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Der Israelit · 1869-10-27 · Heft 43 (27.10.1869) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 43 (27.10.1869)
Date
1869-10-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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925 festigkeit zur Nachahmung angeeifert die Fahne der Thora, die Fahne des echten, unverfälschten und unverkürzten Glaubens hinaustragen werden in die ganze Welt. Der Sieg ist unser, die Zukunft gehört uns -inx -rna 'vr *onn ovo □ München, 8. Oct. (Statistisches). Nach den neuesten statistischen Ermittlungen über die Eonfessionen in Preußen, zählte man vor der Annexion 262,000 Israeliten. Jetzt trifft je 1 Jude auf 73 Einwohner. Berlin allein zählt 25,000, oder den zehnten Theil der Israeliten im Preußischen Staate. q Männchen, 12. Oktober. Wie wir richtig vorausgesehen, und dies in diesem Blatte auch ausgesprochen, daß die soeben aufgelöste, bayerische Kammer der Abgeordneten nicht von langem Bestände sein könne, vermöge ihrer Zusammensetzung, so ist es eingetroffen. Wir können daher unsere wahlberechtigten jüdischen Leser in Bayern nur auffordern, von ihrem Rechte den freiesten Gebrauch zu machen, und Glaubensgenossen in die Kammer zu wählen, welche unsere Interessen besser vertreten, als dies bisher geschehen. Aus Bayern. Zu welchen Verkehrtheiten das von Neuerungssüchtigen aus Nachäfferei, wie Herr Di-. Hirschfeld in seiner trefflichen Abhandlung über die jüdische Ehe in diesen geschätzten Blättern' richtig bemerkt, eingeführte Wechseln der Ringe Veranlassung gibt, erfuhren wnkürzlich bei Vornahme einer Trauung. Als wir nämlich bei dem Bräutigame Erkundigungen nach dem Traurige einzogen, erhielten wir zur Antwort, daß er sich denselben von seiner Braut werde geben lassen, indem in seiner Heimath Sitte sei, am Verlobungstage Ringe zu wechseln, und mit denselben Ringen auch die eheliche Verbindung zu schließen. Er wollte also seine Gattin eignen durch einen Gegenstand, der nicht ihm gehörte, sondern bereits früher das Eigenthum der Braut geworden. Wir machten ihm begreiflich, daß dies bei uns nildt „Sitte" sei, und veranlaßten ihn, noch kurz vor der Trauung einen pümp njoo zu kaufen. Wir wollen durch diese Mittheilung besonders jüngere College» darauf aufmerksam machen, wie nothwendig eine sorgfältige Erkundigung hinsichtlich des Trauringes ist. Auch halten wir es für zweckdienlich, den, der betreffenden duh unkundigen Lesern des „Israelit" zu bemerken, daß der Trauring völliges Eigenthum des Bräutigams fein muß, daß er deßhalb vor der Trauung bezahlt und nicht auf Rechnung gestellt, und daß er auch nicht vor der Trauung der Braut zur Aufbewahrung gegeben werden soll. . .n-rnQ'riO Berlin. Den jüdischen Gefangenen in Preu- "feen in den zum Ressort des Ministers des Innern ' 'gehörigen Strafanstalten war es in Folge einer früheren Verfügung des Ministers des Innern gestattet, an den vier hohen Festtagen am Peßach, sowie an zwei Tagen deö jüdischen Neujahrs und an dem Versöhnungstage von der Arbeit befreit zu sein und diese Tage als Festtage auch in religiöser Beziehung begehen zu dürfen Neuerdings ist, der „N. A. Z." zufolge, eine weitere Verfügung aus dem Departement des Innern ergangen. wonach von jetzt ab außer den obgenannten noch folgende Tage: Purim 1 Tag , Wochenfest 2 Tage und Laubhüttenfeft 4 Tage, im Ganzen also künftighin 14 Tage von den jüdischen Gefangenen gefeiert werden dürfen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 18. October. Gestern Vormittags fand die feierliche Eröffnung der durch eine letzwillige Anordnung des im Jahre 1857 verstorbenen Herrn Leopold Ditmar-Königsberg gegründeten Erziehungsanstalt für arme israelitische Mädchen statt. Die hiesige Cultusgemeinde war durch die Herren Königs wart er, Kuranda und 'Schlesinger, die Commune durch den Bürgermeister vr. Felder und die beiden Vice-BürgermAster Khunn und Newald und die Regierung durch den Seetionsrath des Unterrichtsministeriums Glaser, und den Polizei-Direktor Hofrath Strobach vertreten. Außer den genannten Herren hatten sich zahlreiche Angehörige der israelitischen Gemeinde eingefunoen. Die Feierlichkeit wurde durch ein vom Sängerchor unter der Leitung des Professor Sulzer > vorgetragenes Lied eröffnet, worauf der Obmann des Curatorimns die Festrede hielt. Nach dieser sprach der Prediger 0r. Jellinek, dessen Rede wir die folgenden Stellen entnehmen: „Eine Frucht der Humanität", sagte der Redner, „ist auch die Emancrpation des weiblichen Geschlechtes. Heute genügen die mütterlichen Traditionen nicht mehr zur Ausbildung der Töchter, um ihnen jene Bildung, jene geistige Selbstständigkeit zu geben, die ihnen das Erfassen eines ernsten Berufes möglich macht. DaS Vorurtheil, daß die Frauen in der jüdischen Nation eine untergeordnete Stellung einnehmen, ist ein unrichtiges, und die jüdische Geschichte zeigt, daß stets die Frauen in dem Staatenteben der Juden eine hervorragende Rolle gespielt, wie Judith, Deborah, die Mutter der Makkabäer u. s. w. Der Talmud spricht sogar den Frauen größeren Scharfsinn und schnellere Auffaffungsgabe zu, als dem männlichen Geschlechte, und im Mittelaller haben sich jüdische Frauen als Schriftstellerinnen und Aerzte hervorgethan". Redner bespricht sodann dis jüdische Religion , die er als die Religion des fortschreitenden menschlichen Geistes bezeichnet. „Der Stifter dieses Institutes", schloß Prediger Jellinek, „hat das Wort der Bibel verwirklicht, welches sagt, daß Jeder durch Monumente

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