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Der Israelit · 1869-06-09 · Heft 23 (9.6.1869) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 23 (9.6.1869)
Date
1869-06-09
Page
– (sequence 21)
Language
German
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X Jahrgang. ♦man MO'22-r Gegruerwidrrrmg Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben". Demzufolge gestalte ich mir hier, auf die Erwiderung des Herrn Dr. Hirschfeld n der vorjährigen wissenschaftlichen Beilage zu Nr. 4, 15, 20 u. 21 dieses gesch. Blattes gegen meine 2otiz in Nr. 3, einige Worte der Entgegnung, verbreche jedoch, mich möglichst kurz zu fassen. Ich gestehe ehrlich, ich hielt meine Citate für so stlagend, daß ich gar keine Erwiderung erwartet hatte; H. H. hat mir jedoch gezeigt, daß ich mich hierin geilt habe. Allerdings gereicht es mir zu einiger Gengthuung, daß Hr. H. gesteht, anfangs in seinem Uheil doch einigermaßen wankend gemacht worden uv in Zweifel gerathen zu sein, daß ferner meine Rtiz von wenigen Zeilen eine seitenlange Erwiderung nchig gemacht; allein was will das sagen? — Sind ja.nach der Versicherung des Hrn. H., „bei tieferem „Ächdenken, zu feiner Freude, wieder alle diese Zweigs und Bedenklichkeiten in Nichts zerstoben, wie „lchte Morgennebcl vor dem immer heller tagenden „(onnenlichte". Da habe ich denn blutwenig ausgeritet. Gleichwohl schmeichle ich mir, wenn auch nicht ai Dank, so doch auf einige Anerkennung von Seite des Hrn. H. Anspruch zu haben, da ihm geständ- Ü meine Citate nicht bekannt gewesen, und ich ihm mit hr Gelegenheit zu jener obenbezeichneten Freude gegeben. Doch zur Sache. Vorerst die Berichtigung, daß .ein nstes Citat 'i3i '") n« n-un did’j nicht struschalmi Peah zu finden ist, sondern Babli Chaggah 2, 15. So muß auch in meinem Manuscripte tehen; und ist die Abänderung ein Einfall des Setzers, den ich mir übrigens nicht zu erklären weiß.*) Demnächst schreite ich zur Erwiderung des Hrn. H. Die Quintessenz dieser seiner Erwiderung läuft darauf hinaus, daß der in meinen Citaten vorkommende O'2'^vr nicht derselbe sei, der mit Bileam in Parallele gesetzt worden; und sei einer von zwei Fällen anzunehmen. a) ES habe zu Zeiten des R. Me'ir gar keinen OiO'22« gegeben, sondern nur den zur Zeit des Alexander M.; und da dieser einen Namen als großen Philosophen gehabt, so seien theologisch-philosophische Fragen ihm zugeschrieben worden, obschon ste erst in späteren Generationen entstanden sind. Hr. H. meint, unsere Weisen haben oft Zeiten und Personen durcheinander geworfen, und sich, wenn es keinen rituellen Gegenstand betras, blos an die Sache gehaltm, un- *) »tun. des Correct.: Im Manuscripte stand Jer. Peah. bekümmert, ob sie es diesem oder jenem Lehrer, zu dieser oder jener Zeit, in den Mund gelegt. Diese Behauptung hat bereits eine geehrte Redaction, als ernster Forschung unangemessen, in einer Anmerkung zurückgewiesen. V) Es habe zwei dio’JHn gegeben, den Einen zu Alexanders, den Andern zu R. Meir's Zeit. Letzteren Fall hält Hr. H. für wahrscheinlich. Der frühere O'.Q'&h erscheint als einer der größten Philosophen, der eine hervorragende, weltgeschichtliche Stellung einnahm, der spätere hingegen scheint eine ganz untergeordnete Rolle gespielt zu habendem simpler Handwerker gewesen zu sein, und zwar ein Weber, (m:) obwohl er gleichfalls als ein Weiser sich gerirte, gern mit jüdischen Gelehrten umging und diSputirte. Hr. H. constatirt, dag die Annahme zweier verschiedener Personen mit einem Namen nichts Absurdes involvire, und daß man namentlich, in Bezug auf mehrere Amvraim, zu diejer Annahme veranlaßt werde. Auf a) bin ich nicht gewillt einzugehen, auf b) hingegen antworte ich einfach. Es hat allerdings seine Richtigkeit, daß nicht selten nachtalmudische Autoren sich zu der Annahme veranlaßt gesehen, namentlich unter den Amoraim, zwei verschiedene Persönlichkeiten mit einem und demselben Namen zu statuiren; jedoch ist dies nie ohne eine dringende Nöthigung geschehen, welche aber, im vorliegenden Falle, bei did’JUN nicht vorhanden ist. Denn daß Hr. H. den Einfall gehabt hat, zum Feldherrn Eumenes zu machen, halte ich, in meiner Befangenheit, für keine Nöthigung. Daß ein zur Zeit deS Rabbi Me'ir gelebt habe, finden wir in Talmud und Midrasch, als Ergebniß der von mir angeführten Citate, deutlich ausgesprochen. Dies ist ein feststehendes Datum, woran wir festzuhalten haben. Daß auch noch ein anderer Oiv'22-r zu anderer Zeit gelebt habe, müßte streng erwiesen werden, ist es aber keineswegs. Der did’J3n, der zur Zeit des R. Me'ir gelebt hat, kann recht wohl derselbe sein, der mit Bileam in Parallele gestellt wird. Er mochte seiner Zeit immerhin eine bedeutende Persönlichkeit gewesen sein, von vielem Wissen und vielem Einstuß, obschon uns dies jetzt unbekannt ist, wie sicherlich auch viele andere bedeutende Persönlichkeiten jener Zeit unS nicht mehr bekannt sind. Die Ausdrücke: ncy vb ff. rnvirn bi idjsj sind jedenfalls etwas überschwänglicher Natur, wie solche Ausdrücke im Talmud und Midraschim vvrzukommen und mit der Bezeichnung vrvru bezeichnet zu werden pstegen. Diese Ausdrücke paffen auch auf EumeneS nicht genau, ja nicht einmal auf Bileam, insofern von beiden Männern nicht bekannt ist, daß sie

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