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Der Israelit · 1869-11-03 · Heft 44 (3.11.1869) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 44 (3.11.1869)
Date
1869-11-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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849 Mörder zum Tode verurtheilen. Anfangs glaubte man, die Negierung würde zaudern, das Urtheil vollstrecken zu lassen, und wirklich gab es Gründe, die gegen die Vollziehung desselben stimmten, allein Raschid Pascha wollte ein Beispiel ftatuiren, damit die Muselmänner wüßten, daß man einen Juden nicht ungestraft tödten dürfe. Donnerstag den 30. früh Morgens ließ der Generalgouverneur den Schuldigen aufknüpfen und zwar mitten auf dem Markte. Freilich waren und find die Muselmänner sehr erbost darüber, daß einer der ihrigen eine- Juden halber die höchste Strafe zu erleiden hatte. Die Israeliten fürchteten einen Aufstand der Muselmänner. ES ist dies leider der 4. Jude, welcher in dieser Provinz seit drei Monaten getödtet wurde. Einer derselben, ein armer Hausirer wurde in dem Gebirge, dein Wohnsitz der Drusen erschlagen. Erst nachdem man ihn 40 Tage lang vermißt hatte, konnte man seine Gebeine auf offnem Felde auffinden. Zwei andre Hausirer wurden auf dem Heimwege von einem benachbarten Dorfe von einem Perser überfallen; der eine erhalt einen tödtlichen Schlag und erlag demselben nach schmerzlichem zwanzigtägigem Krankenlager; der zweite, welcher zwar den Händen des Räubers entkommen war, fiel jedoch auf's Krankenbett; die Furcht und der Schrecken zogen ihm ein gefährliches Fieber zu, welches nach drei Monaten den Tod oes Unglücklichen herbeiführtc. Die jüngste Mordtbar ist jedoch die frechste und gräßlichste, am Hellen Tage nach gelegter Schlinge, mitten in der Stadt zu ermorden, das wurde noch selten hier gehört. Möge der Hüter Israels sein Volk vor weiterem Unglück bewahren und wachen über die Zerstreuten seiner Heerde. Ben David. Damaskus, 6. October. Herr Netter, Mitglied der Alliance, verweilte diese Woche bei uns, um von dem hiesigen Generalgouverneur die Verleihung eines Grundstückes zn erlangen. Raschid Pascha empfing Herrn Netter mit besonderer Zuvorkommenheit, und sagte demselben Alles zu, was die Alliance verlangt hatte. Ueberhaupt fand das Project des H. Netter großen Beifall bei unsrem ebenso gebildeten als edlen Generalgouverneur, dessen ganzes Wohlwollen den Juden gesichert ist. Es wäre zu wünschen, daß die Türkei viele Beamten hatte, die Raschid Pascha ähnlich seien. B. D. Palästina. □ Vom Professor Wilhelm Antsn Ncumann, Pater des Ciftercienser - Kloster bei Wien, wird zur Bereicherung der Palästina-Literatur der Bericht einer Rundreise erscheinen, welche der Gelehrte von Beirut, über Damascus, nach Chasbeya (ihn in) BaniaS (non «ob), Kalaat esch-Schakif, Safed (noin) Skafieh Fiek, Semach am (nuu D’) Liberias (n'i^o) Iben Maon Uzeir, Rümeh, El Bakkeiah, TvruS (-ns) Saida — (nm pTS) — jetzt wichtig durch den Suez-Canal, und Oer el Karner, gemacht hat. Die Reise dauerte 15 Tage. □ Jerusalem, im T-schri. Rach der Abreise des Prinzen Otto von Baiern, ist der Herzog, Prinz Amadeus von Italien, mit großem Gefolge hier eingetroffen und mit großem Gepränge empfangen worden. Nachdem er ein italienisches Spital für alle Glanbensbekenntniffe gegründet, reiste er wieder ab. Es werden aber noch andere hohe Besuche erwartet , nämlich Se. Mas. der Kaiser von O e st - reich. Man vernimmt darüber aus der „Presse" bereits Näheres, dahin lautcnb: Der Kaiser tritt am 24. October die Reise von Wien nach dem Orient an. Von Constantinopel, wo er sich sechs Tage aufhalten wird, geht Se. Maj. mit der Kaiserin der Franzosen und dem Sultan, begleitet von einem österreichisch - französisch - türkischen Geschwader nach Jaffa und I er nsalem, sodann über Jaffa zurück nach dem <->uezkanal, dessen diesseitiger Hafen bekanntlich Dort Said (iH’s) ist, und daher bestimmt zu 'xiir Pitt gehört. (Nach den neuesten Mittheilungen der französischen Presse jeooch, kommt die Kaiserin der Franzosen nicht nach PLlästina.) Afrika. Alexandrien. Herr Lazzaro Vivante und Herr Cesare Earpc, Richter am ital. Tribunal in Alexandrien wurden zu Rittern der ital. Kvone ernannt. A m e r i k a. 9kew-Nvrk. Im Staate Ohio existirt eine Versicherungsgeseüfchast, deren Vorstand sehr antijüdisch gesinnt zu sein scheint. Herr K. Kriegshaber, Agent dieser Gesellschaft für Lomsville, schickte längst an den Vorstand mehrere Policen mit den Prämien, worauf eine derselben mit folgender Bemerkung zurückgewiesen wurde: „Nr. 103 fürchten wir ist ein Jude. Wenn dem so ist, so ist am Besten, ihn nicht aufzunehmen, obgleich er gut und als begütert bekannt ist."

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