Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1869)
- Date
- 1869-09-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447395-2447433--07627-2463236- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- hazzan 1× ep/1004827
OCR text
759 Morgens aus der Schule zu halten, damit die Letzteren am Frühgottesdienste theilnehmen. Diese Entscheidung des Provinzial-Schul-Collegiums schließt jedoch laut Beilage C mit der ausdrücklichen Bemerkung: „daß dieSchulesür diedadurch in den Fortschritten erwachsenden Lücken nichtaufzukommen hat." Nun das sind doch Noten ohne Text, für Leute, die zwischen den Zeilen zu lesen verstehen. Nun, lieber Freund, bin ich mit meinem Berichte zu Ende! Ich schließe mit dem gewiß von Ihnen und allen Lesern des „Israelit" geiheilten Wunsche, daß erstens diese Anstalt durch Unterstützung der orthodoxen Ellern, deren eß. in Breslau und Umgegend noch zahlreiche gibt, zu immer größerer Blüthe sich entfalte, und daß noch recht viele solcher Anstalten in anderen glaubenstreuen Gemeinden Deutschlands erstehen mögen, damit aus diestn, unter göttlichem Beistände, ein neues, kräftigt Geschlecht, getragen von dem Bewußtsein seiner welthistorischen Mession, getränkt von dem ewigen Geiste des Herrn und des mündlichen Gesetzes hervorgehe, das in solchen Schulen gestählt und ausgerüstet werde für die großen religiösen und socialen Kampfe des Lebens und der Zeit!. — Das walte Gott! Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Darrnftaöt, im September. Wie den Lesern des „Israelit" bekannt, besteht hier seit einer Reihe von Zähren eine orthodoxe Separat-Gemeinde. Dieselbe gedeiht G. s. d. ganz außerordentlich. Außer einem eigenen Gotikshause hat unsere Gemeinde eine besondere ReligirnSschule, deren Leistungen alle Erwartungen übertreffen, wie dies die in der Woche vor dem Neujahrsfeste stattgehabte Prüfung in glänzendster Weise dargethan hat. — ZViesdaderr, im September. Vor dem Neujahrsfeste wurde die hiesige neuerbaute Pracht-Synagoge unter Orgelklong und Weibersang, mit Festbällen, Theater-Fest-Vorstellungen und Kurhausconcerten nebst Festessen — unter unzureichender jüdischer Aussicht von einem nichtjüdischen Restaurant übernommen und ausgeführt — feierlichst eingeweiht. Daß aber unsere Kurstadt noch nicht vollständig eine nma "pp geworden, dafür haben einige, dem Glauben und dem Gesetze der Väter treuanhangenden Familien Sorge getragen, indem dieselben keine Kosten, Mühen und Schwierigkeiten scheuten, um einen, den Anforderungen unserer heiligen Religion entsprechenden Gottesdienst emzurichten. Diese gesetzesrreuen Israeliten gedenken eine eigene Gemeinde zu bilden und' fürs Erste einen Religionslehrer, Schochet und Chasan zu engagiren. Gott gebe den braven Männern Thati kraft und Ausdauer.! D'npnnt1 nz'D tcnw h'üjD >i>. I Jede im Namen Gottes zusammengetretene Ver- 1 sammlung wird Bestand haben. — —r. Fürth, den 18. September. Zuerst im diesseitigen Bayern hat hier in den jüngsten Tagen die Abstimmung über Communalschulen, d. h. über solche Schulen, in denen der allgemeine Unterricht den Kindern aller Confessionen gemeinschaftlich, dagegen der Religionsunterricht den verschiedenen Bekenntnissen nach wie vor getrennt erhielt werden soll, stattgefunden, wobei für die Einführung derselben das voraussichtliche günstige Resultat erzielt wurde. Eö werden also von nun an auch in ben Volksschulen die verschiedenen hier vertretenen Religionsgenossenschaften ihre Kinder gemeinschaftlich unterrichtet sehen von einem Lehrer, sei er Jude, Protestant oder Katholik. Die Agitationen, die von Seiten des Klerus der Protestanten und Katholiken gegen diese Einführung gemacht wurden, nützten nichts. Es zeigte sich aber bei dieser Gelegenheit, wie auf Seiten des Judenthums weit mehr Toleranz zu finden fei. Denn wo es gilt, Gewissensfreiheit zu proclamiren und Duldsamkeit zu üben, da hat das innere Zerwürfniß seinen Abschluß gefunden. Wohl wurde von gewisser Seite das Gerücht verbreitet, das; die Orthodoxie sich gegen die Einsührung der Communalschulen aussprechen oder sich ganz und gar passiv erhalten werde; aber die Abstimmung hat eines Bessern belehrt. Von den Stimmberechtigten haben 2 Drittel ein bejahendes Votum und nicht eine Stimme ein „Nein" abgegeben, während ein gleiches Verhältniß der abgegebenen Stimmen nur noch bei den Katholiken, eine solche Uebereinstimmung aber bei keiner andern Confesstvn zu finden war. Wenn wir dies in Ihrer weitverbreiteten Zeitschrift mitzutheilen uns erlauben, so wollen wir damit nicht gesagt haben, daß wir die Confesstonalität der Schule nicht wünschen, sondern lediglich cvnstaliren, daß zur Erlangung von allgemeiner Toleranz und zur Verhütung von Gewissenszwang die Einführung solcher Communalschulen oder der vollkommen consessionslosen Schulen nothwendig ist; es bleibt ja dabei jedem Privaten oder jeder besonderen Religions-Gemeinschaft unbenommen, den Religionsunterricht in dem Maße ertheilen zu laffen, aks sie es für ihre Zwecke geboten erachten. tidn. fDie&fettfcmrg* In Krop elin war der Arzt welcher die Armen unentgeltlich zu behandeln hatte, gestorben. Der Posten wurde von den Behörden alsbald emem anderen Arzte übertragen. Dieser aber