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Der Israelit · 1869-04-28 · Heft 17 (28.4.1869) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 17 (28.4.1869)
Date
1869-04-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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324 fünfte der Rabbiner in diesem Staate betragen 25,000 Francs. Gegen meine Behauptung von der Vermehrung unserer Glaubensgenossen in Bayern tritt Ihr geehrter Herr Correspondent in Fürth mit der gegentheiligen Bemerkung auf, daß sich leider die Israeliten in Bayern seit 1852 nicht vermehrt, als Folge der Matrikel rc. Ich kann nun demselben bestimmt versichern, daß sich auf eingeholte Erkunoigung an kompetenter Stelle meinerseits ein, wie von mir in Nr. 14 lediglich behauptet, erfreuliches Resultat ergab: nämlich seit 1862 — (also ganz richtig kurze Zeit nach Aufhebung der „Matrikel") — eine konstante, wenn auch nur in den Städten merkbare Vermehrung! pns' pi m-v p. Sulzbach. (Bayern), anfangs Mai. Indem benachbarten Floß tritt eine merkwürdige Erscheinung zu Tage; es gibt dort nämlich mehrere jüdische Kinder, die nichi beschnitten zu sein scheinen und es in der That auch nicht ordnungsgemäß sind. In dem genanntem Orte ist nämlich ein alter Mohel, welcher zittert; der dortige jüdische Arzt besorgt den *prvn, und der Mohel vollzieht denn die nu'uv, während die njt'iB vollständig unterbleibt. Es ist nun bekannt, daß, wenn die .-rpos unterbleibt, die Vorhaut wieder zuwächst, so daß die Kinder später als vollständig unbeschnitten erscheinen. Aber auch abgesehen davon, gilt der Grundsatz PfcO jnö &Pi yv, «6 daß die Unterlassung der nyns den ganzen Beschneidungsact illusorisch macht, so daß derartig beschnittene Kinder als vollständig unbeschnitten zu betrachten sind (Iore Deah c. 264 §. 4). Am Auffallendsten ist bei dieser traurigen Erscheinung, daß unser Herr Rabbiner Wittelshöfer bei jedem Beschnei» dungSacte zugegen ist, und dennoch nicht für die. gesetzmäßige Ausführüng desselben sorgt. Wir bitten ihn dringend auf diesem Wege, dem belegten Uebelstande abzuhelfen 'totem ap-iy i"n minn1? na.1 Stuttgart. Ueber die hiesige israelitische Kirchenvorsteherwahl haben die verschiedenen hier erscheinenden Zeitungen und nach ihnen auch der „Israelit" die stereotyp gleiche Nachricht gebracht, die Herren Kaulla und Neumann wären unter „zahlreicher Betheiligung" der Wähler „fast einstimmig" gewählt worden. Man kann sich, wenn man die Wirklichkeit mit dieser Posaunenstimme vergleicht, die dichterische Licenz, welche der Einsender jener schnell und wett verbreiteten Zeitungsente sich erlaubt, nur damit erklären, daß dieselbe gerade d. d. ersten Aprik das Licht der Wett erblickte, wo die närrische Welt für solche Dinge ein allgemeines Absolutorium eingeführt hat. Wir glauben aber dennoch eine Pflicht gegen die Leser und die Redaktoren der in den April geschickten Zeitungen (welche nun auch diese Berichtigung gern aufnehmen mögen) zu erfüllen, wenn wir mittheilen, daß von ca. 132—140 Stimmberechtigten nur 44 ihr Votum abgegeben haben, aber auch diese, bescheidene Betheiligung nicht wäre erzielt worben, wenn ein Mitglied der Wahlkommission nicht noch sn der zwölften Stunde des WahtterminS zu einer Am zahl Stimmberechtigten bittend geschickt hätte, der' Wahlkandidaten sich zu erbarmen und die Abstimmung um etliche Procentchen zu verbessern. Es wollte uns gleich Wunder nehmen, Hatz in Stuttgart an religiösen Angelegenheiten eine so warme Theilnahme siattgefunden haben sollte. cpyten iN'S .adipd mal ür6 3io Ulttt a. d. D. Auf Veranlassung eines hiesigen Iehudi ging der Dankbrief der westrusstschen Rabbinen im „Israelit" in die hiesige „Schnellpost" über. In Folge dessen erließ der hiesige Oberbürgermeister v. Heim mit mehreren Stadträthen und israelitischen Bürgern einen Aufruf im „Anzeigeblatt" an die Bürgerschaft Ulrn's zu Beiträgen für die Hungernden in Westrußland. Der Erfolg ist bedeutend. In mehreren Tagen liefen über ft. 500 ein; mehrere Vereine gaben und geben noch Productionen, deren Ertrag den Armen in Westrußland gut kommen. Noch immer laufen stündlich von Christen und Juden bedeutende Gaben bei dem ComitL ein. Diese menschenfreundliche Hilfe in schwerer Noth, die sich dem Leidenden auch in der Ferne zuwendet ohne Unterschied des Standes und der Religion verdient öffentliche Anerkennung und macht der Stadt Ulm, ihrer Bürgerschaft, ihrem Magistrat und vor allem dem humanen Herrn Oberbürgermeister alle Ehre. Mögen andere Städte Deutschlands diesem edlen Beispiele folgen. llltlt Ü d. D- — Das Project eines hiesigen Synagogenbaues, worüber in diesen Blättern schon etlichemal Bericht erstattet wurde, ist zwar noch nicht realistrt, rückt aber dennoch stetig seinem Ziele immer näher. Bekanntlich genehmigte die k. Oberbehörde den s. g. Hofbau im erworbenen Hause, wogegen viele Gemeindegenossen gutmotivirten Protest erhoben. Inzwischen aber zeichneten etwa 2k der Gemeinde 25,000 fl. unverzinslich und ohne bestimmte Frist rückzahlbar unter der Bedingung, daß der Bau auf der Stätte des Vorderhauses ausgeführt werde. Das Vorfteheramt ging auf diesen Plan der nobleu Unterzeichner ein und die christliche Gemeinde erbot sich zu etn5m Anlehen von 40,000 fl. a 4V2 Proc., rückzahlbar in Jahresraten h 500 fl. — an die israelitische Gemeinde zum Behufs dieses ihres Synagogenbaues. Wie edelmüthig handelt hierin die politische große Stadtgemeinde gegen die junge Gemeinnde Israels! Wie herrlich ist der Contrast zwischen dem I Einst und Jetzt dieser früher freien Reichsstadt, wo die Söhnen Judas vertrieben wurden und lange Zeit tu diesen Mauern nicht weilen dursten, "pvo vibv fl* Die Krone dieser rühmenSwerthea

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