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Der Israelit · 1869-12-01 · Heft 48 (1.12.1869) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 48 (1.12.1869)
Date
1869-12-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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X. Jahrgang. Extra Beilagr zu Rr. 48 des tzin Jubiläum. (Durch Zufall verspätet.) Köln, den 25. Oct. 1869. In unserer Gemeinde wurde gestern ein Fest mit solch edler Begeisterung und so einmüthig gefeiert, daß Ihr weitverbreitetes Blatt, der „Israelit*, das wahrhaft religiöse Momente aus der Zeitgeschichte unserer Glaubensgenossen so gern registrirt, die Nachkläuge diests Festes wohl hinaustragen darf in die Wohnungen Israels, ihnen die Kunde unserer genossenen Freude ,tsö rncE' zu übermitteln. — Schon Tage zuvor, in der Sabbath-Predigt, in welcher unser verehrter Herr Rabbiner die sittliche Macht uachahrmmgSkmdig-r Beispiele schilderte — wobei er in geschickt»r We-se die jüngste Thätigkeit der Alliance Isr. Univ. in der zu Berlin abgehalteuen ilnd von ihrr aiststirten Generalversammlung einzuflechten verstand — machte er seine Zuhörer darauf aufmerksam, daß die Mitglieder der C’ion ech'La «oin am andern Tage das 50jährige Jubiläum des Vereins festlich begehen um zu diesem Bel ufe einen besonderen Gottesdienst in der Synagoge um 11 Uhr Morgens abhalreii werden; eine allgemeine' Betheiligung an demselben erschiene um so wünschenswerther, als cs gelte, der Namen frommer und gottessürchtiger Männer, die zugleich die Gründer dieser Eem-mde waren, einen Trckut darkbürer Er nnerung ru n?eihen. So war denn auch gestern zur festgesetzten Stunde die Synagoge in allen ihren Räumen gefüllt. Der Chor sang das nc, der Cantor reeitirte darauf mit der Gemeinde achtzehn, der Feier angemessene Psalmen, und nachdem der Chor das an gestimmt, betrat Herr Dr. Schwarz den Predigtßuhl, um die Festrede zu halten. Zum Texte nahm er zwei Verse aus der Üaxsttora Wajera: rcn »np drmfrx v'n 'd vjnB nj run ns?’«-icxm ctff 'd n:L'p -"p rvby to nipyj “von -*aiy ncttf -td1 U’P« 1*03 muc; kd:h jr6»i nee. Die Sunnamit (an einer andern Stelle Sulamith, die Fricdcnsreiche genannt) ist ihm das Symbol des auf dem Höhepunkte aller Humanität sich befindenden Iudcnthums, welches sich dem Einwirken des Idealen und Göttlichen nie verschließt, wohl aber bereitwilligst öffnet. Mitten im socialen Leben zeigt es die Errungenschaften seiner gottgeoffenbartenThora-Erkenntniß, welche es lehrt, msll nur das Verhältnis des Menschen zu Gott, sondern auch und zwar zuvördecst das Menschliche in den Bereich seiner Wirksamkeit zu stellen. Darum gehörte zu allen ZeiEi, die Handhabung der Krankenpflege (.los) und des Armenwesens ftn^), die Treue und Hochachtung gegen di? Tobten (kdd) und die gegen das Ewiglebende und Allerleuchtende (miJD) zu den Postulaten einer echt jüdischen Gemeinde. Indem der Redner nun durch die ursprünglichen Statuten des Vereins nachwies, wie die Gründer der u^"p"n schon vor 50 Jabren alle diese vier Elemente scharf in's Auge faßten und dadurch in der That das Fundamt t zur blüthenreichen Entwickelung gelegt haben, und nachdem er die äußerst segensreiche Thätigkeit deS Vereins an seiner halbyuudertjährigen Geschichte klar darlegte, schloß er, sichtlich ergriffen, mit dem Wunsche, daß hier fort und fort das Interesse für die vier Cardin al-Punkte aufrecht erhalten werde, seinen Vortrag und hielt sodann für die verstorbenen Mitglieder daS Gebet djdj nn\jo. Ihm folgte oas nnJö und alsdann schloß mit einem d"w-Gesang gegen 1 Uhr die allen Anwesenden unvergeßlich bleibende Feier deS Tages. Der zweite Theil des Festprogramms nahm seinen Anfang mit dem Dimr, welches gegen drei Uhr in dem geschmückten Saale der Harmonia die Mitglieder der frommen Bruderschaft — es waren gegen hundert erschienen — erwartete. In Wahrheit, einer solchen Tafelrunde haben wir noch niemals assistirt. Ich denke dabei nickt n das herrliche Mahl, an die feinen Weine, an die klassische Musik und köstlichen Blumen und Früchte, nein, ich denke an die gehobene Stimmung und an die zündenden Worte, die hier gesprochen wurden. — Der Vorsitzende Vorsteher des Vereins, Herr Samuel (Sinai) Marks begrüßte zuvörderst die Versammlung in einer passenden und wohlgefügten Anrede. Einen statistischen Ueberblick über die Entstehung und den Fortschritt, über die Leistungen und die Mittel des Vereins und deren wiederholt revidirten Statuten gebend, forderte er die Versammlung auf, durch Erheben von ihren Sitzen das Andenken der Gründer zu ehren, und fuhr dann fort: „Nachdem wir also der Vergangenheit gedacht, wollen wir jetzt der Gegenwart unfern Trikut bringen und deßhalb sind wir hier vereint. So

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