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Der Israelit · 1869-12-15 · Heft 50 (15.12.1869) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 50 (15.12.1869)
Date
1869-12-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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964 wird zur Orientirung derjenigen, die genannten Hrn. Goldberg nicht kennen, hinreichen; für den, der denselben kennt, ist sie selbstverständlich unnöthig. Bernhard Keßler. Hr. Goldberg blieb zwar die Antwort nicht schuldig, doch will ich damit Ihre Leser nicht ermüden und nur den einen Passus hervorheben, daß Hr. Goldberg hofft, „auch jetzt die Ansprüche Sr. Ehrwürden des Hrn. Dr. Aub zufrieden zu stellen." 2) Eine Erklärung der Fleischwaaren - Händler unter Aufsicht des hies. Rabbinats (Dr. Aub), die in der Nationalzeitung erschien und folgendermaßen lautet: Erklärun g. Um jeder irrigen Meinung vorzubengen, die unser bisheriges Schweigen in der Hildesheimer'schen Schächter- und Fleischerfrage veranlassen könnte, zeigen wir unseren geehrten Kunden hiermit ergebenst an, daß wir den Agitationen des Hildesheimer und Genossen und den marktschreierischen Annoncen und Circulären gegenüber, lediglich aus dem Grunde geschwiegen, weil wir, gestützt auf unser gutes Recht, welches durch thalmudisches Gesetz begründet ist und von einem ehrwürdigen Rabbinat, bestehend aus den jetzt in Frieden ruhenden Rabbinern Oettrnger, Rosenstein und Sachs uns als solches anvertraut worden, eine Rechtfertigung in dieser Beziehung nicht für nöthig — ja für eine Versündigung gegen daö Andenken dieser frommen Männer hielten. Wir haben dieses Vertrauen der Hingeschiedenen Religionsbehörde, ohne uns zu überheben, wahrend einer Reihe von Jahren durch unser religiös sittliches Leben zu erhalten gewußt und Niemand kann und darf es wagen, uns einer Übertretung der bestehenden gesetzlichen Vorschriften anzuklagen!! Es ist schlimm, sehr schlimm,wenn ein Rabbiner durch Reklame aller Art, die von Prahlereien und Ueberhebungen strotzen, seine Thätigkeit herausstreichen muß, noch schlimmer, wenn ein solcher Rabbiner in die Häuser geht und ehrliche Männer, wie ihre rechtlichen Geschäfte verdächtigt und dadurch für sein begründetes Fleischwaarengeschäst Propaganda macht. Trotz aller dieser Verläumdungen und Verdächtigungen werden wir uns nicht beirren lassen, ans unserm religiös sittlichen Wege auszuharren und die Bessergesinnten der Gemeinde, das hoffen wir bestimmt, werden uns ihr Vertrauen nicht entziehen. Die-!'^2 Fleischwaaren-Händler unter Aufsicht deS hiesigen Rabbinats. Zufällig kenne ich einige der hiesigen Fleischwaaren-Händler als ehrenwerthe Männer, und kann darum me und nimmer glauben, daß solches Machwerk von ihnen ausgehe. Entweder es haben einige im Namen Aller, ohne deren Wissen und Willen gehandelt, oder sollte vielleicht der gute Absatz der beiden unter Dr. Hildesheimer stehenden Handlungen auch jene so sehr außer Fassung gebracht haben, daß sie zu Lügen und zu Abgeschmacktheiten ihre Zuflucht zu nehmen sich bequemten! Ihr „stützt Euch auf Euer gutes Recht, das durch thalmudisches Gesetz begründet ist und von den verstorbenen Rabbinern Euch anvertraut worden." Wie! Haben diese y" ' Euch ewiges Privilegium gegeben, oder ertheilt der Talmud ein solches? Bei ihren Lebzelten habt Ihr ihr Vertrauen genossen: das mag sein; daS hört doch natürlich mit ihrem Tode auf! Und dieser Ansicht müßt Ihr auch gewesen sein, sonst hättet Ihr Euch nicht sofort nach des sel. Nosenstein Tod unter Aub stellen lassen, und würdet heute nicht unterzeichnen: „unter Aufsicht des hies. Rabbinats", was doch sicher nicht auf die Todten, sondern die Lebenden geht. Und wie! Euch unter Dr. H. zu stellen, haltet Ihr für eine Versündigung gegen das Andenken dieser frommen Männer; — aber unter Aub!!! Wohlweislich vermeidet Zhr es auch, Euren Kunden gegenüber, die ja ->rv2-Fleisch haben wollen, den Namen Aub's auch nur zu nennen. Nun kommen aber gar noch die schändlichsten Lügen. Es ist ganz natürlich und auch in der ganzen Welt Brauch, bei Begründung eines neuen Geschäftes hiervon in den Zeitungen Mittheilung zu machen und Cirkulare zu verschicken, und habt Ihr gewiß seiner Zeit Euch alle dieser „ Markschreierei" ebenfalls schuldig gemacht. Aber hat Dr, H. über Euch und Eure Fleischhandlungen je eir Wort fallen lassen? wo hat Euch Jemand „der Uebertretung der bestehenden gesetzlichen Vorschriften" angeklagt,'wo hat je Hr. Dr. Hildesheimer durch irgeni eine Reklame, durch Prahlerei oder Ueberhebung sein Thätigkeit herausgestrichen?! Nennet doch nur eii einziges HauS, in das Dr. H. gegangen wäre, v> „Eure rechtlichen Geschäfte zu verdächtigen"!! Welch Titel Ihr durch solche Lügen und Verläumdunge verdient, möge Euch Euer eigen Gewissen sagen, iwill Euch sogar entschuldigen: Mehrere Hunde Kunden, sogar einige große Restaurationen, wie d von Kassel u. A. auf einen Schlag zu verlieren, tvi sie nur unter Dr. Hildesheimer'6 Aussicht geschlachtet Fleisch haben wollen, kann Euch freilich mit große Hasse erfüllen und bekanntlich rnv^n rbpbpa nx Außerordentlich treffend erinnerte Dr. H. seinem, wie immer ungeheuer zahlreich besuchten V« trage am row an das Wort eines neueren Schri stellers, daß man seine Schriften nicht zu verbieten brau« sie würden ohnedies stark genug gelesen. Anch u fügte der Hr. Rabbiner hinzu, bedürfen nicht i ser unfreiwilligen Mitarbeiter, unsere Sache ist sich schon bekannt genug und gewinnt stets an i deutung. Und, — in seinem jüngsten Vortrage an"3 wandte er sehr hübsch die Stelle mix irvor6 „sie lauern aus Mittel ihn zn lobten", M

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