Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 49 (8.12.1869)
- Date
- 1869-12-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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948 -och," sprach er zu seinen Brüdern, „den Traum, den ich geträumt habe. — Wir banden Garben auf dem Felde, da richtete sich meine Garbe auf und blieb auch stehen, und nun umringten Euere Garben dieselbe und bückten sich vor meiner Garbe." — „Wie," sprachen die Brüder zu ihm, indem sie die Deutung als selbstverständlich nahmen, „derkst Du über uns als König zu regieren oder gar als Gewaltherr über uns zu herrschen?" — Es scheint fast, als ob die Brüder die ganze Erzählung von einem Traume nur für eine Vorspiegelung hielten; doch können sie auch geglaubt haben, daß derselbe siattgefunden, nahmen ihn aber als eine natürliche Folge des Dünkels und eitlen StrebenS des Träumers, wie es bei Claudian (praefatio ad VI. Consolatum Honorii) heißt: „Was im Sinnen des Tageö an Wünschen sich reget, Schenkt der freundliche Traum der schlummernden Brust," — und darum, heißt es weiter, haßten die Brüder ihn um so mehr über seine Träume und seine Gerede, wie sie ihm auch spöttisch den Namen „Träumer" beilegten (1. B. M. 37, 20.). — Joseph kommt indessen mit einem zweiten Traume und erzählt ihn dieseSmal nicht nur seinen Brüdern, sondern auch seinem Vater. „Ich habe einen Traum gehabt" spricht er, „Vvnne, Mond und elf Sterne bückten sich vor mir." — Da gab ihm der Vater einen Verweis, indem er sprach: „Was soll dieser Traum, den du geträumt? Sollen ich, deine Mutter und deine Brüder herantreten, um sich vor Dir zur Erde zu bücken?" — Der Vater that dieses wohl nur zur Beschwichtigung der Brüder, denn er selbst, sagt die Schrift weiter, achtete darauf. — „Deine Mutter", sagte Jacob, bemerken die Commentare, die Mutter Josephs, Rachel, war ja bereits gestorben! Doch mag es sich aus die Pflegemutter Bilha beziehen. Jndeß schließen die Rabbinen daraus, daß es keinen Traum ohne müsiiges und eitles Geschwätz, ohne Narrheit gebe, so wie es — mit Bezug auf die oben angeführte Stelle Jerem. 23, 28. - kein Getreide ohne Stroh gibt, und daß ein Traum, wenn er sich auch bestätigt, nie sich ganz bestätige. — (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN, Im Vertage von M. Poppelauer's Buchhandlung in Berlin, Neue Friedrichsstraße Nr. 61 ist soeben erschienen: •»w hm Großes Tableau II. in schönster Ausstattung enthaltend 22 Porträts nach den besten Originalen, u. A. die Porträts von den Rabbinern, Callimani in Venedig. Salon». Eger in Posen, Oettinger in Berlin, Salon». Hirsche! in London, Rapoport in Prag, ChayeS in Zolkiew und Kalisch. Ettlinger in Altona rc. rc. gr. Royal-Format. Preis 1 Thlr. 15 Sgr. chines 2 Thlr. /Ein junger Cantor, 22 Jahre alt, von ausgezeich- ^2neter Stimme und Vortragöbegabung, sowohl in älterer wie neuerer Gesangsweise meisterhafte Tüchtigkeit besitzend, der zugleich ein theoretisch und practisch bewährter Schochet (vnuv) ist, wünscht Anstellung (am liebsten) in einer Gemeinde, wo ihm Gelegenheit zu musikalischer Ausbildung geboten wird. Nähere Auskunft ertheilt gern Oberrabbiner Landsberg. Nicolai (Oberschlesien). j Soeben erschien in neuer Auflage und ist durch! alle Buchhandlungen zu beziehen:! D’nsfr pno , praktische Aufgaben zum Gebrauche beim'Unterricht in der hebräischen Sprache von I. M. Ja pH et (mit Vokabularium zum ersten Buch Moses. Erste Abtheilung. Preis 7 Sgr. oder 24 kr. Ferner erschien, soeben: mS-p ’-cn von Sal. Geiger. 12. Heft. Preis 8V2 Sq?c. oder 30 kr. 1 Frankfurt a. M., im December 1869. J J. Kaul'manii’sctae Buchhandiurig. Cgiir ein Knaben-Institut wird unter sehr vort^eil- %j haften Bedingungen ein tüchtiger Lehrer (Eonfe ssion gleichgültig) besonders für kausmännisches Rechnem und Handelswissenschaften zu engagiren gesucht. Offerten unter Hinzufügung von Zeugnissen nimmt entgegen Director Dr. Joel» in Pfungstadt bei Darmstadt. E .in kräftiger Junge von guter Erziehung Israel. Religion), der die Eisenhandlung erlernen will, kann in einem solchen Geschäfte einer bedeutenden Stadt ausgenommen werden. Wo? sagt die Expedition 8ud. Nr. 1389,,,