften im Westen sich in Verbindung zu setzen, um dort die arbeitsfähigen Russen zu placiren. Die Delegitten werden aufgefordert, in ihren resp. Städten Schulen für den Unterricht im Hebräischen und in der jüdischen Geschichte zu errichten und zu unterstützen. Von einem Mitglieds wurde der Vorschlag gemacht, gegen das Treiben der Missions-Gesellschaft sowie gegen das Streben einer anderen Gesellschaft, die ein Amendement in die Verfassung ausgenominen haben