Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1870)
- Date
- 1870-03-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XI Jahrgang.; . j Der Israelit. M IO. Ein Kontras - Organ für das orthodore Iudentöum. Herausgegeben von M*r. t&efymann in Mainz. Mitt'woch, den 9. März 5630 (1870). , Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens S Bogen.- Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder st. 6. 16 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be» ftellunyen am Inserate I Vr Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Eours. Directe Francozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. öfierr. an die Expedition franco eiryusenden. , Hnhatt: . Leitender Attikel: Ein Mort zur Beherzigung für das herannahende Purim'feft. Zeitungsnachrichten «nd Correspondenzen: D eutsch l and: ILestphalem Breslau. Hannover. — Oesterr.-Ung. ' > Monarchie. Wien. Wien-Pesth. Prag- Prag. — HollLNd:AMychiyn. —England: London. — Rußland und Polen: Mlna. — Palästina: Jerusalem.— Afrika: Cairo. — Amerika: Kingston. Feuilleton Bostanai. Inhalt der Meilage: Zeitungsnachrichten «nd Correipondenzen :Oesterr.-Ung. Monarchie: Wien. Fenilleton: Ein Briefwechsel überdie jüdische Romanliteratur. Bilder aus Arabien. Besuch des Kronprinzen von Preußen in der Patriarchengruft in Hebron. Leiterrder Artikel. Km Wort zur Aeßerzigung für das Heran nahende Mrrwfest. Mainz, 1. März. Als vor Jahrtausenden unsere Voreltern durch den Schutz der göttlichen Vorsehung dem entsetzlichen Mordanschlage Haman'S entronnen waren, setzten die Weisen der damaligen Zeit einen Denktag, ein Freudenfest ein für ewige Zeilen, und dieses Freudenfest wird noch heute mit voller Innigkeit gefeiert. Unsere Voreltern lebten damals zerstreut in den 127 Provinzen des großen persischen Reiches; das heilige Land aber lag verödet da, der heilige Tempel war zerstört und die Städte Palästinas waren nichts als unbewohnte Trümmerhaufen — aber sie waren nicht vergessen von den Söhnen Israels. Inmitten der Freude erinnerten sie sich der alten Heimath und dachten sie ru ehren. Deßhalb wurde die für die Stadt SchufchAr eigenthümliche Feier auf die zerstörten Städte de« heiligen Landes ausgedehnt, da man ihren baldigen Wiederaufbau erhoffte; denn nur die Städte Palästina'« hatte man im Auge, als man. bei der Bestimmung jener Feier bis zu den Zeiten Josua's, des Sohnes Nun's, zurückgriff. (Siehe Talmud Ieruschalmi, Maßechet Megillah, am Anfänge; ferner MaimonideS Iad Chasakah, Hilchoth Magillah und Chanukah c. 1, §. 5.) Auch wir leben fern von den heimathlichen Stätten der Väter. Wie unseren Voreltern in Persien zuMordechai's Zeiten ergeht es uns gut in den glücklichen Ländern, die von der Sonne der Civilisation erwärmt uns Menschen- und Bürgerrechte gewährt haben. Ahmen wir dem Beispiele unserer Väter in Persien nach; vergessen wir die alte Heimath nicht! Fast zagen wir, den geehrten Lesern dieses Blattes das mitzutheilen, was wir doch nicht verschweigen können, nicht verschweigen dürfen. Es sind in jüngster Zeit so mannigfache Ansprüche an die Mische Wohl* thätigkeit gestellt worden und haben glänzende Erfolge gehabt; allein das jüdische Herz ermüdet nicht im Wohlthun und so wollen wir denn getrost uns an dasselbe wenden. Wir erhalten traurige Nachrichten aus dem heiligen Lande: es herrscht dort Hungersnoth.