Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 11 (1870)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1870)
- Date
- 1870-01-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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J\ß 4. XL Jahrgang. i / Ein; Geutral - Grgan für das orthodoxe Audenlhum. Herausgegebm von Br. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 26. Januar 5 630 (1870). 7 jv j 3■; ' ■ Wese -Zeitung erscheint wöchentlich, einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Pr. S. öd« fl. b. \h kr. rh. Man abonnird ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be. flellungen an. Inserate Vfa Sgr. die Petitzeile od« d«en Raum. Oesterreichische Banknoten laut Sours. Direkte Früntvzu. sendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. osterr. an die Exvedition franco einzusenden. ' - " ■' 1 11 ■ — ■- > ■ '■ "!■■■■«■■■ r1'*'— Auhatt: Leitender Artikel: Der Sieg der Gewissensfreiheit in Baden. Leitungsnachrichte« und Correspondenzen: Deutsch lan d: ' . Frankfurt a. M. Fürth. Karlsruhe. Aus Württemberg. ' — Oesterr-Ung. Monarchie: Wien.'Wiem Wien. Pr<zg- Donaufürftenthümer'Bukaxest. — Palästina. . KeuiLeloyr Bostapai. Lüteudat Artikel: Die Verhandlungen der israel. Delegir- ' tencommifsion zu Stuttgart.' Aeltsngsnachrrchten undEorrekpondenzenrDeutschland: Hamburg. Rakel. — Holland: Amsterdam. — Frank- ' reich: Paris. Paris — England: London. — Amerika: New-Uork. New-Uork. Washington. Iuhatt der HItra-Neitager //Offener Brief der Pekidim und Amarkalim der israelitischen Gemeinden im heiligen Lande residirend zu Amsterdam. Leitender Artikel. Der Sieg der Gewiffensfreiheit in Waden. Karlsruhe. Nach langem und heißem Kampfe — denn welche Kämpfe werden wohl, eben weil daS Theuerste, unsere GewissenSruhe, unser Seelenheil, dabei auf dem Spiel steht , mit größerer Begeisterung geführt, als ReligiorrSkZmpfe? — sind endlick» die .Würfel und zwar zpm Dohle unserer heiligen Religion und ihrer treuen Anhänger auch hier gefallen. Dieser Kampf datirt/vom Jahre 1862, wo der damalige Synagogenrath, trotz de- Widerspruches einer großen Anzahl Gerneindeglitzder einen Plan zum Aufbau einer neuen Synagoge anfertigsn ließ und eine Gemeindeversammlung beri.f, welcher dieser P'an, mit anziehendem Farbenschmuck decorirt — die Sinne sind in der Regel nach dem Ausspruche uusrer Weisen der Sünde Mäkler — vorgelegt wurde... In Dieser Versammlung geriethen die Parteien sehr heftig an? einander, indem nicht nur die Orthodoxen gegen.daS tend machten ,^s Äer^a ^ln lg eg tung es als eine. Last für die ^>emMd'e LMitthtet wurde, einen so kostspieligen Bau aufzüsühren.^ Die Orthodoxen ermahnten schon damals zum Frieden und erklärten, daß, wenn der Plan, in welchem Orgel rc. vorgesehen war, genehmigt würde, sie aus der Gemeinde ausscheiden würden, weil sie es nicht den Vorschriften der Religion entsprechend fänden, eine Synagoge zu besuchen, in welcher sich eine Orgel rc. befinde. Mit einer Majorität von nur 11 Stimmen wurde jedoch damals der vorgelegte Plan genehmigt.*) *) Anmerkung. Es kommt mir immerhöchst sonderbar, ja lächerlich vor, wenn religiöse Fragen von einer Gesellschaft Laien berathen und darüber abgestimmt wrrv, ob ein von Gott geoffenbartes und für die Ewigkeit bindendes Gesetz noch jetzt Kraft habe, oder nicht Wenn Religionsangelegenheiten durch, eine Laienmajorttät bindende Kraft erhielten, dann wäre die Anfertignng des goldenen Kalbes uno die Verschonung des kleinen Viehes nach dem Vernichtungskriege gegen Amalek nichts Sündhaftes gewesen. Religionsfragen des jüdischen Glaubens dürfen und können nimmer nach einer Laienmajorttät, sondern nur nach für die Religion der Väter warm schlagenden Herzen, verbunden mit von Kenntniß der heiligen Urquellen dieser göttlichen Religion , ausgerüsteten Kopsen, entschieden werden. ✓