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Der Israelit · 1869-07-21 · Heft 29 (21.7.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 29 (21.7.1869)
Date
1869-07-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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558 Man stellt es ferner in Abrede, daß man, wie unser Pesther M. H. - Correspondent behauptet bat, Herrn Dr. H. in Ungarn verketzert habe. Man sagt unS, daß man die Chassidim als echtt Jehudim anerkenne. Wir haben allen diesen Vorwürfen nichts entgegenzusetzen als die Erzählung des einfachen Herganges, wie wir dazu gekommen sind, gegen die Chassidim Partei zu ergreifen. Wir haben in den ersten Jahren deS Erscheinens unseres Blattes alle derartigen Znmuthungen strenge zurückgcwiesen; wir suchten unsere Ausgabe lediglich in der Bekämpfung der neologen Bestrebungen, bis sich unS die Ueberzeugung ausdrängte, daß die Bekämpfung des sogenannten Chassidismus ebenso notwendig wie die der Neologie sei. Da war ein gewisser Rabbi Hillel in Szikßo, der in Verein mit seinem Schwiegersöhne Akibah Jehoßeph das Judenthum mit neuen Dogmen bereicherte, deren vorzüglichstes war: wer ein reines Deutsch spricht, kann nicht selig werden; ein anderes: jeder echte Jehudi müsse seine Frauen und Töchter derart in Kleidung rc. entstellen, daß der Nichtjude, von Ekel ergriffen, vor ihnen ausspucke — u. s. w. u. s. w. Diesen Wahnsinn, welcher für Jndenthum ausgegeben wurde, verbreitete man in populären Tractätchen; ja, man gründet' eine Zeitschrift, die man „ Amude Hajirah ", Säulen der Gottesfurcht, nannte, um durch sie auf das Volk zu wirken; in diesen Tractätchen wurde mit Fingern auf Dr. Hildesheimer gewiesen unc> derselbe der ewigen Seligkeit verlustig erklärt, wurde der fromme Wunsch ausgesprochen, den ebenso gelehrten wie frommen Preßburger Maggid Rabbi Feiß Fisch mann auf dem Grabe des onn “jeid zu ermorden, wurden Geister-Beschwörungen rc. empfohlen, wurde auf die allgemein verehrten, ersten, frömn'sten Vertreter der Orthodoxie in Deutschland der Satz angewandt "Off o’ppaoi ns* ntpyo D'tanj; DnJ’E'D und bundert andere ähnliche, verwerfliche Dinge mehr. Durften wir da noch schweigen? Wäre da nicht HN~irD np’nz* Schweigen wie Zugeständniß gewesen? Ein Schrei der Entrüstung ging damals durch die Welt; mußte er nicht im „Israelit" seinen Ausdruck sinden? Sollten wir die Zurückweisung jener Blasphemien Philippson, Szanto und Löw überlassen und uns mit jenen Wahnsinnigen identistciren? Wir haben damals die Wortführer jener Partei, deren Organ der „M. Zs." ist, öffentlich aufgefordert, zu erklären, daß sie mit dem erwähnten R. Hillel und seinem Schwiegersöhne nichts gemein haben;*) wir haben sie daran erinnert, wie wir stets zu ihnen gestanden und sie vertherdigt haben, wo und wann sie angegriffen wurden; aber nicht ein einziger hat unserer Aufforderung entsprochen; Akiba Joseph durfte ungescheut erklären, man müsse den „Israelit" verbrennen WO'Np'DM 2'2'O ^22 Rabbi Hillel Wetsch und sein Schwiegersohn sind seitdem verschollen; andere Namen sind an die Spitze derselben Partei getreten. Die Redaction des „Magyar Zsido" macht uns den Vorwurf, daß wir die Ehassidim und die sogenannten extremen Orthodoxen für „wenig culturfreundlich" halten. Nun, wahrlich, wenn wir darin irren, so verstehen wir von all den Vorgängen in Ungarn auch nicht das Allergeringste! Denn wie z. B. der Gaon von Lißke, den „M. Zi." anführt, culturfreundlich sein kann, das übersteigt unsere Begriffe. Unsere Leser werden sich erinnern, daß bei einer Rabbinerconferenz im vorigen Winter der ehrwürdige Oberrabbiner von Preßburg den Vorschlag machte, eS solle an jeder Jeschibah ein Professor angestellt werden, der profanes Wissen lehre; da erhob sich der Gaon von Lißke und wies di ses Ansinnen mit der Behauptung zurück, es genüge vollständig, wenn ein Rabbiner seinen Namen ungarisch und jüdisch unterschreiben könne!! Doch wir müssen uns bescheiden, die löbliche Redaction des „ M. Zs. " behauptet, das Ganze beruhe auf unserer geringen Kenntniß der ung.-jüd. Verhältnisse. Mag es sein; wir haben nie behauptet, ein endgiltigeS Urlheil über Vorgänge zu haben, deren Schauplatz so weit von uns entfernt ist. Daß aber auh Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer, der sein Leben, seine unermüdliche Thätigkeit, seine bewunderungswürdige Thatkrast in einer ununterbrochenen Reihe von Aufopferungen seit achtzehn Jahren dem ungarischen Israel weiht, stets an der Spitze aller guten und edlen Bestrebungen steht, seine körperliche und geistige Kraft sowie sein Vermögen dabei aufopfert, daß auch dieser wahrhaft große, edle und gelehrte Mann die ungarisch-jüd. Verhältnisse noch immer nicht kennen soll, — das erscheint uns als eine sehr kühne Behauptung. Wir glauben im Gegentheil, daö Verkennen ganz wo anders suchen zu müssen. Freilich, daß man vor 18 Jahren gegen den deutschen Doetor in Ungarn Mißtrauen hegte, war in der Natur der Sache begründet, daß man aber noch jetzt, nachdem Dr. H. 18 Jahre lang in Ungarn lebt und wirkt, denselben verkennen kann, das gehört mit zu den räthselhasiea Ungar.-jüd. Verhältnissen, deren Beurtheilung nach „M. Zs." so schwer ist. Wir sind uns vor Gott bewußt, stets nur tnS Rechte gewollt und gerhan zu haben. Wir erkennen es auch an, daß die verehrliche Rsdaction dsS „Mag., Zs." uns keiner unlauteren Absichten beschuldigt;! nichtsdestoweniger spricht aus dem erwähnten Artikel eine Gereiztheit wider uns, die wir nicht veranlaßt haben. Wahrlich, es ist die Zeit zu häuslichen Zwistiggen stör des grof Haß benS schau Wir, Lo ähnli ist d Diele fünsh von hat si sieben dem 5 Enerc 30 Lr Kindei Bücke und $ Borst. kenn Kinder Dkttic jüdisch keine Annen T heile wandei wen z< hier w nichts b, llcin'a Nolckei die Ci £RntfOi wehr a „Israelit." VII. Jahrg., S. 376.

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