Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 20 (19.5.1869)
- Date
- 1869-05-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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X. Jahrgang M 20. Ein Gentrak - Hrgan für das orthodoxe Judentum. Herausgegebm von Vr. Lehmann in Mainz: Mittwoch, den 19. Mai 5629 (186 9). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. pr. C. oder fl. 5. 15 kr. rh. Man aboimirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Be« stüftmscn M. Inserate IVr Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Francozusendung. unter Streifband pro. Jahrgang 4 Thlr. pr. C. oder 6 fl. österr. an die Expedition sranco einzusendm. Inha-kl. Leitende Artikel: Jüdische Zustände m Württemberg. — Jüdische Literaturbriefe. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Jchenhausen. Berlin. AuS Westphalen. — England: London. — Heuilleton: Das Licht der Diaspora. Leitender Artikel: Die jüdische Ehe. — Zeitungsnachrichten und Cvrrespvndenzen: Deutschland: Aus Westphalen. Breslau. Thorn. Guttentag. — Oesterr. Kaiser st.: Wien. Wielcizka. Pesth. — Amerika: Chicago. Feuilleton. Jüdische Kaufleute des sechszehnten Jahrhunderts. Leitende Artikel. Jüdische Zustande in Württemberg. Würzburg, im Monat Mai. Geliebte Glaubenöbrüder in Württemberg! Ein alter Bekannter wagt eS abermals, sich Euch zu nahen, um über religiöse Verhältnisse mit Euch zu sprechen. Ihr erinnert Euch noch hoffentlich meines in. diesen geschätzten Blättern veröffentlichten Artikels vom 3. December 1662: „Stuttgart und Jerusalem." Darin versuchte ich, Euch vor Augen zu führen, welche Gefahren unserer Religion durch das Gebahren Eueres Herrn Oberkirchenrathes vr. Maier in Stuttgart droheten, wie dieser Mann die Grundpfeiler unserer hl. Religion unterwühlte, uns unsere Zukunft absprach, und die Gegenwart durch Anordnungen verdarb, die notwendig zum Verfall der ganzen mur« V'n führen müßten. Wenn gleichwohl ich in diesem Aussätze den Hr. Oberkirchenrath vor die Schranken lud, so hüllte sich derselbe doch in ein vornehmes Schweigen, wahrscheinlich hoffend, die Sache selbst todtfchwergen zu könnm. Dem war aber nicht so , denn -s^reHte sich'cheraÄ, daß das -ch auch noch auf Württemberg seine Anwendung findet, denn alsbald folgten öffentliche Angriffe auf Angriffe, denen auch ein Broschüttnkampf nachfolgte, welcher die morschen Einrichtungen der dortigen Oberkirchenbehörde, sowie deren irreligiösen Einrichtungen auf das Schlagendste nachwies. Hierdurch vereinigten sich nun auch viele der echten Jehudim Württembergs und brachten ihre Beschwerden bei dem h. Ministerium ein. Daraufhin gelangten diese Beschwerden zum h. dortigen Landtage, wurden gebührend gewürdigt, und die Württemb. Negierung, die stets nur daS Beste für ihre Unterthanen beabsichtigt, versprach Abhilfe. Bis dahin schien Alles einen guten Verlauf nehmen zu wollen; allein plötzlich trat Winvesstille ein. Es verstrichen Wochen, Monate und Jahre, und AlleS blieb bei'm Alten, ja eS war so zu sagen kein Stern mehr, der leuchtete. Endlich erfolgte kürzlich ein „Vorläufiger Entwurf eines Verfassungs - Statut?- für die israel. Kirche." Begierig öffnete ich diesen Entwurf, hoffend, daß den so vielfach gründlich nachgewiesenen Mängeln der bisherigen Verfassung hierdurch Abhilfe gewährt würde. Allein mit tiefem Bedauern finde ich nicht nur keine