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Der Israelit · 1869-09-29 · Heft 39 (29.9.1869) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 39 (29.9.1869)
Date
1869-09-29
Page
– (sequence 18)
Language
German
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766 nachdem man durch gründliches Talmudstudium, einen klaren, festen Standpunkt gewonnen. Freilich gab es auch einige Einzelne, welche aus oberflächlicher Kenntnis; des kabbal. Systems, unklare Ansichten, mitunter ganz Fremdartiges — als: die Methempsychosis, v'da-a, Lehre von der Seelenwanderung — mitaufnahmen, ja ein nno'-i della Corte verfiel sogar in den pantheisiischen Jrrthum von der Uranfänglichkeit der Sesirot Ihn perhorrescirt und widerlegt schon R. Moscheh Cordovero in mehreren eigens dazu geschriebenen Capiteln seines „Pardes." Ebenso R. Menacbem Asarja di Fano im i'Oin nbs der solche nicht anders als: die unreifen Schüler pny bj wnw iönsf DH’D^n nennt, und sie ebenfalls widerlegt. Er selbst aber sagt 'k -lytsr p di «im 'm micsty^ ml? pki m« ntyn» n‘3pnp p’opj d'L-r.-,'? inorn mH mci »arjyDi ioipd itjpd .nn’&Dn Es wird aber auch sicherlich Niemandem in den Sinn kommen, sich aus solchen Werken von D'^i'vdn D3"is P ml'üv xbw oder überhaupt aus nicht systematisch geordneten Werken, über Kabbala unterrichten zu wollen, vielmehr wird inan einzig und allein — nach Benutzung des Elemeutar-Werkchens miN nyisr von R. Joseph Chiquitolla, um die kabbalistische Terminologie kennen zn lernen — sich an die systematisch geordneten, in diesem Fache, classischen Werke des Cordovero und dcS N. Menachem Asarja di Fano, halten. Dergleichen in Betreff der kabbalistischen Ethik, die herrlichen Morallehren des Scheloh (hinsichtlich des kabb. Systems selbst, ist aber auch Scheloh weit weniger klar, als Cordovero und li-rdv pv'^,) sowie das weltberühmte namp nyw von R. Chajim Vital, in welchem dieser, Moral und Humanität als Grundlagen unserer Religion betrachtet, und diese seine Ansicht systematesirt, benutzen. Hierbei ist es allerdings leider nicht zu leugnen, daß von einigen jüngeren O’PnpD im vorigen Jahrhundert, — wo eine gewisse Vielschreiberei in diesem Fache sich kund gab - auch manches nicht Gediegene erschienen war. So z. B. konnte eine Przibram (aus Böhmen), welcher m"n ru» das Manuskript des vortrefsiichen pmn rPs von R. Menachem Asarja edirte, und zur Erlangung von Approbationen niD3Dn — nach Amsterdam und Frankfurt gereist war, es sich nicht versagen, noch einen Hyn’SP tprvs, Supercommentar (nuicn D'Dp) beizugeben. In diesem sind aber Kabbala, Naturlehre, Astronomie u. s. f. soweit der Vefasser davon wußte, pele-mele durcheinander vermengt, wobei derselbe aber die Grundregel übersehen hatte, daß Naturlehre und Mcthaphysik, nrorvn nreiMi, vermöge des total Contrastlichen in ihrem Wesen, in keinerlei Beziehung zu einander gebracht werden können. Hierunter kann aber die Sache selbst unmöglicherweise leiden, wie ja auch schon nDDrP *psD mehrere J solche kabbalistische Werke Unbesähigter — die meist zur Elaste der pirr ^3 u&dw dh’d^h gehörten —- nennt, und deren Benutzung widerräth, empfiehlt dagegen u. A. R. Menachem Asarja di Fano, welchen er apologetisch mycn u3 ^3 btt pi den größten Lehrer der abendländischen Judenheit nennt. Wenden wir uns nun noch zu einigen andern in dem Dr. Grätz'schen Geschichtswerke enthaltenen Recriminationen wider die Kabbalisten. Theil VII Fol. 82 und Note 12, und in späteren Theilen wird hervorgehoben, daß: 1) sie bei den Gebeten sich nur an die Sesirot (Eigenschaften), und nicht unmittelbar an Gott selbst wendeten. Ferner, daß sie ihren Gebeten eine zwingende Kraft beimessen. 2) Daß sie den Sohar als neues Grundbuch betrachten, und ihn höher als Bibel und Talmud stellen, und 3) daß sie sich zu sehr, anthropormorphistischer verkörpernder Ausdrücke, welche einer «-nun ncswn gleichkommen, bedienten. Citiren wir nun, was Ersteres anlangt, die selbsteigenen Worte des Scheloh in seiner Vorrede zu nt>sn o^Dipn nyv in excerpto: nr t>yi VP'3 nnc3 njus nrm pDob nen pro rnnob «Pi iPn ir*rp P3 u’ptw *di n£D3 ion N'ON ,n“«333 mD3 "113:1 .->"3 'Ttfm ->QlV rU113n b2H .nora -.Dm mm Also völlig das Gegentheil wird hier vorgeschrieben, unter Bezugnahme auf Sifri zur Bibelstelle V. B. M. 4: Wer ist, wie der Ewige unser Gott, wenn wir ihn onrnfeu? Ihn, aber nicht seine Eigenschaften. Was indeß das vermeintliche Zwingende in den Gebeten betrifft, so ist dieser Zwang kein anderer, als der welchen ein Kind auf seinen Vater, von dem es etwas erhofft, durch seine Thränen und Bitten ausüben möchte. Wir vermögen nicht einmal einen Menschen durch Bitten zu zwingen, vielweniger Gott den Allwissenden. Heißt es doch auch Succa 14 a B'pnsn rV?sn no^ 'di rPenn *p ro?r,n ~ny no das Gebet wandelt, gleich dem Wanne (?) die Strenge zur Barmherzigkeit. Es ist dies aber nur allegorische Ausdrucksweise. Die zweite der oben erwähnten Anklagen, über das Hochstellen des Sohar über sy3"tfi»i 3nD3ty min, läßt sich ebensowenig begründen. Nirgendwo im kabbalistischen Schristthume, ist eine solche Apotheose des Sohar zu entdecken! N. Chaim Vital in seinem nyff narnp sagt nicht anders als: „mim *8hsd -in»i -nun" der Sohar und die andern Bibelcommentare, stellt ihn also mit Abarbanel, Raschi u. s. f. gleich. Möglich zwar, daß einige Chassidäer in Galizien solche verkehrte Ansichten haben, dann aber wären nur diese selbst zu beklagen. Die Hauptträger der Kabbala

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