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Der Israelit · 1869-04-21 · Heft 16 (21.4.1869) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 16 (21.4.1869)
Date
1869-04-21
Page
– (sequence 13)
Language
German
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309 bedeutungsvolle und und beide Theile — den Veranlassenden, wie den Ausführenden höchst ehrende Unternehmen vorgegriffen, die, jener mündlichen Conversation entnommenen Details, Bruchstückweise hier wiedergeben zu wollen. Nur des Einen kann ich, besonders zum Tröste und zur Beruhigung jener würdigen Glaubensgenossen in Europa,*) die mit Besorgniß in den FalaschahS verloren gegangene, oder wenn Nichts dagegen vorgesehen, mit der Zeit unserem Glauben gänzlich abhanden kommende Brüder wähnten, — hinzuzufügen nicht unterlassen, daß dieselben vielmehr, den Berichten unsers vertrauenswürdigen Gewährsmannes gemäß, wenn gleich in manchen Punkten, beziehungsweise religiösen Observanzen und Gepflogenheiten von den Unseren abweichend, und in einem durch die ganze Reihe der sie von uns trennenden Jahrhunderte unalterirten, so zu sagen primitiven Zustande verharrend, mit unerschütterlicher Strenge und Zähigkeit am alten Glauben hangen; wovon sie erst jüngst anläßlich der bekannten Agitationen der englischen Missionäre, die sprechendsten Beweise geliefert; ja, in welcher Epoche sie mit erstaunlichem Heroismus wieder eine Feuerprobe bestanden. Schließlich zeigte uns Herr Halevy das photographische Bild des jungen Falaschah, dm er nach Europa mitgebracht, und dem nun in Paris die „All. Univ. Isr." eine angemessene Ausbildung ertheilen läßt, in der weisen und practischen Absicht, ihn seinerzeit zur instruktiven Verbreitung europäischer Civilisation unter den Glaubensgenossen seiner Heimath nach seinem Geburtsland« zurückzusenden. Trotz des vollständig äthiopischen Typus, der ohne Ausnahme allen Falaschas eigen — verräth das Bild eine wirklich einnehmende Physiognomie, mit selbst einem gewissen intelligenten Ausdrucke. Der gegenwärtige Aufenthalt des Herrn Halevy Hierselbst hat vornehmlich die Vorbereitung zu seiner nunmehr beabsichtigten Reise nach China wegen Eruirung der nicht minder noch mythenhaften Existenz von jüdischen Serien im Inneren dieses großen Reiches — zum Zwecke. In der Tbat wieder eine ebenso preiswürdige als grandiose Aufgabe. Möge der gütige Himmel auch dieses, unsere Bewunderung und aufrichtige Theilnahme erregende Vorhaben des verdienstvollen und muthigen Reisenden mit dem glücklichsten Erfolge segnen! Leo Fischer. Liverpool. Herr Philipp Goldschmidt von L-utKoIrne wurde zum Rathsherrn bei dem James Ward in Liverpool ernannt. Donaufürftenthümer. BukareD. Der Minister des Innern. Cogalniceno, dringt immer mehr darauf, daß die harten Maßregeln gegen die Juden ausgeführt werden. Neuerdings hat er wieder an die Präfecten dieserhalb einen Erla> ergehen lassen, den wir im Nachstehenden wiedergeben : „Man hat gesagt und sucht auch unter dem Publikum die Meinung zu verbreiten, daß das Circular, welches ich vor Kurzem an Sie gerichtet und in welchem ich Ihnen befohlen, die Juden nicht mehr als Pächter und Steuereinnehmer in den Dorfgemeinden zu dulden — nur eine Reclame für die gegenwärtige Wahl zur Kammer wäre, aber nicht, um ausgeführt zu werden. „Indem ich mich wiederholt an Sie wende, lade ich Sie, Herr Prafect, ein, keinen Augenblick mehr zu zögern, die in dem bewußten Circulär angeführten Dispositionen in Ausführung zu bringen." Wir erinnern, fügt das „ Echo Dan." hinzu, den Herrn Minister an die Worte eines berühmten Diplomaten: „Wenn die fürstl. Regierung die Hand gegen die armen Israeliten, Pächter und Steuereinnehmer, erhebt, so finden ihre Klagen ein andauerndes und mächtiges Echo in den Herzen aller ihrer Glaubensgenossen auf der ganzen Erde; die fürstl. Regierung würde sich in einen ungleichen Kampf mit einer großen Macht einlassen, welche die öffentliche Meinung für sich hat". GalaH, 20. März. Hr. v. Eder konnte, wie bekannt, vor seiner Abreise kein Endresultat bezüglich der Entschädigung der Juden erzielen und mußte den Abschluß dieser unliebsamen Verhandlungen seinem Nachfolger, dem Herrn v. Zulauf, überlassen. Daß es dem neuen Vertreter Oesterreickis nicht angenehm wäre, gleich bei dem Antritt seines Amtes für eine Angelegenheit, die Andere vernachlässigt haben, gegen die Regierung, bei der er beglaubigt ist, schroff aufzutreten, ist einem Jeden einleuchtend, und so ertheilte Herr v. Zulauf hierher den Rath, die beschädigten Oesterreicher mögen sich mit der vom Ministerium zugestandenen Entschädigung von 600 Ducaten begnügen, wozu sich die Beschädigten aus Furcht, sich durch Nichtbefolgung des erhaltenen Rathes undankbar zu zeigen und dem neuen General- Consul Ungelegenheiten zu bereiten, endlich bereit erklärten. Freilich, wenn v. Eder diese Angelegenheit zu Ende geführt hätte, konnte er dem Ministerium begreiflich machen, daß eS schöner wäre, das fürstliche Versprechen ganz und nicht nur mit 60 Procent einzulösen. *) Ich erinnere beispielsweise an den vor einigen Jahren ergangenen warmen Aufruf des für diese Angelegenheit begeisterten Ehrw. Dr. Hildesheimer, Rabbiner zu Eisenstadt.

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