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Der Israelit · 1869-12-08 · Heft 49 (8.12.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 49 (8.12.1869)
Date
1869-12-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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936 nach namentlich dahin zu wirken, daß die fämmtlichen bereits bestehenden oder noch in'8 Leben tretenden Comito's — seien sie nun von der Alliance israel. oder vom Leipziger Gemeindetaqe angeregt — sich beh >fs einer einheitlichen Verwendung der eingegangenen Gelder um einm gemeinsamen Mittelpunkt grupjnrsn, wie er in unserm Comito naturgemäß gegeben ist. Wir hegen, auf die seitherige Erfahrung gestützt, die feste Ü berzeugung, daß, wie die g'sammte jüdische Presse überhaupt, so auch das unter Ihrer Leitung stehende Blatt, das sich bisher mit so v eler Warme und Hingebung dieser Angelegenheit gewidmet und die destnitioe Organisirung des Hilfswerkö jeder Zeit so dringlich befürwortet hat, nun, nachdem dies erste Ziel erreicht, auch weiter mit seinem ganzen Einflüsse für die Sache einstehen und in dem ob?n angedeuteten Sinne nach Kräften wirken wird. — Noch fühlen wir uns, angesichts der glänzenden Erfolge, welche die seitber in Ihrcm Blatte vei öffentsichten Spendenlisten aufzuweifen haben, veranlaßt, Ew. Hochwürden zu bitten, auch nach dieser Seite hin, das gemeinsame Werk ferner zu fördern und zu unterstützen. Wir werden nicht verfehlen, Ihrer Zeitung regelmäßige Berichte über den Verlauf unserer Thätigkeit zur Veröffentlichung zugehenzu lassmund bitten, unser heutiges Schreiben als den ersten derselben b.trachten zu wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung zeichnen wir: das Haupt-Grenzcomitö W. IS. Gabriel, I>r. Bamberger, ' Vorsitzender. Schriftführer. Verzeichniß der ComM-Mitglieder: ©/ 1. Dr. Kofch, Vorsitzender. l 2. Bankdrr.ctor Gabriel, Stellvertreter. ) 3. Rabbiner Dr. Bamberger, Schriftführer. D» > 4. Dr. med. Graf, Stellvertreter. / 5. Kaufmann S. Feinberg, Cassirer. ss \ 6. Kaufmann T. Knrnowsly, Stellvertreter. 7. Kaufmann M. Becker. 8. Kaufmann I. Daniel. 9. Dr. med. Friedländer. 10. Kaufmann A. Hiller. 11. Professor Dr. med. H. Jacobson. 12. Dr. med Samuelsohn. 13. Geheimer Commerz.-Rath M. Simon. 14. Prediger Dr. RÜlf in Memel. 15. Redacteur Silbermann in Lyck. Wir haben für den Augenblick zu dem Vorstehenden Nichts hinzuzufügen. Die Sache spricht so außerordentlich für sich selbst, daß sie unserer Empfehlung nicht weiter bedarf Wenn das löbliche Comitö zu Königsberg mit Energie, Umsicht und vor allen Dingen mit Liebe zu Werke gehen, w"nn es sich hüten wird, in die religiöse Ueberzeugung der westrussischen Juden einzugreifen, so wird es gewiß Ersprießliches leisten, und an reichlichem Zufluß von Spenden wird es nicht fehlen. Wir unsererseits sind gern bereit, nach der letz'er<m Seite hin thatkräftig mitzuwirken, Spenden in Empfang zu nehmen und dieselben weiter zu befördern. Möge der allgütige Gott zu gedeihlichen Erfolgen verhelfen. Jüdische Meraturdriefe. Von Dr. Gustav Karpeles. m Wenn ich meine literarischen Plaudereien solange ausgesetzt Hab?, so wollen Sie, werther Freund, das nicht als meine Schuld anfehen. Der Wechsel meines Wohnortes, der Abschied von den herrlichen Bergen meiner theuren Heimath, und noch vieles, vieles Andere, haben in unserem Briefwechsel eine kleine Unterbrechung verursacht. Sie erhalten also diesen Brief aus -der Metropole der Intelligenz — und der Zündnadel! Fürchten Sie jedoch nicht, daß die düstere Mauerstaupe (?) der Berliner Intelligenz auf meine freie Anschauung der Dinge irgend einen Einfluß üben, und unseren Betrachtungen über die jüdische Literatur daS Gepräge jener überreizten, düsteren und wenig lebensfrohen Anschauung geben wird, die hier in Berlin Mode geworden ist, freilich in Bezug auf jüdische Anschauung nur in den Kreisen Mode geworden ist, denen eben alles Mode geworden ist, Crinollnen, Schnurbärte, — und Gottesdienst u. s. w. Ich habe diese oratio pro domo vorangchen lassen müssen, damit Sie nicht etwa mein heutiges Schreiben als ein Produkt jenes äußer'ichen Wechsels, dessen Einwirkungen freilich Ied r unterworfen ist, ansehen, umsomehr, da der Autor, dessen Geistesschöpfung wir heute besprechen wollen, mein Freund ist, und ich eben weil mir die Sache höher steht, als alles Uebrige, als alle Rückncht und Vorsicht, gerade seine Geistesschöpfung entschieden verdammen muß. Es ist das Herr Dr. Ignatz Friedlieber und sein Buch: „Photographien aus dem ungarisch-israelitischen Congresse." (Wien 1869. Herzfeld und Bauer.) Ein bekannter deutscher Kritiker hatte die Gewohnheit, in seinen sonst gediegenen Recenstonen bei der Recension des Titelblattes und der äußerlichen Ausstattung, sowie der Vorrede rc. sich solange aufzu-

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