Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1869)
- Date
- 1869-08-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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fern, daß man doch wie jene einen wöchentlichen Ruhetag hat? Aber die Umgestaltkng soll darauf arKgeheri, die Kenntniß unserer Religionsquellen zu verbreiten und dadurch den religiösen Sinn zu heben und zu festigen. Auch aus diesem Satze würde die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag seine Berechtigung herleiten können. Es brauchte nur Jemand zu sagen: die ganze Woche, auch am siebenten Wochentage haben die Leute keine Zeit, die Predigten und Vorträge der Herren Rabbiner zu hören; will man also die Kenntniß der Religion verbreiten und den religiösen Sinn heben und festigen, so muß man den Sonntag zum Sabbat „umgestalten". Freilich heißt es in der von uns bereits früher veröffentlichten Resolution, daß der jüd.-theol. Verein nur solche Neugestaltungen als zulässig anerkennen «erde, welche aus Bibel und Talmud ihre Berechtigung Nachweisen lassen; allein, es ist ja bekannt, mit welcher „Kühnheit" die Herren Breslauer Bibel und Talmud — mißhandeln; wir werden von einer derartigen Trac- " mg der Bibel gleich im Folgenden ein Beispiel fassungszeit der letzten Capitel des Buches der Richter" gehalten. Der Vortrag, der uns seinem Wortlaute nach vorliegt, beginnt: „M. H.! WaO in der Eggese der heiligen 4ücher noch nicht genügend erkannt oder, wenn auch >rkannt, noch nicht genügend gewürdigt zu sein schein, das ist der Umstand, daß es gewisse Partien in ihnst gibt, welche Bestandtheile einer alten Tages literatur sind und Tacssrttgen behandelt^ Sie tragen die außereForm von historischen Berichten, aber ihre Urheber hatten bei Abfassung derselben unter der Absicht, Geschichte zu erzählen, noch einen auf ein TageSinteresse gerichteten Nebenzweck im Auge. In Rücksicht auf diesen Nebenzweck kan man von einer Tendenz solcher biblischen Partie reden." Herr Dr. Gfährt später fort: „Ich möchte solche Partien Situat der nennen, welche der Geschichtschreib weil er davon erwarten durste, hak-ih» antiken Sta haben. Es geht also aus allem Dem hervor, daß im Princip die „Breslauer" so ziemlich mit den „Leipzigern" übereinstimmen und daß nur Utilitätsrücksichten Jene zurückhalten, soweit wie diese zu gehen. Der „Wollnersche" Antrag in Leipzig, den die Synode zwar nicht abgelehnt aber auch nicht zur Abrung gebracht hat, ist es, den die Breslauer auf re Fahne geschrieben, nrvn idnd N'jtp p« Der jüd. - theologische Verein wird eine populäre Wochenschrift begründen. Siegesgewiß wird verkünbct, daß, wenn nur erst „die Indifferenz, der orthodoxe und der reformistische Fanatismus, die Sucht, hier immer etwas Neues auf den Markt zu bringen und dort das Alte absolut zu glorificiren, aus dem Feld« geschlagen sein werden," daß dann die jüdische Welt dem Breslauer Seminare gehöre. Ja, wenn! Die Geburten der Zeit, der JndiffekentisMus und die ReforMsttcht «Nb die Breslauer Prittekpienlostgkeit — sie alle werden in der Zeit und mit der Zeit verschwindenaber vdipd "cn, das Wort unseres Gottes wird ewig ftststehen, und wird durch keine sogenannte Breslauer Wissenschaft in eine TageSlrteratur von anno dazumal verwandelt werden. Mit diesem Satze sichen wir schon inmitt Äi der sogenannten wissenschaftlichen Thätigkeit der Versarü«- lung. sDiese bestand aus Vorträgen über jüdischwiffenschaftliche Themata. Greifen wir gleich den Dortrag des Mannes heraus, der bisher für den besten BreSlauer gehalten wurde. Herr Dr, Güdemann in Wien hat einen Vortrag über „Tendenz und Ab- _ fernen Zeitgenosse, JSn einzelnen" Zug und vornehmlich mi.,. o n s bj wohl nur schwach angedeuteten Tendenz für du genwart verständlich sein würben." Herr Güdemann meint ferner, daß es bei sos Partien der Bibel auf die Entscheidung ei Tagessrage angekommen. „Denn," sagte er, ser Berechnung gemäß mußte allerdings der VkA seine Schrift möglichst harmlos erscheinen ki! um nicht durch eine unvorsichtige Hetvorkchrrmg! ner Absicht dersÄben vielmehr, zu. schaden, ar nützen; ebenso war et ans demselben Grunde laßt, Persönlichkeiten, Umstände. Einrichtungen w., wenn deren Erwähnung den Leser von der Muthung einer Tendenz abführen konnte, mit schweigen zu übergehen. Uebrigens erinmre ic Erläuterung des Gesagten an eine Erscheinung^ auf dem Gebiete der profanen Literatur uns nichi ten entgegrntritt. Das find jene Schriften, die fd bar nur Geschichtserrählungen enthalten, deren eil lichen Mittelpunkt avrr ein Tagesirtteressef det. Dieses ist oft nur mit einigen Strichen deutet, aber das scharfblickende Auge des Zeitger nimmt sie dennoch wahr. Erst allmählich verw^ sich die Konturen, und später« Geschlechter kc dann wohl glauben, daß sie in dem Bilde nui vor sich haben, als was «l sich allerdings zuerst deutlich dem Auge aufdrängt, nämlich die Darsts eines historischen Ereignisses, bis endlich der Eine der Andere hie und da die verblaßten Striche entdeckt, welche die Nebenabsicht des Verfassen muthen lassen." Herr vr. G. kömmt nun zu dem Schluffs auch die zwei letzte« Capitel des Buches der <3 «C Bjö’SZ c ~ SuJWH ix^uj" g W