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Der Israelit · 1869-08-25 · Heft 34 (25.8.1869) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 34 (25.8.1869)
Date
1869-08-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ml er mir, „als ich ihm von meinen schon herangebildeten Schülern erzählte." Beim Abschied sagte er mir: „Es hat mich sehr gefreut, Sie hier kennen gelernt zu haben und danke ich Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit." Er fragte mich auch: „Sie wollen wieder nach Hause zurückkehren?" worauf ich ihm erwiderte, meine Absicht sei, an ■ ein bayrisches Gymnasium als Lehrer der französischen > Sprache zu kommen, worauf der Prinz entgegnete: „Sie haben sehr recht." Ich kann Dir nicht genug das freundliche, herablassende Wesen dieses Herrschersprößlings, welcher von Stolz auch keine Ahnung fühlen läßt, schildern. So weit war dieses Schreiben fertig, die Glocke hatte schon 12 Uhr geschlagen in der Nacht von Montag den 26. auf Dienstag den 27., es war halb 1 Uhr, während ich um zwei Uhr vom Hause wegreiten muß, um bei der Abfahrt des Omnibus, welcher nach Beyrut geht, den Prinzen zu begleiten; ich schlief eine Stunde und machte dann meinen Ritt zu Esel nach der entlegenen Abfahrtsstelle. Um 4 Uhr geht die Diligence ab, um 3 Uhr erschien S. Kgl. Hoheit in Begleitung des Herrn v. Prankl, Oberlieutenant und Adjutant. Der Prinz kam sogleich auf mich zu und grüßte mich, ich erklärte ihm meine Anwesenheit damit, daß ich mir das Glück nicht versagen konnte, S. Kgl.! H. das Geleite zu geben, wofür er sich sehr bedankte. ' „Nur thut es mir leid, daß Sie sich von Ihrer Ruhe gestört," sagte er, „und sich so weit bemühet haben." Dann drückte er mir zu wiederholten Malen sein Bedauern aus. über die Kälte, welche ich empfand, und sagte immer: „Wenn es Ihnen nur nichts schadet." Noch vom Wagen aus sagte er: „Ach, wenn Sie nur sich nichts zugezogen baben durch Ihre Mühe und die Kälte." Beim Einsteigen sagte er: „Adieu m. H., ich danke Ihnen vielmals für die Ehre und die außerordentliche Bemühung". Noch im Fortfahren stand er auf, zog seinen Hut. um mich noch einmal zu grüßen. So verbrachte ich eine Stunde auf die angenehmste Weise." Amerika. New-Nork. Wie der „Jew. Mess." schreibt, haben sich neulich 5 Gemeinden in New-Jork geeinigt, vertrauensvolle Männer zu ernennen, die sowohl die ntrnr als auch den Verkauf des nao Fleisches von Seiten der Metzger zu beaufsichtigen haben. Mit dieser Einrichtung wird einem bisherigen großen Nebel abgeholfen. AN ZE »roncr mxan mw! s)ton np-vt 7112 (Durch Zufall verspätet.) Fellheim, 4. Juli. Gestern feierte die hiesige iSrael. Gemeinde ein eben so schönes als seltenes Fest. ES galt nämlich, dem hiesigen Rabbiner Hrn. M. H. Seligsberg, dessen Name durch seine hebräischen Schriften weit über die Gauen unseres Vaterlandes hinaus rühmkichst bekannt ist, zu seinem 79. Geburtstage den Tribut der Verehrung und Hochachtung darzubringen. — Schon am Vorabend des Festes wurde dem Gefeierten vom hiesigen Gesangverein eine Serenade gebracht, wobei die nichtiSrael. Mitglieder sich ln der zuvorkommendsten Weise betheiligten, und worauf der Jubilar, ebenso sehr überrascht als gerührt, in schöner Ansprache seinen Dank zu erkennen gab. Am Festtag selbst, nach dem Frühgottesdienst, in welchem der Jubelgreis in ergreifender Rede die Weihe dieses Tages hervorhob, wurden ihm in seiner Wohnung die Glückwünsche der Gemeindeglieder dargebracht und demselben neben dielen andern Beweisen der Liebe und Freundschaft als Zeichen der Hochachtung ein schöner I G E K silberner Pokal verehrt. Der Abend vereinigte die Freunde und Verehrer des ehrwürdigen Greises zum heiteren Mahl, wobei in bald ernster, bald heiterer Rede der Einzelne seinen Gefühlen Ausdruck gab, bis man spät in gehobener Stimmung sich trennte. Alle von dem Wurffche beseelt, daß es dem hochverehrten Greise gegönnt sein möge, den Abend seines vielbewegten Lebens in froher Ruhe zu genießen und noch eine lange Reihe von Jahren den Samen des Edlen und Guten auszustreuen. Mehrere Festtheilnehmer. I n s e r a t. Ein junger kräftiger Mann, der schon zwei Jahre als Lehrling ln einem Spezereigeschäft war, wegen Aufgabe dieses Geschäftes nun austreten mußte, und der von Seiten seines bisherigen Principals die besten Zeugnisse aufzuweisen hat, sucht einen Platz als Volontair oder auch als Lehrling auf ein Jahr, wo am Sabbat und an Feiertagen geschloffen ist, gleichviel welcher Branche. Man beliebe gefällige Offerten unter der Chiffre 8.3B. an die Epped. d. Bl. einzusendm.

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