Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1869)
- Date
- 1869-11-24
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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kommen hat, fallen unter einen andern Gesichtspunkt, nämlich ob auf gewöhnliche oder ungewöhnliche Weife, oder ober auch ob mittelbar oder unmittelbar auSgeführt. Gewöhnliche Weife und unmittelbar ausgeführt, fallen in die Kategorie des ipiv, verlangen also ganzen Schadenersatz, ungewöhnliche Weise und mittelbar auSgeführt fallen in die Kategorie des VN, verlangen also halben Schadenersatz, unbekümmert darum wie oft oder wie selten das Thier aus die betreffende Weise Schaden verursacht hat; jedoch wird das Ungewöhnliche nach dreimaliger Wiederholung als gewöhnlich angesehen. (Dgl. unter anderm Mischnah B. Kama 1, 4. II, 1.) Wenn nun also Herr F. sagt, daß ein Schaden, der durch das Hüpfen eines Hahnes verursacht wird, nicht als Schädigung angesehen werden könne, — selbst nicht nach dreimaliger Wiederholung, weil dies der gewöhnliche Gang des Hahnes fei, so ist das geradezu Unsinn und falsch, eben weil das Hüpfen das Gewöhnliche ist, so ist ein durch dasselbe zugesügter Schaden (z. B. Zerbrechen von Gläsern u. s. w.) gewiß ein solcher, der vollständig ersetzt werden muß, selbst wenn das Thier zum ersten Mal auf diese Weise den Schaden verursacht hat. Daß aber dieses in Wirklichkeit der Fall ist, ergibt sich aus der betreffenden Gemarastelle. Die Stelle, die B. anzugeben, unterlassen hat, ist B. Kama f. 17 b.: mb Yo oi-rn ijno i"n ipiv w« Dm) 'oi rrm dvph d. h. „Wenn ein Huhn durch Hüpfen einen Schaden anrichtet, so ist es nicht als lyia anzusehen (der Eigenthümer braucht nickt den ganzen Schaden zu ersetzen), Einige aber meinen, es sei als -jyiD zu beurtheilen. Hierauf wird bemekrt: Wie kann eS dir einfallen DTrn nicht als lyic betrachten zu wollen (wozu Raschi: es ist doch die gewöhnliche Art und Weise, wie das Huhu geht)? Das also kann nicht fraglich sein, fraglich aber, wenn das Thier durch ditd nicht direct sondern indirect schadet, indem nämlich ein Gefäß durch ditd fortgerollt wird und erst im Fortrollen zerbrochen geht. — So Herr Fischer ist es und nicht anders. Wir rathen Ihnen erst Gemara zu studiren, ehe Sie von der ignorantia Anderer sprechen. Auf derselben Seite sieht sich Herr F. abermals veranlaßt, B. gegen die libdinem omnia vituperandi in Schutz zu nehmen (not. 17.); er bat sich damit in eine gefährliche und besondere Vorsicht erheischende Stellung gebracht. Denn wenn Herr F. so rigoros ist, eine Bemerkung hinzusetzen, wo man in die Versuchung kommen könnte, B. eines Fehlers zu zeihen, indem ein nicht ganz präciser Ausdruck den Leser glauben machen könnte, das B. sich geirrt habe: so sieht man doch daraus deutlich, daß F. nicht gedankenlos die alte Ausgabe des B.'schen Werkes abgedruckt, sondern die Sätze vorher sorgfältig durchgelesen hat. Da muß es aber doch wahrhaftig Bedenken erregen, wenn wir alsdann sehen, wie F. auf derselben Seite einen greben Schnitzer ohne eine Bemerkung paffiren läßt. Will Herr F. die Fehler in Sieu bemänteln? Damit wäre aber den Lesern und Studirenden ein höchst schlechter Dienst geleistet; die Rücksicht gegen das Publikum, das sich gern gründlich belehren möchte und deßhalb eine bedeutende Ausgabe, sich ein größeres Werk onzuschaffen, nicht scheut, müßte doch die ungerechtfertigte Rücksicht, Buxtorf durchaus fehlerfrei sein zu lassen, bei Weitem überwiegen; — oder ist Herr F. von seinem talmudischen Wissen zuweilen in Stich gelassen worden? 8. v. 1171 (S. 306.) sucht B. nämlich die Formel pnn zu erklären; zu dem Zweck führt er die am Schluß vieler Tractate stehende Formel folgendermaßen an: ->dk' «roDon no^n in« pan Kamp naoo i?y nm n-arn oern miya nrot£6 ni 'oi rolN und übersetzt: oanetne diecipuluo Rabbinorum, absoluto tractatu hoc, die sequentia, quae Deo Opt. Max. adjuvante, remedium erant contra oblivionem etc. Also pan «»Op ist „der heilige Schüler der Rabbiner" und dieser heilige Schüler soll nach Abschluß eines TractateS so und so sagen. Nun, das ist dock wirklich ein nicht geringer Fehler, das pan Ktenp als subject zu ivn' auszufassen, ein Fehler, durch den sich zwar nicht der verdiente Buxlorf, wohl aber der den Schnitzer mit Schweige« übergehende neuere Herausgeber Fischer lächerlich macht. Das pan «Bnp ist weiter nichts als eine Anmerkung, d. h. hier wird das Kaddisch gesagt, davon den Gesetzeslehrern nach einem Vortrag aus den talmudischen Schriften gebetet wird; der zusammenhängende Satz hingegen beginnt erst mit den Worten rivdv.i in«. 8. v. Ofi (S. 311.) übers. B. die häufig verkommende Phrase or6 n'ntn ttrwn nunc vero posteaquam devinißti huc, indem er hinzufügt, daß das dasselbe wie 6or6 zu sein, scheine. Dies ist jedoch nicht richtig, das orh hat die ihm eigene Bedeutung von „so" beibehalten, und die betr. Phrase ist zu übersetzen: jetzt da du zu Solchem (d. h. zu solchem Schluß, zu solcher Erklärung) gekommen bist. (Fortsetzung folgt.) Verantwortliche Redaction: Dr. Lehman». — Verlag der Le Roux'ichen Hofbuchhandlunx. — Dampf-Schnellpresiendruck vou GotcSleben in Mairy.