Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 15-16 (13.4.1870)
- Date
- 1870-04-13
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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282 Ae« i I I t ton. Dev Herr erbarmt sich aller seiner Werke.*) Von Abr. Tendlau. Ein Lehrer, der seine Schüler von dm Pflichten fcer Barmherzigkeit gegen Thiere sprach, erzählte denselben bei dieser Gelegenheit: „Ein sehr berühmter Schriftgelehrter der alten Zeit, der viel genannte und recht bekannte R. Jehuda Hannafi, ein Mann, eben so ausgezeichnet durch seine Gelehrsamkeit als durch seine Frömmigkeit, derselbe hatte lange Zeit große körperliche Schmerzen zu leiden, trug sie indessen mit frommer Ergebung. Das Merkwürdige aber dabei war, daß diese Schmerzen mit einem Geschichtchen Äber ihn gekommen sind und mit einem Geschichtcheu ihn wieder verlassen haben. — Als nämlich der Schriftgelehrte einmal an der Thür des Wohnhauses zu *) Pf. 145, 9. — Nach Ber. rab par. —33. — Jalknt tehil. Nr. 888. — Baba Mez. 85, a. — Sephoris saß und im Gesetze studirte, trieb man eiw Kälbchen bei ihm vorüber dem Schlachthause zu. D.a lief das Kälbcken zu ihm hin und legte seinen Kopf auf den Zipfel seines Mantels und schrie zu ihm aüf, als wollte es sagen: „Rettemich!—" „Gehe",sagte der Schriftgelehrte da, „was kann ich Dir thun! Du bist dazu geschaffen. —" Da sprach man im Himmel: „Weil der Mann so gefühllos gegen das Leiden der: Geschöpfe Gottes ist, mögen Leiden ihn heimsuchen!" und von dieser Stunde an war er verschiedenen körperlichen Leiden unterworfen, so heftig und anhaltend,, daß man sagen durste: „Seine Schmerzen dienten zur: Sühne für sein ganzes Zeitalter. —" Dreizehn schmerzvolle Jahre waren seitdem vergangen, da kehrte eines Tages die Magd das Haus und fand ein Nest mit jungen Mäusen. Sie wollte dieselben mit hinauskehren, aber der leidende Rabbis der es sah, rief ihr zu: „Laß sie! denn es fleht geschrieben: „„Und sein Erbarmen geht über all seine Werke. — „Wohlan," sprach man jetzt im Himmel, „weil der Mann Erbarmen fühlt, soll auch er Erbarmen finden," und von der Stunde an verließ^ ihn seine Schmerzen und kamen nicht wieder. —" A.NZE A achr u s. In diesen Tagen verließ uns Herr Dr. Löwenstein, nachdem derselbe zwei Jahre lang hier als Prediger und Religionslehrer gewirkt. Derselbe hat uns auf der Kanzel das alte echte Judenthum gelehrt und wußte in begeisterter Rede für dasselbe aufzutreten; kräftig trat er den Jrrthümern der Zeit entgegen, und zeigte, daß einzig und allein in der p"nn und in den Worten 5i"n die Wahrheit zu finden ist. Aber auch in der Schule entwickelte er eine segensreiche Berufsthätigkeit und strebte darnach, die Herzen der Jugend für die Religion zu entflammen. Die vor feinem Sckeiden abgehaltene Schulprüfung legte hiervon ein glanzendes Zeugniß ab. Wir bedauern das Scheiden eines so würdigen iberufsthätigen Mannes und wünschen, daß es ihm vergörmt sein möge, bald einen Wirkungskreis zu finden, rvo er sich wie hier für die heilige Sache thätig zu sein im Stande ist. Güstrow im Nissan 5630. Gebrüder Marens. in Religionslehrer und Vorbeter, mit guten Zeugnissenversehen sucht bis zum 16.Mai eine Stelle. Aranro-Osierten snd. Nr. 493 besorgt bie Exp. d. B. IGEN. Bekanntmachung. Die hiesige Lehrer- und Cantorstelle, verbunden mit einem fixen Gehalt von 290 Thlr. wird am li September Curr. vaeant und soll gleich wieder besetzt werden. Nebenverdienste stehen durch Privatunterricht in Aussicht. Unverheirathete Bewerber um diele Stelle, wollen ihre Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand franco einsenden. Geldern, Rheinprovinz im April 1870. A. Gompertz, Vorsteher der Syn.-Gemeinde Geldern. n meinem Weingeschäft, welches ddp und uiü Di’ geschloffen ist, suche ich per. 15. Juni einen Lehrling mit den nöthigen Vorkenntniffen. Kost und Logis in meinem Hause. iSamuel Heymann _ in Ahrweiler. in ordentlicher, kräftiger Junge kann die Bäckerei gründlich gegen ein geringes Lehrgeld erlernen. Samstag und Feiertage geschlossen. Ülaycr May, in Mergentheim.