Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1869)
- Date
- 1869-12-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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997 ttt die Hand bei* jajjitan, in die Hand ber Stiefmutter, in die Hand eines für sie fremden Weibes." — Nun kamen beide mit Traumgestchten frohen Inhalte?. Sie sprachen: „Wir lasen im Traume den Vers (Pred 9, 7): „Gebe, iß Dein Brod mit Freuden und trinke Deinen Wein mit frohem Herzen; denn Gott bat Wohlgefallen an Deinem Thun."" — Zu Abaja sprach er: „Du wirst gewinnreiche Geschäfte machen, schlachten, essen und trinken, und diesen Vers in der Frmde Deines Herzens auf Dich selbst anwenden." — Zn Naba hingegen: „Du wirst voll Kummer über erlittenen Verlust, schlachten und nicht essen, Lerbsreu und nicht trinken, und zu Deiner eigenen Aufmunterung, um Deinen Kummer möglichst zu brech n, den VerS Dir zurusen; aber umsonst." — Wieder kamen sie und sprachen: „Wir lasen im Traume den Vers *5. B. M. 28, 38): „„ Biel Samen wirst Du auf's Feld hinaus führen."" — Zu Abaja sprach er: „Die erst' Hälfte des Verses gilt.^ — ZuRaba hingegen: „Du mußt den Vers zu Ende lesen: „„Doch wenig einsammeln."" — Dann kamen sie wieder und sprachen: „Wir lasen im Traums den Vers (Das. 28, 10): „ „Und alle Welt wird sehen, daß du nach dem Namen des Herrn genannt bist, und sich vor Dir fürchten."" — Zu Abaja sprach er: „Dein Name wird sich weithin verbreiten und von Jedermann hochverehrt werden." — Zu Raba hingegen: „Du wiri't, ein so angesehener Mann Du bist, als Dieb verdächtigt und festgenommen werden, und um so mehr wird dadurch Jedermann in Furcht und Schrecken gerathen." — In der That wurde bald darauf in die kaiserliche Schatzkammer einzebrochen, und Raba, durch eine falsche Angabe, wenn auch nur auf kurze Zeit, als Mitschuldiger festgenommen, und Alles rief: „Wenn ein solcher Mann vor Verdächtigung nicht sicher ist, was hat erst der gemeine Mann zu fürchten!" — (Schluß folgt.) Die neue Synagoge in Kannover. Im westlichen Theile der Stadt Hannover erhebt sich, weithin sichtbar, ein Prachtbau: die gegenwärtig der Vollendung nahe neue Synagoge. Rings umgeben von alten unschönen Holzbmten, welche ihr zum Relief dienen, ist der Eindruck, welchen sie auf den Beschauer macht, nur um so imposanter. Sieben Jahre — so lange Jakob um Rahel warb — ist die neue Synagoge im Bau. Im Jahre 1862 gelang es dem um Industrie und Kunst seiner Vaterstadt Hannover hochverdienten Bankier Adolph Meyer, vom Kriegsministsrium das Terrain der alten Post „auf dem Berge" zu dem hängst beabsichtigten Unternehmen unter ganz besonders günstigen Bedingungen zu erwerben. Baurath Oppler, auf's ehrenvollste bekannt durch viele im hannoverschen Sattbe errichtete Bauten (insbesondere Schloß Solms, die Marienburg bei Nordstemmen rc.) ward mit dem Bau beauftragt, zu dessen Gelingen außerdem durch ihren Rath, ihre Kenntnisse der rituellen Verhältnisse und künstlerische Auffassung die Baucommission, bestehend aus dem Landrabbiner I)-. Meyer, M. Behrens, Meyerhof und dein verstorbenen Adolph Meyer, ersetzt durch Jacobson, in hohem Grade beitrug. Die Baukosten belaufen sich auf 110,000 Thlr. Verdient die hannoverische Gemeinde für Errichtung eines so großartigen, die Stadt besonders zierenden Gebäudes schon alle Anerkennung, so wird diese noch > erhöht, wenn man erfährt, daß die bedeutende Summe i von 25,000 Tblr. durch freiwillige Gaben aufgebracht i und so ein Tbeil der durch den Bau erwachsenden Lallen den ärmeren Gemeindegtiederu abqenommen wnrve. Die neue Synagoge ist im Ueöergangsstyl unserer deutschen mittelalterlichen Kunst errichtet und weicht somit von den im letzten Jahrzehnt an andern Orten erbautm Synagogen ab, welche zum größten Theile im maurischen Style errichtet sind. Oppler, selbst Jade, nahm sich als Vorbild des Styls die im Jahre 1050 erbaute und noch vollständig erhaltene Synagoge zu Worms. Beflissen, Glänzendes und Edles zu schaffen, ging er von der Ansicht aus. daß, wenn in jener Zeit schon der allgemein herrschende Baustyl Anwendung gefunden hatte, es gewiß um so richtiger sei, den deutschen Styl bei dem Tempel einer deutschen jüdischen Gemeinde in Anwendung zu bringen, zumal auch der maurische Styl, als in gar keiner Beziehung zum Judenthume stehend, keinerlei Berechtigung habe, für die Synagoge verwandt zu werden. Sv ragt denn das herrliche Bauwerk in deutschem Style, im sogenannten Rohbau (gelbe Blendsteine mit Sandstein), vor unfern Blicken in die Lüfte, ein mächtiger Centralbau, überwölbt von einer 40 Fuß im Quadrat haltenden, achteckig:n Kuppel. Die Synagoge umfaßt ein bebautes Terrain von etwa 10,000 Quadratfuß und enthält außer dem Hauptraum — etwa 80 Fuß im Geviert, — eine Vorhalle, Garderobezimmer für Männer und Frauen, Sitzungssaal und sonstige, dem Beoars entsprechende Localüaten. Außerdem ist eine Vorsynagoge vorhanden, in der an Wochentagen der übliche Gottesdienst abgebalten wird. In dem mächtigen Raume, welcher, nur beengt durch vier die Kuppel tragende Steinpfeiler, in seiner Mittel- Höhe 110 Fuß erreicht, befinden sich zu ebener Erbe Männerplätze, während 450 Frauenplähe durch die amphitheatraüich auflleigenden Empore gewonnen werden. Außerdem gestattet eine zweite Tribüne im Westen die Ausstellung eines Sängerchors. Die innere Einrichtung ist bis auf die Malerei beendet. Die Kanzel, der Thoraschrein und das All-