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Der Israelit · 1870-02-02 · Heft 5 (2.2.1870) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
11 (1870)
Issue
Heft 5 (2.2.1870)
Date
1870-02-02
Page
– (sequence 18)
Language
German
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94 MtGtheilen. Herr Oberrabbiner Mayer Perlen M. Karoly ist gestern Abend von der Generalversamlung einstimmig zum Rabbrner unserer Gemeinde gewählt, und hat diese Wahl nach eben eingetroffenemTelegramme angenommen. Wer Herr Mayer Perls ist, braucht man nicht erst den Lesern des „Israelit" zu sagen. Wer kennt ihn nicht, jenen sehr teilen zu findenden tan« ^nao *ta myy pj«n 'p31 *pnn, wer kennt nicht den Heros der Literatur der O'pDisi Du\o, zu dessen Füßen schon seit Decemnen viele Hunderte von v'i'Qvri gesessen, wer kennt nicht den nüchternen ’noNn Türn p'iy der mit solcher Festigkeit und Rübe alle Ausschreitungen der unjüdischen Extase zurückschlägt, dessen Klugheit und Erkenntniß der Zeit so berühmt, wer kennt nicht seine Liebenswürdigkeit, Leutseligkeit und seine hohen D'»yoi nno? Ja ^ns ^"sr Sip Mm das niBf Deiner großen Coryphäen, die deinm Rabbinatssttz eingenommen, hat dir beigestanden, solches Glück zu erreichen. Jetzt wird es wieder lebendig bei uns werden, sehr bald werden wieder alle Wohnungen gefüllt sein mit Jüngern, die da noch lechzen nach der reichen und tiefen Lehre dieses großen Meisters! Mit di sem frohen Ereignisse kommt G. s. D. eine Parteispaltung zu Ende, welche zwar nicht gefahrdrohend, aber doch immer betrübend für die Gemeinde war. Schon seitdem Dr. Hildesheimer seinen Entschluß gefaßt hat, E. zu verlassen, hatten sich nämlich zwst Strömungen über die Wiederbesetzung gellend gemacht, die Einen mit dem vr. H. selbst als sehr warmem Vertreter an der Spitze, wollten die Stelle ganz wie mit Letzterem wiede>besetzen, nämlich durch eine Persönlichkeit, welche allen Anforderungen, die das alte Judenthum an einen Rabbiner stellt, erfüllt, aber auch den Zeitforderungen einerseits durch zeitgemäße Vorträge, anderseits durch Jnspection der Schule vollständig Rechnung trägt: die Andern wollten das Rabbinat von der Sch^ldirectior^ trennen, und zu erfterem einen Mann, nicht gerade nur der a'ten Schule und ihrer strengen Anforderungen nwpai nwnnD, aber doch einen solchen überhaupt berufen, der ein Ssoepb *?na ist, abgesehen von seiner Vortragsweise, und daneben eine«Schuldirektor. Der Wahrheit die Ehre zu geben, sei bemerkt, daß diese Absicht rücksichtlich der Anforderung des rrona rntna eine höchst rein und von echter minn eingegebenew^r; doch gab es leider auch, wenngleich verschwindend wenige Elemente, besten der dadurch errungene „selbstständige" Sckuldirector Hauptsache war. Nun, Gott sei Dank, die Ersteren haben mit vollständiger Zustimmung der Vertreter des ersten Theiles, der zweiten Richtung Recht behalten, wir haben wieder einen ganzen Rabbiner, dem nicht die ms, in Ungarn oft sogar sehr große my des „selbstständigen" Sckuldirectors zur Seite steht. Es wird Alles gedeihen, die Gemeinde selbst, dir Schule, die Jeschibah! — Jetzt nun noch einige Worte über die merkwürdige Fügung dieser nyin nD\“Q nN’SD. Unser verehrter RadbinatSverweser Herr Ignatz Tachauer, ein intimer Freund und Studiengnosse (da der Vater des Rabbiners y'yi D^-iys pny’ nwo 'mo pton am hier Rabbiner war und auch der Rabbiner in Caroly hier geboren ist) schrieb ihm, obgleich ganz mandatlos, ob er geneigt sei, die Stelle anzunehmen, und erbat sich im Beziehungsfalle tel-graphi!che Antwort. Dieselbe traf ein, und lautete: Auf Ihre geehrte Anfrage kann ich Sie meiner besondern Zuneigung versichern. Hierauf einstimmige Wahl der Gemeinde, telegraphische Anzeige und eben solche Antwort, lautend: dem Rufe meiner Heimath, dieser Wiege meiner Jugend, Folge leistend, rufe Gotteö Segen an." — Unser verehrter Rabbiner gibt eine äußerlich weit größere Stelle auf, um seine Heimath, die immer an ihm gehangen, aufzusuchen; sie wird ihm immer entgegenjubeln. Donaufürstenth Ürner. Bukarest. Das Juden-Ausweisungsdecr et des run änischen Ministers Cogolnitscheano liegt uns heute vor. Der Minister fordert die Präfecten auf, alle Juden, die am letzten St. Georgstage noch nicht aus den Landgemeinden vertrieben worden sind, längstens bis zum Tage des heiligen Demetrius hinauszuschaffen. Die Beamten, welche dies Unterlasten, werden mit Strafe bedroht. Bekanntlich hat die Pariser Alliance israelite auf Antrag Cremieux' bereits Schritte bei den Schutzmächten Rumäniens eingeleitet, damit die odiose Maßregel znrückgenommen werde. ANZEIGEN. er selige Herr Joseph Blumenthal aus Paris hat bekanntlich in Jerusalem eine Schule für arme Binder errichtet, die den Zweck hat, ihre Zöglinge itn Geiste des echten Judenthums zu erstehen. Dieselbe wird bereits von 53 größtentheils Waisenkindern stequentlrt, und erfreut sich der besten Entwickelung. Die für diese Anstalt nöthigen Geldmittel hat der sel. Blumenthal in tühmlicher Unermüdlichkeit durch Reisen rc. bei edlen Menschenfreunden erzielt.' Zu welch erhabenem Werke diese Spenden gereicht worden sind, bedarf wohl keiner weitern Erörterung, indem man bloS auf die Wichtigkeit und Bedeutsamkeit hinzuweisen braucht, welche Schule und Schulwesen einwohnen. Als Blumenthäl kurz vor seinem Ableben die hiesige Stadt passnte, ersuchte mich derselbe, nach seinem Ableben für Fortbestand und Entwickelung

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