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Der Israelit · 1869-12-01 · Heft 48 (1.12.1869) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 48 (1.12.1869)
Date
1869-12-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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wollen wir uns denn des heutigen Tages freuen! Sind wir doch die Nackfolger jener edlen Männer, der Gründer unserer joun, und gerne bereit, das Gebäude immer weiter auszubauen, wozu sie das Fundament gelegt. Und was die Gegenwart versäumen möchte, das wollen wir vertrauensvoll der Zukunft anheimgeben!" Hierauf brachte Redner ein Hoch auf die Zukunft das Gedeihen und die Fortentwicklung der ionn, in das die Versammlung mit Begeisterung einstimmte. (In Parenthese will ich mir die Bemerkung erlauben, daß Herr S. Marks, noch ein junge Mann, sich hier die allgemeine Hochachtung durch seine strenge Religiosität, die er namentlich in den Jahren, als er noch Geschäftsreisender war, in musterhafter Weise bethätigtc, erworben hat und auch mit demEhrenamte eines Repräsentanten der Gemeinde betraut ist.) Das im Festsaale verzierte Portrait zweier Fundaj toren der tnan bot deren anwesendem Enkel, dem! als humoristischen Redner bekannten Herrn Jonas! Ochse Veranlassung, der Verwaltung und zumal Herrn Marks seinen und aller Mitglieder Tank Ausdruck zu verleihen, und bedauerte er nur, daß ein sehr verdientes Mitglied, welches eine Reibe von Jahren dem Vereine als Präses vorgcstanden, Herr S. Mayer, durch Unwohlsein verhindert werde, das Jubiläum mitzufeiern. Herr Nathan Keller trug sodann e;u vo-i chm verfaßtes hebr. Festcarmen vor, welches sich von Seilen der Kenner vollen Beifalls erfreute. Den Glanzpunkt des Abends bildete der Toast, in welchem sich Herr vr. Schwarz in wahrhaft gefühlvoller und glühender Beredtfamkeit über jüdisches -iDn nb’Dj aus sprach. Er wies nach, wie in der ganzen Leidens- und Läuternngsgeschichte unseres , Volkes gerade diese, der geistigen Qualitäten schönste; und göttlichste, zeitigen sollte und mußte; wie diese j Nationaltugend das unzertrennliche Band bilde, um : die durch jüdischen Scharfsinn und jüdische Kritik entstandenen divergirenden Elemente auf religiösem Gebiete zu vereinen — wobei er freudig h^rvorhob, daß die hiesige Gemeinde bisher von dem zerklüftendem! Parteigeiste verschont blieb — und daß dieses Herr-! liche Diadem aus unserem Haupte auch heute noch i strahle, bezeugen eben die Fortschritte, welche der Verein erzielte, indem aus seinen unbedeutenden Anfängen durch den Hochsinn der Gebrüder Eltzbacher ein jüdisches Krankenhaus errichtet wurde, die Gemeinde ferner - eine über bedevtende Summen verfügende Armenver-! waltung besitze, daß der geweihte Ort, wo unsere gei liebten Tvdten ruhen, zu einem viel würdigren, als j ehedem, sich gestaltet habe und daß auch für min niv^n | eine Stätte hier gegründet worden ist.! Sofort erhob sich nun der erste Vorsteher der i Synagog-m Gemeinde, Herr S. M. Frank, pries un- | tu dem jubelnden Zuruf der Festgencsscu die großen Verdienste des elochuenten Vorredners und wünschte, anspielend aus den Text der Festrede — daß diese > unsere alle Dunkel „in der Gemeinde" verscheuchende j mi:c zum Hei! und Segen und zur harmonischen j Entfaltung derselbe noch lange die Strahlen' der I Gottes-Erkennttiß und Frömmigkeit in die empfängj lichrn Herzen senden möge. — Der Vorsitzende sprach > sich rühmend über die warmen Worte aus, womit! der Herr Vorredner den Gesinnungen sämmtlicher Anwesenden Ausdruck gegeben und machte unter allgemeiner Zustimmung aus die verdienstlichen Leistungen des Herrn Frank für das Gemeindewohl aufmerksam. Herr Louis Elttzbacher dankte dem Verein für die heute empfangene Gabe von 200 Thlrn., welche dieser dem jüdischen Asyl zugewiesen habe. — Und nun folgte eine freudige Ueberraschung, indem Herr Jakob de Zeuge, Mitglte' der Gemeinde Verwalt rng in einer sehr entbusiasiischen Ansprachaustorderte, den Festtag auch durch eir.e Thai zu verewigen. Er wünsche, daß ein südisck'.o Waisenhaus gestiftet werde und er bestimme die Summvon 1000 Thalern für diesen Zweck. T:e Versammlung votirte sofort Herrn de Zonge ihren tiefgefühlten Dank, und nachdem auch von mehreren Seiten dessen Antrag durch freiwillige Beiträge unterstütz! worden ist, konnte es keinem Zweise mehr rnurltegrn, dcß da- Jubiläum den Geburtstag einer neuen wollthatigrn Stiftung erzeugt hatte. Unterdessen ging dac Mahl seinem Ende entgegen, der Cantor sang das n^cn *vkt, der Rabbiner sprach das picn nr: und nachdem auch das snj/a im Festsaale gebetet wurde, dauerte noch bis nach Mitternacht die gcmüthliche und ftkhliche Unterhaltung der Festgenossen. Wir zählen die verlebten Stunden zu den schönsten unseres Privat- und Gemeindelebens. L. Verantwortliche Redaction: Dr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'sch-n Hofbuchhandlung. — Dampf--Schnellprefsendruck. von I. Gottsleben in Mainz.

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