Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1870)
- Date
- 1870-04-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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302 dieser Gelegenheit anS TagEH setzt, nicht ergehen, wollen wir doch nicht vaefeWen, je« JaßiMati-n ailS Verleumdung zurückMwMen. FrLi<^»»r kLnmu und wollen den Gemeinden, in welchen die heiligsten Güter des JudenthumS bedroht sind, nicht zurufen, wie es die „Isr. Wochenschrift« gethan: „Vertragt Euch! So oder so! Eine Orgel in der Synagoge ist nur Geschmacksache!" Oder wenn eS sich um den Sabbat handelt, mitdemd as Judenthum steht oder fällt, (7>di2 minn bdb idid wra»!? tod), da können und wollen wir nicht sagen, wie die „Jör. Wochenschrift": „Freilich, es ist Unrecht, wenn Juden den Sabbath entweihen, allein, was wollen die Leute machen? Die Verhältnisse zwingen sie oft dazu und — das Judenthnm ist die größte Toleranz." Nein so wollen, so können wir nicht sprechen; wir haben kein religiöses Gewissen, das dehnbar ist wie Kautschuck, wir stellen dis heilige Religion Israels selbst über den Frieden der Gemeinden. Wir wollen den Frieden Israels mnt seinem -Gotte. Ämtm hat Gott gerade dem Pinchas, dem Eiferer, der Streit anfing mit dem Stamme Schimeon und dem Fürsten desselben, seinen Friedensbund entbieten lassen? Weil durch den Eifer des Pinchas der Friede hergepellt wurde zwischen Israel und seinem Vater im Himmel. Gebehrdet sich doch die „Isr. Wochenschrift" wie Israel um NichtS' handele als um Abnehmen des Bartes in der Sefirah-Zeit oder um den Fleisch-Genuß in den neun Tagen, wie wenn wir solche Bartoibnehmer oder Fleisch-Esser auöstoßen wollten aus dem Verbände des Judenthums'! Gibt es eine größere Entstellung der Wahrheit? Haben etwa die ungarischen Orthodoxen beim Parlamente petitronirt, vr. Hirschler und Genuss«»,-ru verbieten, sich in den Sefiräh-Tagen den Bart Zwicken s-'r^ssx-n? Nein, sie haben nur'gebeten, daß si' selbst vor i: ^iJttxtngc geschützt werden, — und darüber, daß chnen dav b •'-.*,*«« darob treuen vmu uns, 'freut sich jeder Mensch, 'dem-^. c^Ereibeit reln 'leerer Schall fit. nSsrelyert Wir wollen Niemanden verstoßen, Niemanden vv.. Judenthum ausschließen; aber das Judenthum, das echte, wahre, unverkürzte, das von Gott auf Sinai offenbarte, -das 'von unfern Voreltern ererbte, das wollen wir uns erhalten und auf unsere Kinder vererben. und wir freuen uns, daß es noch Männer in Israel gibt, denen die heilige Relgion Israels so theuer ist, daß sie dar^l> fetbft den Austritt auö der Gemein^" scheuen, wiewohl dieser mit schweren ^lern erkauft werden muß. ^nb leidet der Friede durch solch ein Abkommen? gerade im Gegentheil. Wenn Rönben in der Synagoge georgett haben will und Schimeon nicht: da gibt es Zank und Hader. Wenn aber die Gesetzestreuen Gott "dienen in ihrer Welle mä die Gesetzesuntreuer in ihrer Weise stch Fh»en Gottesdienst zu gestalten di« Keiheit haben, d» höM jck>er Mpmd zum Unftieden auf „Aber," wird man entgegnen, „das Ausscheiden der Orthodoxie wird die Andern jedes religiösen Elemente« berauben und sie zu Extremen treiben?" So sollte man allerdings denken, aber die Er fahrung lehrt gerade das Gegentheil. Das religiös Bewußtsein, das durch eine op^ervolle Trennung ii der Orthodoxie erstarkt, wirkt belebend und wohllhuent 4*1$ auf die Andern. So ist es namentlich hier i» Mainz geschehen. Der Gottesdienst in der hiesiger R formgemeinde war auf dem Wege, sich den Extremer zuzuwenden, als ihm durch die Arichtung der ortho doxen Gemeinde ein Halt zugerufen wurde. Hie leben die Parteien friedlich miteinander und neben einander, weil sie in religiöser Beziehung getrennt sind Jeder Anlaß zu Zank und Hader fehlt Dabei wird bei allen WohlthätigkeitSanstalten ge an^insam vorgegaugen. Wenn wir die Wahrheit lieben, so ergibt sich .uns der Friede von selbst. Die Lüg? aber, die Heu ,chelei, die Coquetterie, die innere Unwahrheit, die In consequenz .und die D-hnbarLsit, die Men Alles rech! machen möchte und Niemandem Etwas recht zu mache« im Stande ist, — sie nähren den Unfrieden, fäer Lank und Hader und würden das .Judenthum z traqen, wenn dieses nicht das ewig Lebendig wäre; nun, G. s. D., es ist das ewig Lebendig« — 0 Die vs« der Wegierung gegMndetm Linerschulm und Me ssgenmmten Arm» ravörnen in Aiichkand. j Es ist mit Bestimmtheit fvorauSgusehen, 'daß die ftlben Kämpfe zwischen Glaubenstrouen und N eologen welche jetzt rnrter den deutschen Israeliten .gefüh . werden, einst auch in Rußland entbrennen, jnur w Unterschiede, dqß während die Reformer i^mAus ^ch wenigstens cheilweise intelligent un.d Ber * Xan^ram ^Anschaft sind, sich in Rußkant' noc! und Arroganz hinzugesellen. s! -d»y -nicht E mi -t»nrch freie-Diocnssi on-g« fochten -Dre Neologte Ruß^.«ds-werschm äht^ vtelmehr mcht, durch Denunciationen und Polizei aewa! zu:chr«n Zttle'z» gelangen. .Es ist daher im de E über den Stand der Dinge ein wenig aufzu kläre« «chr°Ib°r diese» ist um so geeigneter du,/' " » 1"bst beinahe den vollen Cursus der Rabbine rschul beendet hat und die Richtung 'jener Pflanzsihulei, wre auch vrele Zoglmge derselben, genau kennt.