Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 22 (2.6.1869)
- Date
- 1869-06-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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X. Jahrgang. J\£ 22. / Israelit. Ein Hentrat - Hrgan für das ortyodore Iudentßum. Hrrausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2. Juni 5629 (186 9). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. P,eis des Jahrgangs 3 Thlr. pr- C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1»/? Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Directe Francozusendung unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt. Leitender Artikel: Zur radicalen Abhilfe der Roth in Rußland. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz:. Mainz. Main;. Breslau. Aus Westphalen. — Oestepr. KaMurst.: Wien. Pesth. Prag. Brody. — Holland: AmsteWmr — England: London. — Rußland: Petersburg. — Donaufürstenth.: Bukarest- Bukarest. — Amerika: Rew-Aork. Nerv-Iork. New-Uork. New-Jork. San Francisco. — Feuilleton: Das Licht der Diaspora. Inhalt der Meilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Würzburg. Aus Württemberg. Laupheim. Aus Westpreußen. Aus Westphalen. Dürkheim. Paderborn. — Oesterr. Kaiser st. : Wien. Prag. — Amerika: Washington. — Feuilleton: Wer Acht auf seinen Wandel hat, dem zeig' ich göttlich Heil. Inhalt der Grtra-Aeilage r Siebentes Gaben-Verzeichniß vom Count« zu Memel. — Zur Unterst, der nothl. Älaubensgen. in West-Rußland. — Spenden f. d. Armen des hl. L. — Bau jüd Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. — Für die Jeschibah in Wolosin. — Für die Alliance Jsraslite Universelle in Paris. — Für die Waisen in Strzelno. — Leitender Artikel. Zur radicalen Abhilfe der Math in Rußland. i.' Frankfurt a. M., den 19. Mai. In Nr. 19 des „Israelit" veröffentlichen Sie in Bezug auf dos in der Ueberschrift Ausgesprochene einen sehr beachtenswerthen Artikel, drffen Besprechung Sie sicher die Spalten Ihres weitverbreiteten Blattes öffnen werden.! Der Vorschlag, die Noth unter unseren Glaui bensgenossen in Posen durch Beförderung einer Masj senauöwandernng nach Amerika dauernd zu lindern, i erscheint wohl auf den ersten Blick als ein sehr annehmbarer und leicht ausführbarer; eins nähere Prüfung dürste aber die schwache Seite desselben mehr an das Licht treten lassen. Die Beschaffung der ebftzr--' derlichen nicht unbedeutenden Geldmittel ist es'nicht, welche die Realisirung erschwert, denn die Aussicht, einer stets wiederkebrenden Notb dauernd abzubelfen, dürfte die Gaben reichlich fließen lassen. Die Schwierigkeit liegt in der Ausnahme, welche die Auswanderer in Amerika finden werden, und hiervon hangt der Erfolg des ganzen Projectes um so mehr ab, als die Polen von der ihnen gebotenen Gelegenheit zum Auswandern nur dann Gebrauch machen können und werden, wenn ihre Aufnahme eine gesicherte ist. Für uns liegt die Annehmbarkeit des gemachten Vorschlags hauptsächlich darin, daß die Last, welche nur zunächst aus uns Deutsche fällt, auf andere Schultern gewälzt werden soll; ob aber diese Schultern, namentlich da so praktische Köpfe auf ihnen sitzen, geneigt sein werden, diese Last zu übernehmen, erscheint mindestens zweifelhaft. Wenn auch unter den polnischen Juden sich viele Handwerker befinden, so sind solche doch, wie der geehrte Schreiber des obigen Artikels selbst zugibt, hinsichtlich ihrer Befähigung keineswegs auf gleiche Stufe mit unseren deutschen Arbeitern und Handwerkern zu setzen. Sie würden, wenn sie die Concurrenz mit den deutschen Handwerkern auch nur annähernd zu bestehen vermöchten, schon längst ihr Heil in Deutschland versucht haben; mir ist aber kein polnischer Arbeiter oder Handwerker bekannt, der in Deutschland Arbeit