Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1870)
- Date
- 1870-01-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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69 zum Andenken an die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten 500 M., der Wittwen - Cafse für Aerzte, Wundärzte und Apotbeker, dem Bildungsverein für Arbeiter, der Armen-Commission der deutsch-israelitischen Gemeinde und der allgemeinen Armen - Anstalt je 250 M. Ferner erhielten eine große Anzahl von Armen durch den an der Thür postirten Polizeiofficiant n Almosen. I)r. Cohen, der sich st ns in seiner Praxis oes größten Vertrauens erfreute, hat durch sein vielseitig gemeinnütziges Wirken die allgemeine Achtung seiner Mitbürger, deren Vertreter er 1849 in der hamburgischen conünuirenden Versammlung war, in hohem Grade erworben und ist der Wunsch ein allgem iner, daß der verdiente Mann seiner Familie und seiner Vaterstadt noch recht lange erhalten bleiben möge. Nnkel, 5. Januar. Am 3. d. M. fand hier «ine ebenso schöne, wie erhebende Feier statt. ES wurde nämlich daS 25jährige Bestehen der hiesigen jüdischen Elementarschule und die 25jahrige Wirksamkeit des ersten Lehrers an derselben, des Herrn Golliners, gefeint. In dem festlich geschmückten Schullokale versammelte sich die gesammte Gemeinde-Vertretung mit dem Rabbiner vr. Cohn, der Schulvorstand mit dem Schulinspector Pastor Rogge, die Lehrer der verschiedenen Confessionen hiesiger Stadt, eine Deputation der ehemaligen Schüler dieser Anstalt, sowie viele Freunde des Jubilars, der durch sein mildes Wesen, sein bescheidenes emsiges Walten und durch seine gewissenhafte Berufstreue einer allgemeinen Achtung und Verehrung sich erfreut. Als der Jubilar, der von einer Deputation, bestehend aus dem ersten Vorsteher, einem Repräsentanten der Gemeinde und einem ehemaligen Schüler, abgeholt worden, das Festlokal betrat, erhob sich die ganze Versammlung und die Ferer wurde durch einen Choral der Schuljugend eröffnet. Darauf begrüßte der Rabbiner den Jubilar in einer glänzenden Rede, die auf die Zuhörer einen mächtigen Eindruck machte, worin er den hohen Beruf des Lehrers beleuchtete und die Verdienste des Jubilars pries. Der erste Vorsteher der Gemeinde, Buchhändler Kallmann, hob in seiner Ansprache die hohe Bedeutung des Lehrers an der Volksschule für die sittliche Entwickelung der Gemeinde, in welcher er wirkt, hervor und gab der dankbaren Anerkennung der Gemeinde für die Verdienste, welche der Jubilar sich um sie erworben, Ausdruck und überreichte ihm in deren Namen ein zinstragendes Papier als Ehrengeschenk. Der Bürgermeister Ziese drückte alsdann in einigen Worten, die von Herzen kamen und zu Herzen gingen, als Vorsitzender des Schulvorstandes den Dank derselben für die Berufstreue, wodurch der Jubilar die Schule zu gegenwärtiger Blüthe erhoben, aus und verlas die Adresse des Schulvorstandes. Die ehemaligen Schüler vertrat Herr L. Baerwald, als ältester Schüler, deren Adresse er ebenfalls vortrug und in deren Namen er den von diesen aufgebrachten ansehnlichen Jubelfond in StaatSpapieren dem Jubilar übergab. Tief gerührt wurde die Versammlung durch die herzlichen Worte einer Schülerin, die im Aufträge ihrer Mitschüler und Mitschülerinnen dem verehrten Lehrer einen silbernen Pokal überreichte. Bewegt antwortete der Jubilar jedem der Redner in passender Weise. Die Feier, welche auf alle Anwesenden einen erhebenden und nachhaltigen Eindruck machte, schloß mit einem DankeSlied der Schuljugend und ihrer Lehrer. Wahrlich, wenn eine Gemeinde so ihren verdienten Lehrer feiert, so gibt sie sich selbst ein ehrendes Zeugniß. Holland. Amsterdam. Herr Louis Drucker in Amsterdam wurde in Anerkennung seiner gediegenen Schriften über die türkischen Finanzen, vom Sultan der Türkei zum Officier des Medjidie-OrdenS ernannt. (N. I. W.) Frankreich. Paris. Die diesjährige Generalversammlung der „All. JSr. Univ." findet Donnerstag den 3. Februar in Paris 48, me de la Victoire statt. Paris. Herr I. Wlttering, Ehren - Secretär der königl. Akademie für die schönen Künste in Amsterdam, in Paris wohnhaft, hat vom König von Bayern den Michaels-Orden I. Klasse erhalten. (N. I. W.) England. London. Die Londoner jüdische Gemeinde hat eines ihrer würdigsten und wohlthatigsten Mitglieder durch den Tod verloren. Herr Alfred Davis starb den 7. d. M. nach einem kurzen Krankenlager. Er war im Jahre 1811 in London geboren. Seinen Vater verlor er schon in seinem 11. Jahre. In seinen früheren Jahren Uhrmacher, gründete er später mit seinem bereits schon früher verstorbenen Bruder John Davis em Geschäft, das bald einen großen Aufschwung erreichte. Die Firma Alfred Davis und Comp, stand in der engl. Handelswelt in großem Ansehen. Alfred Davis war nicht verheirathet. Er war ein fein gebildeter Mann. Seine Wohlthätigkeit hatte keine Grenzen; er gab ohne Unterschied des Glaubens; es gibt keine Institution in London, zu der er nicht beigetragen und dies mit freigebiger Hand. Seiner besonderen Gunst hatte sich die Jews’ Free School (Jüdische Freischule) zu erfreuen,;n deren Vorstände er 28 Jahre lang gehörte. Während dieser Zeit har er nicht weniger als 30000 L. (360000 fl.) dieser Schule geschenkt. Er war einer der Gründer ihrer Bibliothek, und er errichtete ihr Museum. Mit allen