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Der Israelit · 1869-06-09 · Heft 23 (9.6.1869) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 23 (9.6.1869)
Date
1869-06-09
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Doraüssichtlich die beiden Elasten der Anstalt gleichzeitig zu unterhalten sein, und die in Folge deffen erforderliche Vermehrung des Lehrerpersonals wird, abgesehen von den bedeutend größeren für Wohnung und Unterhalt aufzuwendenden Kosten, an die Vereinskasse Ansprüche stellen, denen dieselbe bis jetzt noch nicht gewachsen ist. Aber die bisher gemachten Erfahrungen bezüglich der unserem Vereine entgegengebrachten Sympathien lassen uns auf eine fernere rasche Vermehrung seiner Hilfsquellen hoffen, wenn wir nur von den bisherigen Dereinsmitgliedern in m\erem hierauf gerichteten Streben kräftig unterstützt werden. Um diese Unterstützung bitten wir recht herzlich, und es wird ben Vereknsmitgliedern nicht schwer werden, dem Vereine im Kreise ihrer Freunde und in weiteren Kreisen neue Mitglieder zu gewinnen. Denn es gilt nicht mehr ein neues Unternehmen in's Dasein zu rufen, sondern dem bestehenden die volle Entfaltung seiner mit Gottes Hilfe segensreichen Wirksamkeit zu sichern; die bisherigen Unterrichts-Resultat* geben einige Gewähr dafür, daß die in unserem Institute ausgebildeten Lehrer künftig den an jüdische Iugendbildner und Knltusbeamte mit Recht zu stellenden Ansprüchen allseitig genügen werden; endlich dürfte jetzt das Vorurteil beseitigt sein, als ob die in Rheinland gegründete Anstalt nur für Rheinland unterhalten werde, während doch schon ein Theil unserer Schüler den benachbarten Provinzen angehört, und §. 19 unseres Statuts bestimmt, daß die aus der Anstalt hervorgehenden Lehrer zunächst den Gemeinden empfohlen werden sollen, von denen oder aus deren Mitte für ihre Ausbildung opferwillig beigesteuert worden ist. Möchten wir, ohne dem eine solide stnanzielle Verwaltung vorschreibenden §. 17 zuwiderzuhandeln, in der Lage sein, sür künftigen Herbst eine größere Anzahl neuer Schüler aufzunehmen und dem von der letzten General-Versammlung anerkannten Bedürfnissen entsprechend gleichzeitig die obere Seminar-Ctasse zu eröffnen! Dann werden wir mit Gottes Hilfe schon nach Verlauf von 2 Jahren die ersten Früchte unserer Wirksamkeit zur Reife gelangt sehen. Die Gesammtsumme aller Einnahmen vom 1. Juli 1867 bis zum 22. März 1869 beträgt: 6675 Thlr. 8 Sgr. 6 Pf., die Gesammtsumme aller Ausgaben 5670 Thlr. 16 Sgr. 1 Pf. Cöln Nachdem der Vorstand unserer Gemeinde die Beschickung der Synode zu Leipzig mit 3 gegen 2 Stimmen beschlossen und das Repräsentanten- Collegium diesem Beschlüsse beitrat, designirte ersterer den Herrn Rabbiner vr. Schwarz, „um die Anschauungsweise der Gemeinde in religiöjer Beziehung bei der Synode zu vertreten". Wir erfahren nun aus zuverläffiger Quelle, daß Herr vr. Schwarz die ihm zugedachte Ehre entschieden abgelehnt hat. O est er reich ischer Kaiser staat. Wien. Pabst Pius IX. hat den Eonsistorialrath Wiestnger, Redacteur der „Wiener Kirchenzeitung" zum päpstlichen Kämmerer mit violettem Mantel ernannt. Wiesinger hat sich seit Jahren durch seine Schimpfereien gegen die protestantische deutsche Literatur und durch einen fanatischen Hatz gegen die Juden ausgezeichnet. Als Fastenprediger leistete er in grotesken Capucinaden Vorzügliches. (F. I.) Donaufürstenthümer. Bukarests. Die Austreibung der Juden aus den Dorfgemeinden wird, wie das „Echo. Dan." schreibt, mit aller Strenge ausgesührt. So sollen jetzt schon 600 jüdische Familien ohne Obdach und ohne alle Existenzmittel um die Stadt Baken campiren. Das Elend soll unbeschreiblich sein. Bukarest, 4. Juni. In der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer machte der Minister des Innern die Mittheilung, die Regierung werde eine Vorlage über die Iudenfrage einbringen, und forderte die Kammer auf, eine Commission betreffs des Studiums der Frage zu ernennen. Türkei. Biddin Hier wurden eine Knaben- und eine Mädchenschule eröffnet, in welchen die Zöglinge in 4 Sprachen, spanisck. hebräisch, französisch und deutsch, nebst den andern Elementargegenstanden unterrichtet werden. Da die Zöglinge bedeutende Fortschritte machen und auch fremde Kinder hergesandt werden, um am Unterrichte Theil zu nehmen, so ist das Schullocal nicht mehr groß genug, alle aufzunehmen. In Folge dessen entschloß sich ein wohlhabender Mann, Namens A. Farchi, der in Jerusalem den Abend seines Lebens zubringen will, sein Haus, ca. 4000 Ducaten an Werth, der Gemeinde zum ewigen Andenken zum Geschenk zu machen, damit diese es als Schulgebäude benütze. Amerika. Baltimore, im Mai. wr n» pp hot i'pIpäv Die ergreifenden Artikel im „I s r a e l i t", welche die Noth unserer bedauernswerthen Brüde^ in Westrußland so lebhaft schildern, wurden hier i t der Synagoge vorgelesen. Eine am folgenden Tage veranstaltete Collecte ergab das erfreuliche Resultat von. 1600 Dollar.

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