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Der Israelit · 1869-05-12 · Heft 19 (12.5.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 19 (12.5.1869)
Date
1869-05-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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366 — aber „man darf sich nicht auf Wunder verlassen." Die Nahrungsquellen sind jener Bevölkerung verstopft, bei guter Ernte wird die Hungersnoth einige Wochen später eintreten, aber nicht ausbleiben. Daß Almosen nicht helfen können, ist klar. Hunderttausende durch Almosen erhalten ist unmöglich! Noch fließen die Gaben verhältnißmäßig reichlich, allmählich (so ist der Dinge Lauf) wird das Mitleid abgestumpft. Die Frage, die so nahe liegt, die Frage: was soll daraus werden? hat zwei Seiten. Wenn wir damit sagen wollen: »ne "iy „wie lange, o Herr?" so wird uns keine Antwort; uns wenn wir bei dem bloßen Fragen und Seufzen stehen bleiben, so wird es nicht unser Verdienst sein, wenn die Antwort besser ausfallen wird, als dort bei IesaiaS w» dk ny Dny: bis die Städte verödet von Bewohnern und das Land verheert, eine Wüste!" Aber ein Anderes ist es, wenn wir fragen; was soll daraus werden, welchen Zweck hat dieses Elend? Die Pläne des Weltenherrschers, des Hüters Israels, ergründen zu wollen, vermessen wir uns nicht, aber das Nachdenken über Seine Wege und Absichten ist keine Anmaßung. Und ein Fingerzeig ist uns in den Begebenheiten, die wir erlebt haben, gegeben. Wir meinen die Hungersnoth, welche in Folge der Kartoffelkrankheiten um die Mitte der vierziger Jahre über Irlanb gekommen war. Gräßliches Elend dort, wie in Polen. Das Ergebniß war der „irische Exo dus." Eine viertel Million und mehr Irländer «änderte nach Amerika aus, den zurückgebliebenen ward Luft, die Verhältniffe der Insel nehmen eine sehr erhebliche Wendung zum Besseren, Irland hat wieder eine Zukunft; die Enkel derjenigen, welche damals gerufen, „wie lange, o Herr!" werden die Hungersnoth segnen, die ihre Vorfahren gezwungen hatte, zum Wanderstabe zu greifen, aber den im Lande Gebliebenen Heilung uralter Schäden brachte. „Auch dies ist von dem Herrn der Heerschaaren ausgegangen, er ist wunderbar im Rath, groß in der Vollführung!" „Auch dies" — der polnische Nothstand mit all seinen Schrecken! Seit Jahrhunderten ist hier eine jüdische Bevölkerung zusammengedrängt, wie sonst nirgends auf Erden. Die Uebelstände treten jetzt gräßlich zu Tage: Wie eine Waldpsianzung, wenn die Bäume zu dicht stehen, gelichtet werden muß, weil sonst einer den andern erdrückt und erstickt, ch muß auch innerhalb jener Bevölkerung sür Luft unv Licht Raum geschaffen werden. Gott wolle uns bewahren, daß, wir in thatlosem oder doch ziemlich unfruchtbarem Mitleid das Werk des Aufräumens und Lichtend dem TvP hMüherlaffM! Nur Auswanderung, organtsirte AuSw.a.n4ervng, und zwar im möglichst großen Maßstabe kann hier helfen! Dies ist so klar, daß wir keinen Anstand nehmen, eS als ein Axiom zu bezeichnen. Der Gedanke ist denn auch schon einigemal angedeutet worden, aber vergebens haben wir bisher auf Vorschläge, auf eine Anbahnung von Maßregeln gewartet; die Idee schien uns so einfach und natürlich, daß wir geglaubt haben, das Wort, welches wir aussprechen .wollten, müsse seit mehr als einem Jahr Tausenden „auf der Zunge liegen," und da wir nicht zu den Schreiblustigen gehören, so haben wir Ändern die Initiative überlassen wollen, doch jetzt fürchten wir py UNiiDi d’E'DD uruw, wenn wir länger schweigen, wird uns Sünde treffen." Wohin soll die Auswanderung der russischen Juden gelenkt werden? Man hat, aber immer nur obenhin, von Palästina, von dem Innern Rußlands und von Amerika gesprochen. Wir wollen uns hier nicht in die Frage über die Colonffation des heiligen Landes mischen. Auch Cremieux hat jüngst sein glänzendes unvergleichlich beredtes Wort für dieselbe erhoben. Gut! Aber jedenfalls sind es nicht jene Unglücklichen, die das Material für ein gewagtes Experiment abgeben können, und daß es sich um ein solches dort handelt, das ist keine Frage. Ein Boden, der der Cultur erst wieder gewonnen werden soll, besten Ergiebigkeit zweifelhaft ist, kann nicht Leuten zur Bebauung übergeben werden, die den Ackerbau erst lernen sollen, von demselben keine Ahnung haben. In ein Land, welches so oft durch Dürre und Heuschrecken dem Hunger preisgegeben ist, darf man nicht Lenthe bringen, die eben dem Hungertode entkommen sind, sie würden mit Recht sagen p« „gibt es nicht Gräber genug in Polen!" das wäre, als ob man einen gefährdeten Posten mit Invaliden oder Rekruten besetzen wollte! Endlich darf m?.n Leute, die leider ziemlich von Hause aus gewöhnt sind , ohne viel Gegenwehr sich zu Almosen-Empfängern zu degradiren, nicht unter eine Bevölkerung verpflanzen, die, wie die palästinischjüdische, seit Jahrhunderten von Almosen lebt; dort würden sie, beim ersten Fehlschlag-.n ihrer Ackerbauversuche ohne Weiteres um Hilfe rufen und ruhig und thatlos an der Chaluka theilnehmen, oder, nachdem sie die Mütze mit dem Fetz vertauscht, bettelnd zu uns zurückkshlven. NM, diese Leute müssen in ein Land geführt werden, wo man nur Arbeit kennt, wo Hoch und Niedrig unablässig die Hände regt, wo vom Stillsitzen und Sichfütternlassen* keine Rede ist, wo aber auch der jugendliche Boden die Arbeit sicher lohnt, ein Versagen des Segens zu den seltensten Ausnahmen gehört. Also nach dem Innern Rußlands. — Nun, wenn die Juden dazu Lust haben, so mögen sie dahin wandern, und Gott möge sie dort segnen; und wenn die russische -Regierung ihren eigenen klaren Vortheil einsteht, so wird sie ihnen dazu helfen. Aber wir anderen Juden, wenn wir unsere Brüder aus ihrem Elende befreien hin al sein r „Aust „nach land t reden, müßt» ginnen prospei Denn herrlich lob, bei aber zwar! niß!! Nabbinl vermögt an der Milch o danken; len; w schen E kanische riode da niß und (wie ein! Gelehrtei geworden Eingang stiges Lei Strom a wanderur den Thor gehen wii von dem segnen, w trieben, der Grabs ger sein s; lern wid Abraham, Hunger ü Doch sjetzt zu t den aus B! Warum i IZaßstabe der Aber "'cht zu. R<

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