Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1869-09-16 · Heft 37-38 (16.9.1869) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 37-38 (16.9.1869)
Date
1869-09-16
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447395-2447432--07596-2463204
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

X. Jahrgang« Zweite Beilage zu Nr. 37 ä- 38 des Israelit. geitrrngsnachrichten und Correspon . denzen. Deutschland. Aus Westphale«. In unserer Nachbargemeinde Limburg a. d. Lenne wird eine neue Synagoge gebauet, deren Vollendung noch im Lause des Sommers entgegen gesehen wird. Als ein Act der loyalen Gesinnungen und der rei. Toleranz seitens der christlichen . Bevölkerung gegen ihre isr. Mitbürger verdient rej gisirirt zu werden, daß dieselben durch reichliche Beij träge -den Neubau der Synagoge — die frühere war j schon seit längeren Jahren beusällig und mußte des-! halb abgebrochen werden — unterstützen und fördern helfen. Bei dieser Gelegenheit erlauben wir uns zu j bemerken, daß die jüd. Gemeinde Limburgs sich von jeher des Nufts einer wähl hast orthodoxen Gemeinde zu erfreuen nnd zu verschiedenen Zeiten sowohl Lehrer, als auch Gemeindemitglieder von gediegenem hebraijhen Wissen aufzuweisen Halle;*) vornehmlich wurde daselbst der Gottesdienst zu allen Zeiten nach altherkömmlicher jüd. Sitte abgehalten. Erst seit einigen Zähren bat auch hier die für's Iudenthum so verderbliche, die Gemeinden in die größte Verwirrung bringende Neologie Wurzel gefaßt, woran wiederum die bei der in Rede stehenden Gemeinde angeftellt gewesenen aus der Vereinsschule zu Münster hervorgegangenen Lehger einen nicht kleinen Theil der Schuld tragen; besonders haben diese dadurch, daß sie in L. den Chorgesang cingcführt, sehr schädlich aus die Gestaltung j des öffentlichen Goltesdirnsils eingewirkt, so daß eS j auch hier schon so weit gekommen ist, daß fromme j Männer, wie erwähnter D. und andere, weil jetzt auch Frauen und Jungfrauen beim Gesänge Mitwirken, litbtr zu Hause bltibrn und hier andächtig ihr Gebet verrichten, als unter solchen obwaltenden Umständen bei dem während des Neubaues der Synagoge in einem gkmiethctkn Lokale siatifindendin unjüdijchcn Gottetdit„st — nnd das st, nach Talmud nnd Poßekim ein? solcher, wo Männer nnd Frauen durcheinander singen, sicher — sich zu kerheirigen. Möchte dahrr mit dem rojrn r\D auch wieder ein ein nn, ein neuer, wahrt oft jüdischer Geist in L. kommen; erst dann hat ein Gotteshaus wahre Bedeutung; erst dann ist ein *) Nr-ch sitzt noch gibt es deren ncch einige hier; wir rrrven rnr den im Ereil« aller suh«.den D. L endi, Gott verärgere sein Lrken, der in L. large Jahre als twt jim fvr.gwt hat, so Wik den frf,Heren Llhr',r Tisilkickr kririjhrirrr. «eiche Heide lalwudßch gebildete Männer sind. solches die Zierde einer jüdischen Gemeinde. Gebe Gott, daß unser Wunsch erfüllt werde! — Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Berlin. In Berlin bat der Bankier Paderstekn sür 10,000 Thlr. Nähmaschinen kaufen und an hilfsbedürftigen Frauen und Madcken vertheilen lassen. — Hamburg. Der „Gegenwart" wird von hier geschrieben: Am 2. September wurde hier die internationale Gartenbau-Ausstellung eröffnet. Unter den Preisrichtern befindet sich der Name des Herrn Oberrabbiner Stern und der des Herrn vr. Nathan, als Lehrer der Talmund-Thora rühmlichfr bekannt. Sie glauben gewiß, daß diese Herren die Botanik zu ihrem Lieblingsstudium gemacht haben und als Capacitäten in der Pflanzenkunde bekannt, detzbalb zu dieser Würdk gelangt sind. Nichts von allem dem. Nim, was bestimmte das Counts diese Männer zu Preisrichtern zu ernennen? Die Veranlassung hiezu gab der dahier bestehende Verein D»n -iipe, an dessen Spitze Herr vr. Nathan steht. Derselbe hat nämlich einen Preis ausgesctzt für die besten dreiblätterigen O'Din, die bei 20 Zoll Länge durchweg sind, und als Richter dazu den Oberrabbiner des Orts und ihren Lehrer Herrn vr. Nathan ernannt. Aus Lippe-Detmold. „Das macht die 2 Lebe. die als Hcimathzeichen Der Schöpfer ti.-f ihm in die Brust gelegt; Das macht die Wahrheit, die als Gotteszeichen Er jedem seiner Werte ausgeprägt." Vor einiger Zeit traf es sich, daß wir in einer sehr wichtigen und dringenden Angelegenheit mit einem Pfaner evangelischer Religion in Berührung kamen, einem Manne von großer Gelehrsamkeit, großen Ruf nnd sehr großem Kenner der jüdischen Religion und Literatur. Wir wollen ihn, da Namen nnd Ort nichts zur Sache thnn, nnd wir nur die nackte Thatsache berichtet:, kurzweg PH. in Sch. nennen nnd seine Worte, die er so belobend und begeisternd über das Iudenthum und seine Institutionen in unserer Gegenwart gesprochen, den verehrten Lesern dieses geschätzten Blattes, ans dessen Fahne: „Verbreitung des Guten nnd Nützlichen" geschrieben sieht, mittheilen in der Absicht nnd zu dem Zwecke, daß man daraus ersehe, wie manch' christlicher Geistlicher eine weit bessere Ansicht über unsere Religion an dctl Tag legt, als viele der sogenannten Reform - Rabbinen oder O'tyiff r.Nisi ‘n crori, die da äußerlich den Schafpelz der Frömmigkeit und Religiosität an fick tragen und in ihrem Innern — reihende Wölfe find. — Doch hören wir: „Es ist sehr schön von Ihnen, mein lieber.Herr Lehrer, daß Sie mich auch einmal mit Ihrem werthen Besticht beehren. Ich habe Ihnen so Manches zu sagen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.