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Der Israelit · 1869-09-08 · Heft 36 (8.9.1869) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 36 (8.9.1869)
Date
1869-09-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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ausgefertigt habe. Außerdem haben die Kaufleute, die Herren E. Cohn und S. Fabian von hier, dasselbe von Herrn Salinger mündlich erfahren. Dieser hat dem ur. G. auf sein Bitten nur bescheinigt, daß er sich mit ihm in talmudischen Wissenschaften unterhalten hat. Gestern wurde das Original dieses fraglichen Zeugnisses in einer Sitzung vom Vorstande der Repräsentanten-Versammlung vorgelegt, worauf unter verschiedenen Nebenumständen, trotz einer sehr auffallenden Radur, die in den Abschriften von der ei-, genen Hand des Or. G. enthaltenen Worte bsotcna gefehlt haben. ■ Es liegen hier also wieder dieselben Uebelstände wie bei den Zeugnissen vom sel. Rosenstein und von Hrn. Lichtenstein rc. vor. Bei einem Manne, der sich — Rabbiner nennt! 1 — Was nun folgen wird, ist fraglich; der Vorstand pflegte bei ähnlichen Gelegenheiten seinem Helden entweder ein „Vertrauensvotum" oder eine „öffentliche Anerkennung" als Trost zu Theil werden zu lassen. Wir aber wollen hoffen, daß solchen Mißgriffen fortan nicht mehr die Hand wird gereicht werden! D»yn 'n ut> eo * “P u*ö*a nntyv uv m r£>d mon mwai I- I- Oesterreichischer Karserstaat. Eifenftadt, 28. August. Gestern fand das solenne Abschiedsfest zu Ehren des Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer statt. Herr Rabbinatscandidat N. Ehrenfeld hielt die Festrede, in welcher er die großartige Wirksamkeit des geliebten Lehrers während seiner achtzehnjährigen Thätigkeit daselbst feierte. Lemberg. Nach einer Ministerialentscheidung vom 11. Juli an den Leiter der Statthalterei für Galizien kann jüdischen Kultusgemeinden das Aufspannen von Sabbathschnüren und die Aufstellung der dazu erforderlichen Stangen oder anderen Vorrichtungen nicht verwehrt werden, insofern dies auf dem jüdischen Glaubensgenossen eigentümlich gehörigen Grund und Boden stattfindet. Wenn eine jüdische Kultusgemeinde diese Schnüre jedoch auf Grundstücken, dre nicht Eigenthum von Israeliten sind, oder auch nur mit Benutzung des über denselben befindlichen Luftraumes angebracht wissen will, so muß sie früher von Denjenigen, welche über die fraglichen Grundstücke zu verfügen haben, die fö mliche Zustimmung hierzu erlangt haben. In jedem Falle müssen bei Anbringung der Sabbathschnüre die allgemein gebotenen polizeilichen Rücksichten gewahrt werden. Walowitz. Ein schrecklicher Vorfall hat sich in hiesigem Kreise ereignet. In dem Dorfe Pschitkowize wohnte eine Jude. Namens Haß, welcher auf einem Grundstück wohnte, das sein Vater vor mehreren Jahren einem Bauer abgekauft hat. Zwei SÄhne dieses Bauern begannen mit Herrn Haß einen Proceß, um das Grundstück zurückzubekommen. Haß hat den Proceß gewonnen^, aber die Bauern wurden um so erboster und stahlen ihm zur Erntezeit die Früchte seiner Felder. Um dieses in diesem Jahre zu verhüten, ging Haß jede Nacht auf seinen Feldern umher. Auch den 22. Juli ging er, trotzdem seine Frau ihn gebeten, zu Hause zu bleiben, des Nachts wieder hinaus. Ermüdet schlief er auf dem Felde bald ein, da kamen obenerwähnte zwei Bauern mit Schaufeln in den Händen, um ihn zu ermorden. Der Eine schlug ihn mit der Schaufel aus ven Kopf;- Haß führt auf- und sucht sich zu währen, da kam auch der Andere herbei und bald hatten sie Haß ermordet. Sie wickelten den Leichnam in einen Mantel und vergruben ihn unter einem eine Viertelmeile entfernten Gebüsch. Die Mordthat kam bald zur Anzeige des Gerichtes, die Leiche wurde aufgefunden und die beiden Bauern ein* gezogen. Dieselben haben bereits ihre That eingestanden. Feuilleton. p“sb manrasf? ro*on Wie gemischt sind die Gefühle Bei dem Wechsel unsrer Jahre; So gedankenlos ist Niemand, Daß er's nicht an sich erfahre. Jeder hat wohl seine Wünsche In dem Busen tief geborgen. Wie er seinen Theil an Freuden Und nicht minder hat an Sorgen. Keiner steht allein auf Erden, Ohne Freunde und Genossen, Die ihn, liebend sind begegnet In den Monden, die verfloffen. Und wer ist so pflichtvergessen, Deren heut' nicht zu gedenken, Die an seinen wichtigen Tagen Je ihr Mitgefühl ihm schenken; Die durch thät'ge Liebeswerke Einst gefördert sein Beginnen, Oder rathend ihm geholfen, Leichter den Erfolg gewinnen. Und wer im Familienkreise Von der Liebe ist umgeben. Von verwandten, treuen Seelen, Ihm so theuer, wie sein Leben : Von den Eltern, die sein Vorbild, Den Geschwistern, die ihn lieben, Von der Gattin, seinen Kindern, Die in's Herz ihm eingeschrieben.

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