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Der Israelit · 1869-09-29 · Heft 39 (29.9.1869) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 39 (29.9.1869)
Date
1869-09-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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I i_ Wissenschaftliche Beilage M tlr. 39 des Israelit. X. Jahrgang. Änalekten, die Labdala betreffend. (Schluß.) Wer aber Gott selbst in den Bereich seiner Forschungen ziehen wollte, von dem heißt es Mischna Chagiga looo citato: oip T33 by on >o bsi nbtyb «3 Wer die Ehre seines Schöpfers nicht schont, für den wäre es weit besser, er wäre nie geboren. Denn Gott ist: außerweltlich. Aber die Ursache zu ergründen, weßhalb wir das Höhere nie ganz zu begreifen vermögen, ist wohl statthaft, denn daS liegt ja schon in den Worten und dies zu erfahren, bietet die Kabbala in eben angebener Weise reichliche Mittel; denn: Wer tonnte sich vermessen, begreifen zu wollen, waS durch vielfache Gegensätze von uns geschieden ist, und deßhalb so fern steht? Wie unvergleichlich erhaben demzufolge, so unvergleichlich nahe steht uns auch wieder der Ewige nofcu irn*np» bib wnip bab 'i anp Gott ist nahe, Allen, die ihn anrufen in Wahrheit, und: \T3jon, ■von 'n 'nu» nw6 '^v»öN na»1?. Die Thora selbst erlaubt es uns ja auch, weil es sn-rn m ->'3».id doch nicht anders möglich ist, Gott in den Gebeten, die erhabeneren menschlichen Eigenschaften rfrom nwnm beizumessen. Aber nur die erhabenern. So sagt 'jriöö Pnö"} Rafael di Norzi in seinem unschätzbbren Werke r\h\o n«o „das kleine Maaß Von allen fünf Sinnen des Menschen finden wir nur die drei feineren, in der Thora auf n"a»n bildlich ntapn "pia angewendet; es heißt: 'i yv»n 'i nt? rm, niemals aber die zwei grobsinnlichen, es heißt nirgendwo nb’bm, nb’bn 'n mtüv ,1 oyü’i. Die erhabenste aller menschlichen Eigenschaften aber ist: die Willensfreiheit. lautet eine überaus wichtige Sentenz, Talmud Tr.: Schebuot 26 a. Sie, die Willensfreiheit macht das eigentliche Wesen, den Kern des menschlichen Geistes aus, alle seine übrigen Eigenschaften sind bloße Attribute, Mßhalb eilte Handlung, die nicht in Willensfreiheit geschehen, nicht in die Kategorie einer menschlichen Mnh, gehört, nicht strafbar ist nni» wom dj?n. ^Ebenso bezeichnen aber auch die Kabbalisten, die unendlich höhere göttliche Willensfreiheit: pm oder nn3 fndp, als die erhabenste aller Sefirot. Dem Menschen aber wird durch dieses Bewußtsein, daß feine »MllenSfreiheit ein Abglanz der göttlichen sei, die seine 'erst zur verbürgten Wahrheit, zugleich aber auch die Belehrung, daß er seine Freiheit als ein pflichtumgräNztes Lehen, die deßhalb nicht als Ungebundenheit verstanden werden solle, empfangen habe (conf. Rabb. Hirsch, Ieschurun 1666.) In allen diesen Principien wird aber sicherlich Niemand etwas AntijüdischeS erblicken können. Der Grundsatz der Gegensätzlichkeit zwischen ni'ötw und nwnn, ist auch schon bei den Propheten wahrzunehmen: aainn by jnan iNBnvi ruft Jesaia aus, kann die Axt sich wohl rühmen gegen den, der sie schwingt? Gewiß nicht zufällig ist hier die Axt als Symbol für den Menschen gewählt; denn auch diese ist zwei fast ganz heterogenen Naturreichen, dem Metall- und dem Pflanzenreiche entnommmen und zusammengefügt; ebenso der Mensch aus Irdischem und Ueberirdifchem. Nicht minder stimmt hierzu die berühmte Antwort, welche pjpö p»ö» ,m\ R. Simson aus Chinon Hyav niBDin ertheilte, welcher, als Jemand ihn, nachdem er das Studium der Kabbala beendet hatte, einst fragte, wie er jetzt bete, darauf erwiedert haben soll, er bete we ein Kind von sechs Jahren, d. h. welches Gott im Bilde eines liebenden Vaters sich denkt, und ihn so im Gebete gedanklich vor sich stehen sieht. Das ist echt jüdische Wahrheit! (conf. niTDT d*j/jk) So fern, in Anbetracht des Contrastes von nuö»3 zu ni’jnn, und doch so nahe, in Folge der von uns unbegriffenen göttlichen Willensfreiheit! Wenn aber auch die Kabbala — wie bisher deducirt — keine direkten Beweise für die höchsten Wahrheiten der Religion herbeibringt, so liefert sie nichtsdestoweniger in di recte Beweise auf das glänzendste, indem auch sie in ihrer Weise, den Wunderbau der Thora beleuchtet und erkennen läßt, und ist auch auf deren CommentationSweise, jene Parabel vom Briese des Königs von Hodu anwendbar. Insbesondere ist dies in Ansehung der Terminologie in der h. S. und weßhalb an einer Stelle dieses und an einer wieder ein anderes Epttheton, ttnpn □», gebraucht ist, der Fall. Ebenso über die Bedeutung der Opfer "nbitr mj3~ipn ’Dj7ö D’ö»n ~iy» und rrnnn by "na. Bei allem Diesem gilt der Grundsatz minn nbm "pno Miian nVu T3ö nn«. Da aber die Halacha, winyo» Töttnn nv'»i, ganz dasselbe Resultat erreicht, aus der unvergleichlichen Größe der Thora, die Größe und Erhabenheit ihres Gebers zu erkennen, so war das Erlernen der Kabbala niemals und in keiner Beziehung Pflicht, wie ja auch viele der größten Männer der Vorzeit oaon Nt£nn"ö, u. A. m. gar keine Notiz davon genommen haben. Zur Zeit des N"assn soll sogar ein Verbot bestanden haben, vor einem bestimmten Lebensalter, sich weder mit Religionsphilosophie noch mit Kabbala zu befasten, sondern erst D’pDiBi v»"3 iöna s6d» -int6,

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