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Der Israelit · 1869-07-14 · Heft 28 (14.7.1869) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 28 (14.7.1869)
Date
1869-07-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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553 Lage mitzutheilen, da er als geborner Amerikaner der englischen Sprache mächtig ist. Der Fremde machte ihm hierauf das Anerbieten, die UeLerfahrtskosten, die sich auf 204 fl. belaufen, zu bezahlen, was er auch sofort nusführte. Er begleitete ihn an ein Schiff, zahlte für ihn und übergab ihm noch einen an den englischen Eonsul in Jerusalem gerichteten und auf die Ordre von Lilienthal zahlbaren Wechsel von 900 fl. Als Herr Lilienthal den edlen Mann um besten Namen und Glauben fragte, konnte er keine genügende Antwort erhalten. Herr L. reiste ab und kam glücklich zu den Seinigen, hat aber bis jetzt den Namen seines WohlthäterS nicht erfahren können. (Jew. Meff.) Syrien. Aus Syrien, 6. Tamus. Leider habe ich Ihnen heute eine Trauerbotschaft zu bringen. Vor acht Tagen begab sich ein Türke in den Laden eines achtzehnjährigen Juden zu Safed nsrr und stieß ohne irgend welchen Grund sein Messer in die Brust des Letzteren, welcher nach wenigen Minuten seinen Schmerzen erlag. Groß ist die Trauer in ganz Syrien: denn voraussichtlich wird dem Mörder wenig geschehen. Der Missethäter ist ein persischer Schützling. Wie überhaupt in der neuerdings so civilistrt gepriesenen Türkei Gerechtigkeit geübt wird, will ich durch folgende Thatsache näher beleuchten. Vor zwanzig Tagen ungefähr erstach in Damascus ein Türke oder Christ einen Andern. Nach drei Tagen Gefängsnißhaft wurde der Mörder wieder freigelassen, da er 10,000 Piaster zu zahlen im Stande war. Ob diese Summe (2000 Frc.) an die Verwandten des Erschlagenen oder an die Richter abgegeben wurden, kann der Unterzeichnete nicht behaupten! Das ist die Junge-Türkei! Freilich sind unsre Brüder die Verlassensten: die Armen stehen unter der Regierung, die mit denselben machen kann, was sie will, da die Reichen, meistens fremde Schützlinge, sich derselben nicht annehmen. Diese Gefühllosigkeit bei den orientalischen Juden erweckt bei dem Europäer die tiefste Entrüstung, welcher er jedoch nicht einmal Ausdruck verleihen darf. Es sind gerade drei Wochen jetzt, als in Beyrut ein christliches Kind, dessen Vater österreich. Unterthan ist, mangelte. Der betrübte Vater suchte es überall, als ihm ein fanatischer ekngeborner Christ den Gedanken einflößte, sein Kind könnte nur in dem Hause des in der Nähe wohnenden Chacham's (Kinderlehrer) gesunden werden, da dieser es gewiß gestohlen hat zur Christenblutbereitung. Der Oefterreicher ließ sich dies nicht zweimal heißen, holte bewaffnete Macht, drang ohne Widerstand in das Haus des auf den Tod erschrockenen Chachams und durchsuchte vom Keller bis zum Dache dessen Wohnung. Nach langem vergeblichen Suchen entfernte man sich. DaS Kind wurde am fe5ben Tage wieder gefunden in Buzen, wohin es sich verlaufen hatte. Der Vater kam wohl, seine Entschuldigungen dem beleidigten Chacham darzubringen, allein bloße HöflichkeitSacte rächen eine solche Beleidigung nicht. So lange nicht die Consuln oder die türkischen Autoritäten ein Exempel ftatuiren in der strenge» Bestrafung eines boshaften Verläumbers, so lange ein jeder Christ oder Türke so geradehin angeben darf, der oder jener Jude hat ein christliches Kind geraubt und gemordet und auf diese Aussage hin das Domizil unserer Brüder verletzt wird, so lange werden wir dieser falschen, schändlichen Anklage ausgesetzt sein. Das Gespenst Thomas und Ratimenton lebt noch frisch im Andenken im Orient, leider glauben daran selbst ganz aufgeklärte Leute, unter andern alle französische Consuln. In diesem Jahre war selbst in Alexandrien ein derartiger Vorfall zu bedauern; ich ermangele der Einzelheiten, welche sich daran knüpfen, darum beschränke ich mich auf die einfache Mittheilung der Thatsache. — Ben David. Vorstehende Zeilen waren zum Absenden schon bereit, als mir genauere Nachrichten über das obige trübe Ereigniß zukamen. Der Mörder, ein Perser, war in einer jüdischen Schenke Safeds eingekehrt; nachdem er sich angetrunken hatte, wollte er hkuweggehen, ohne seine Zeche zu bezahlen. Daraufhin Schreien seitens der Wirthsleute, Zusammenlauf einiger Nachbarn, unter denen der unglückliche junge Mann sich befand. Der Berauschte zog seinen Handschar (ein breites, scharfes Messer) und drohte jeden niederzustechen, der sich ihm nähern wollte. Da wollte erwähnte» Individuum ihm das Messer entreißen, wurde aber von demselben durch das Oberbein gestochen und so tödtlich verwundet, daß er nur von da bis zur Apotheke sich schleppen konnte, vor deren Thüre aber todt hinftel. Der Mörder wurde einstweilen nach Acko transportirt; eS ist Sache des österreichischen Generalkonsuls von Beyrut, strenge Bestrafung des Missethäter» zu verlangen. Wird der Generalconsul dies energisch vom persischen Generalconsul zu Damascus fordern? Darüber werde ich Ihnen durch die zweite Post Aufschluß geben. B. D. Rußland. In der Stadt Dang ist, wie „Hamagid" schreibt, ein großer Brand ausgebrochen, durch welchen viele Glaubensgenossen ins tiefste Elend gestürzt worden sind. Die Vorsteher der Gemeinde haben sich um schleunigste Hilfe an die ComiteS an der russischen Grenze gewandt.

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