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Der Israelit · 1870-02-23 · Heft 8 (23.2.1870) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 8 (23.2.1870)
Date
1870-02-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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137 beitben Menschen verminbern, bie Einen auswandern zu lassen, um den Andern mehr Luft, mehr Raum und Arbeit zu geben, ist eine Wohlthat für die Juden; aber an die Stelle eines Volkes, welches v'getirt und stirbt, ein Volk, das arbeitet und gedeiht, stellen, ist das nicht eine Wohlthat für Rußland? Jör. Schulen gründen, (in denen aber das Hebräische nicht den profanen Wissenschaften weichen muß, sondern beides vereinigt sein soll. Anm. d. Uebers.) den Unterricht verbreiten unter den Juden in den uncultivirten Ländern ist eine Wohlthat für die Juden; aber der Unterricht, der die Einen erleuchtet, läßt die Andern nicht im Schatten, Alles strebt dann nach ihm. ist da der Unterricht für einen Theil der Bevölkerung nicht auch eine Wohlthat für das Land? Den Juden eine nützliche Anwendung ihrer Tbätigkeit geben, unter ihnen den Ackerbau in Ansehen bringen ist eine Wohlthat für die Juden; aber diese Arbeit, die ei en unfruchtbaren Boden productiv macht und Wohlstand und Reichthum verbreitet, ist das nicht eine Wohlthat für daö ganze Land? Unsere Glaubensgenossen beschützen gegen gewaltthätige Ausschreitungen, sie unter die Garantie der Gesetze stellen, ist eine Wohlthat für die Juden; aber bewirken, daß die Völker weniger ungerecht, weniger heftig, weniger barbarisch sind, ist das nicht eine Wohlthat für alle Länder? Ueberall ist die Frucht unserer Handlungen eine Vermehrung des Lichtes, der Gerechtigkeit und der Freiheit. Nach dem Berichte des Schatzmeisters, Herrn Leonce Lehmann, zählt die Gesellschaft jetzt 12000 Mitglieder mit einer jährlichen Subscripli'on von 60000 Fr. Hierauf spricht Herr Cremieux; man hört mit gespannter Aufmerksamkeit zu. „Die Fortschritte unserer All. sind sichtbar. Sie arbeitet unaufhörlich. Wir thun nicht nur das Mögliche, das wäre wenig, aber wir thun fast Unmögliches für unsere unterdrückten Brüder. So lange es noch einen Juden gibt, welcher leidet, wird es auch einen Juden geben, d.r ihm zu Hilfe kommt. Prozesse, das weiß ich so gut wie Einer zu beurtheilen, gewinnt man manche und wieder andere gehen verloren; den Unsrigen werden wir gewinnen, denn er ist die Sache der Menschlichkeit. Wir wollen die Freiheit. Wir werden sie selbst in Rumänien erlangen. Bratiano, der Verfolger, ist gestürzt, und wir haben Cogoliceano, d.n Verf lger, dieser Tage stürzen sehen. Redner spricht hierauf von den gethanen Schritten zu Gunsten der Juden in Rumänien und von der Versammlung in Berlin und schließt unter großem Applaus der Versammlung. Noch ist die Rede des Herrn Oberrabbiner Jndor und die warme und begeisterte Ansprache des Herrn Albert Cohn hervorMeben. Derr Cremieur schließt die Versammlung M't folgenden Worten: Es gibt drei Religionen, die sich heute in die Welt theilen und von denen zwei Töchter des Judenthums sind. Wir sind der Stamm. Wir waren die Ersten, wir werden die Letzten sein. Sobald der ausführliche Bericht über die Generalversammlung ausgegeben sein wird, werden wir nicht verfehlen, alles übrige Wffsenswerthe unseren geschätzten Lesern mitzutheilen. (Rev. Irr.) PZriS, 19. Febr. Heute Nacht verschied hier im Aller von 58 Jahren nach langjährigem Leiden Herr Baron Nathaniel v. Rothschild, ein Bruder des Baron Lionel und Schwiegersohn des Baron James v. Rothschild. Er war Associö des Pariser Hauses. Italien. Asti. Auf Vorschlag des Ministers des öffentlichen Unterrichts wurde Herr Salvatore Ottolenghi, bereits Ritter des Mauritius-Ordens, zum Ritter des italienischen Kronenordens ernannt. (Educ. JSr.) Donaufürstenthümer. Bukarest. Das „Echo Dan " veröffentlicht daS Testament, unseres Glaubensgenossen Luca Moses auS Ploechti, dem wir folgende Vermächtnisse entnehmen: I. 2000 Ducaten zur Errichtung eines Gebäudes dahier in Ploechti, das den Namen Luca Moses tragen soll und zu einer israel. Knabenschule best'mmt ist. II. 8000 Ducaten verbleiben als Fond dieser Schule, die Zinsen sollen zu Besoldungen der L h-er und anderer Ausgaben verwendet werden. Außerdem überlasse ich dieser Schule noch weitere 10 >0 Ducaten als Fond. deren Zinsen einem braven und durch sein Betragen sich auszeichnenden Schüler behufs Fortsetzung seiner Studien im Ausland zuerkannt werden sollen. III Das Vermögen meiner Frau, besteh-nd auS 5000 Ducat'n und meiner ganzen Einrichtung, fällt nach deren Ableben ebenfals als Fond dieser Schute zu. IV. 1000 Ducaten, von deren jährlichen Zinsen arme Waisenkind r Unterstützung finden sollen. V. 10 0 Ducaten, von deren Zinsen Holz zu kaufen und im Winter armen spanischen und polnischen Israeliten zu vertheilcn ist. VI. 200 Duellen dem rumänischen Gymnasi.m dieser Stadt. VII. 200 Ducaten dem Centralhospital dieser Stadt. VIII. 100 Ducaten dem Ceill alcomite der Alliance Israel, zu Paris. IX. 75 Ducaten für die Armen am Tage meines Begräbnisses. X. 25 Ducaten für den Todtengräber und andere Mithelfer. Rußland und Polen. Petersburg, 30. Jan. Von österreichischen Blättern wird in alarmirender Weise die Nachricht

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