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Der Israelit · 1870-04-06 · Heft 14 (6.4.1870) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 14 (6.4.1870)
Date
1870-04-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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JW 14. XL Jahrgang. Ein Hentrat - Grgan für das orthodoie Audenlhum. Herausgegebm von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 6. April 5630 (1870). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs S Thlr. pr. €. oder fl. 6. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be» stellungen an. Inserate l‘/2 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut CourS. Direkte Franeozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. Ssterr. an die Expedition franco einzusenden. Anhatt: Leitende Artikel: Schabbath Hagadol. — Jüdische Zustände in Frankreich. AeitungSnachrichten und Korrespondenzen: D eu tsch l an d: Mainz. Berlin. Regensburg. Berlin. — Oefterr.-Ung. Monarchie: Wien. Wien. Klagenfurt Triest. — Italien: Rom. — Frankreich: Paris. Paris. Feuilleton: Bostanai. ' Inhatt der Freitage r Lriteudrr Artikel; Der Verein für palästiuenstsche Angelegenheiten in Berlin. ZeituMsnachr'chten und Eorreipondeuze« -.Deutschland: ..^Ocmnover. Hamburg. Feuilleton: Rabbi Löw. Anhalt der Hrtra-ISeilage: Zur Unterstützung der nothleidenden Glaubensgenossen in Westrußland. — Für die Rothleidenden im hl. Lande. — Spenden für die Armen des hl. Landes. — Für die Wittwen und Waisen im hl. Lande. — Für die Hinterbliebenen des verunglückten Heimbach in Trebur. — Für daS Hospital in Memel. — Bau jüdischer Armen- und Pügerwohnungen in Jerusalem- Leitende Artikel. Schaböath Kagadak. Wann der Winter, der Zwingherr der Natur von uns zieht, da entsteigen die Tausende junger Triebe dem Scheoße der verjüngten Erde. Der Frühling ist das Freiheitsfest der Natur. Sie hat überwunden. — Die Zeit der Tyrannei ist vorbei. — Das verkündet da der stolze Strom, indem er tosend und grollend sein zertrümmertes Eisjoch fortwälzt. ES verkündend dort die Blümchen und frischäugige Knospen voll Sanftheit und Milde. Aber lauter und froher verkünden den Frühling die von ihrem frei gewordenen Reiche Besitz nehmenden Vögel der Luft. Sie rufest eS uns jubelnd zu: Nicht mehr bannt der Eishauch die muntern Lieder in unsere Kehlen — die Freiheit kehrt wieder, denn frei ist der Sang und der Klang! Was dem Vogel der Gesang, das ist dem Menschen die Sprache. — Was der freien Natur die Musik in den Zweigen, das ist dem freien Staate der frit gewordene Gedarlke, die Freiheit des DackestS und Sprechens. — Der gerade offene Gedanke, wie er sich äußert im Wort und seinen Weg sucht zum Hetzen der Tausende, um für Wahrheit Wahrheit zu tauschen — er ist'S, der der Freiheit des Staates vorauszieht, wie der Vogel dem Frühling. Freier Gedankenaustausch ist Geleite und Bürge jeder nationalen und staatlichen Freiheit. — Am 15. Nissan feiern wir alljährlich amPeßachfeste das Andenken an die Befreiung unserer Nation aus MizrajimS Tyrannei. — Da setzt sich der jüdische „König" auf seinen Sederthron und gedenkt der einstigen Nacht und des kommenden Morgens. — Vorbote des Freiheitsfestes ist „der große Sabbat." Da soll dem jüdischen Gedanken freier markiger Ausdruck gewährt sein. Aus den tausend und aber tausend Freiheilsworten, welche die jüdischen Darschanim und Redner diesem Herolde des Peßachfestes zu allen Zeiten in den Mund gelegt, — aus der Verschmelzung von Halachah und Agadah, welche nach alter, schöner Sitte vorzugsweise an diesem Sabbat von jüdischen Kanzeln herab dem Geiste und Herzen der Zuhörer zusprechen, vernehmen wir zwei Grandtöne heraus, die der Harmonie von Lehrm und Leben in der jü-

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