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Der Israelit · 1870-04-13 · Heft 15-16 (13.4.1870) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 15-16 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XI. Jahrgang Zweite Beilage zu Nr. 15L16des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Uericht. Mainz, 8. April. Von dem rühmlichft bekanmen Werke des ebenso gekehrten wie thätigen und um die Hebung des religiösen Bewußtsein und der religiösen Thal so hochverdienten Distrikts - Rabbinen S. B. Bamberg er in Würzburg Amirah le-beth Jakob, enthaltend die drei besonderen Pflichten jüdischer Ehefrauen, Niddqh, Challah, Hadlakah, nebst einem Anhang die Vorschriften über das Fleischsalzen enthaltend — ist soeben die dritte Auflage erschienen. Wir haben die beiden ersten Auflagen dieses vorzüglichen gediegenen und sein Thema erschöpfenden Werkes bereits ausführlich besprochen. Wir beschränken uns heute darauf, mrtzutheilen, daß die beiden ersten Auflagen, in der Höhe von «,000 Exemplaren, in kurzer Zeit vergriffen wurden, ein erfreuliches Zeichen dafür, daß Gesetz und Sitte noch in vielen jüdischen Häusern walten, und daß Belehrung über diese heiligen Pflichten von den edlen jüdischen Frauen mit Freuden gesucht wird — eine Erscheinung, die für das jüdische Herz wohlthuend und erhebend ist. . Möge der ehrwürdige Herr Verfasser das Glück und die Freude haben, auch künftig viel beizutragen zur Erhaltung unseres höchsten Gutes, zur Hochhaltung unserer heiligen Thora und zur Erfüllung ihrer erhabenen Gebote. Die typische Ausstattung ist diesesmal eine ganz vorzügliche, ja elegante. Die jüdisch-deutsche Schrift, welche durch das Wesen des Werkes nothwendig gewacht wird, ist so deutlich, daß auch Mindergeübte fie zu lesen vermögen. Wir schließen mit dem Wunsche, daß der dritten Auflage recht bald eine vierte folgen möge. Zeitungsnachrichten «nd Correspondeuzen. Deutschland. Berlin. Dr. Philipp Iaff e, Professor an der Berliner Friedrich Wilhelms-Universität, hat sich, wie uns mitgetheilt wird, in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in Wittenberg, wohin er sich eigens zu diesem Zwecke begeben, durch einen Pistolenschuß getödtet. Diese erschüttcrnee Nachricht wird weithin durch Deutschland, Italien und Frankreich auf alle Jene einen tiefen Eindruck Hervorbringen, welche den Scharfsinn und die Gediegenheit der Forschungen deS Unglücklichen auf dem Gebiete der Geschichte kennen gelernt haben. Er war am i?. Februar 1819 zu Schwerfen; in der Provinz Posen von jüdischen Eltern geboren, studirte Medizin und erwarb den medizinischen Doktorhut, ohne indeß von der Praxis je Gebrauch zu machen. Seine „Geschichte des deutschen Reiches unter Lothar dem Sachsen," Berlin, 1843, wurde Anlaß, daß er beider Herausgabe von Pertz'S Uonuiovuta Oermaniae iüstorieu Verwendung fand und lange Zeit hindurch einer der hervorragendsten und gediegensten Mitarbeiter dieses deutschen Natienalwerkes wurde. — Vor zwei Jahren trat Jaffs zum Christenthum über, nachdem er kurze Zeit zuvor als der erste Jude im preußischen Staate an der Berliner Hochschule Anstellung gefunden. Jener Schritt hat lähmend und niederdrückend auf seinen Geist eingewirkt. Die ehemaligen Glaubensgenossen erschienen ihm jetzt als Feinde und die neuen Glaubensbrüder betrachteten feine Conversion mit einem gewissen Mißtrauen. Seit jener Zejit kränkelte JafsöS Geist; es fehlte ihm der innere Einklang. Mit Bedauern nahmen die Wohlwollenden und Näherfteb enden an ihm eine krankhafte Reizbarkeit war. Auf gewaltsame Weise halt er nun die Ketten gesprengt, welche ihn unheilbar undunrettbar an das für ihm so traurige Dasein sestelten. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien, 20 März. Porige Woche trat Herr Eduard Slavy aus Preg zum Judenthume über und erhielt nach vollzogener Aufnahme in den jüdischen Bund den neuen Namen unseres Stammvaters Abraham. Als Operateur frmgirte unter Astistenz des Herrn Dr. F. Weiß der gewandte Mohel Hr. Abraham Weiß — welcher schon bei vielen Proselyten in Gegenwart des Arztes sich als sehr tüchtig und besonders befähigt zur Ausübung der Beschneidung bewährt hat. Herr Slavy fühlte während des Aktes nur geringe Schmerzen und ist fast gänzlich geheilt. ES ist eigenthümlrch, unter welchen Umständen er zu diesem Entschlüsse gelangte. Seine Eltern starben ihm früh ab, durch seine Verwandten kam er nach Pest, wo er in einem Kloster erzogen wurde. Er blieb daselbst 9 Jahre und besuchte das Gymnasium.. Er ist Lithograph, will aber diese Kunst nicht als Handwerk

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