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Der Israelit · 1869-05-12 · Heft 19 (12.5.1869) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 19 (12.5.1869)
Date
1869-05-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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377 Durchdringt das W und überstrahlt das Ganze So wie es in dem Plane Gottes lag. Bald strahlt' die Welt im Sternenkranze, Die Lüge stand an ihrem Sarkophag; Das morsche Heidenthum, es brach zusammen, Verzehrt von uns'res Glaubens hellen Flammen! Denn alle Völker borgten sich die Strahlen Von dem auf Horeb angebrochenem Licht, Nicht dachten dankbar sie, woher's gekommen, Uns höhnend noch mit frechem Angesicht; Und was aus uns'rem Glauben sie genommen, Dem gaben Geltung sie und solch Gewicht, Als wär's auf ihrem Boden aufgesprsssen, Als hält' der Himmel ihnen sich erschlossen! Dock nur von Zion aus ging einst die Lehre, Von Salem kam das heil'ge Gotteswort, Wie früher aus verschloss'ner Himmelssphäre Geostenbart auf dem geweihten Ort Sich Gott im Beisein seiner Himmelschvre, Damit Erkenntnis; dringe ein von dort Zn alle Welt, daß licht und hell bald werde, Von Gottes Strahl belebt, die ganze Erde! Und heute noch in den gelahrten Zeiten, Die selbst vergöttern sich im stolzen Wahn, Die alles Göttliche mit Hohn bestreiten Und fühlen lassen ihren gift'gen Zahn: Hoch glänzt das L-cht in allen Himmelsweiten, Das wir auf Horeb haben einst empfah'n, Das uns're Herzen ewig wird erfreuen Und Hoffnungsstrahlen seinen Gläubigen streuen! Nicht wird sein Glanz auf Erden je erblassen. Solang' die Welt in ihren Fugen steht, Das GotteSvolk wird nimmer es verlassen, Wenn noch so hoch des Geistes Flügel weht, Der, um das All bis auf den Grund zu fassen. Mit seinem Schwerte gern das Heil'ge mäht; Nicht wird es ihm auf Erden je gelingen, Das Offenbarungswort zu Fall zu bringen! Nicht zittert es vor den Neformiynoden, Die frech das Ew'ge modeln nach der Zeit. Vermochten nicht die finstern Perioden _ Zu stürzen es in die Vergessenheit: L)0 werden uns'res Glaubens Antipoden, . Die Pilzen gleich ersteh'n voll Schädlichkeit, Verschwinden thatlos gleich Pygmäenhelden, Und ihre Ohnmacht sie uns selber melden! Und Schmach wird, werden solchem Erdensohne,. Mit Schande, wird bedeckt der freche Raub, Der später» Nachwelt dienen sie zum Hohne,. Und fallen der Vernichtung heim in Staub, 1 Wenn glänzen wird dem Gläubigen seine Krone, So bleibt ihr Ohr für Isra'ls Freuden taub; Und wenn die Frommen werden Lohn empfangen, Beschämt verschmachten diese vor Verlangen!*) Posen. vr. .Aron Hirschfeld. Kitt Konvertit ttttt «Attfttttg des ekstett Jahrhunderts. Adelpert erzählt in seinen Büchern de aivcrsitate temporum H von einem Geistlichen, der das jüdische Bekenntniß angenommen bat. In der Zeit König Heinrich II. klagt er, sei Wecelin, der bei dem. Herzog Conrad als Cleriker gedient habe, zum Zudenthum übergetreten. Wir werden Unter dem genannten Konrad wohl den Herzog von Kärnthen. verstehen müssen, und erhalten dadurch zugleich etwas festeren Anhalt für die Zeit, in welche das Ereigniß fällt; Konrad war seit 1004 Herzog', und da Heinrich noch als König in der Erzählung genannt wird, so erhalten wir als andre Grenze den zweiten Zug nach Italien im Jahre 1013. Bemerkenswerth ist, daß von feindlichen Maßregeln gegen den Convertiten Nichts erwähnt wird, obgleich wir dem Geschichtschreiber eS wohl glauben dürfen, daß der Vorfall auch den frommen König in große Aufregung versetzt hat; et schickte eigens einen jungen Theologen ab, den Apostaten zu widerlegen. Und wenn wir von dem weitern Schicksal des merkwürdigen Mannes, der den Glauben eines zmückgesetzten Volkes zu theilen sich entschloß, Nichts erfahren I, so e.chält uns Alpert doch ein Fragment seiner Ansichtn 3), und daraus sehen wir, wie er ganz und allein von den Grundlagen des Iudeuthums, den Büchern des alten Testaments ausging. Aus ihrem Geiste griff er wichtige Lehren der christlichen Religion, die Göttlichkeit des Stifters derselben, die Verehrung der Heiligen an. Er wendet sich dem Gotte Israels zu und dem Bunde, „den Derselbe mit Abraham geschlossen und Isaf zugeschworen und seftgestellt hat für Jakob als Satzung, für Israel zum ewigen Bündniß *)." E. L. *) Sabbat S. 153. 1) Lib. 1. Cap. 7. S. S. IV. 710. 2) Es läßt sich vielleicht aus dem Namen Wecelin auf seine Abkunft schließen. Wenn :r sich einer jüdischen Gemeinde angeschlossen, so kan.n das auch im Westen des Reiches geschehen sein, wo Konrad alte Erblande besaß, worauf sich auch hauptsächlich Alpert's Kenntniß bezieht. 3) Lib. II. Capitrl 7, Mon. S S. IV. 720. 4) Ps. 105, 9. 10.

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