Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 16 (21.4.1869)
- Date
- 1869-04-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Stammväter jenes Volkes zu werden: Scheth, Enosch, Char^MWWMcthuschelach, Noach , Schem, Eber, Abraham tritt eine neue Periode der Weltgeschichte ein; aus dem einzelnen Manne entwickelt sich die Familie der GotteSbekenner. Diese Familie muß in Mizrajim die schwere Schule der Leiden durchmachen, bis das unterdeß erstandene Volk der göttlichen Offenbarung gewürdigt wird. Gott, der Herr, hat aus allen Völkern das israelitische von Anbeginn sich erzogen; so ist denn auch anzunehmen, daß das auserwählte Gottesvolk, der jüdische Stamm, eine geistige, sittliche und körperliche Befähigung besitzt, die ihn zum Werkzeuge des Allherrn geeignet macht. Wir wollen damit nicht gesagt haben, daß die Juden der schönste und kräftigste Menschenstamm find, auch nicht,x;da^Psie die hervorragendste geistige Befähigung beWW^ sondern daß Körper und Geist sich derartig bei ihnen erzanzen, daß sie das hohe sittliche Prinzip des Judenthums zu bewahrheiten im Stande sind. Diese das Leben und Wesen des Judenthums sie die erhabenen Hoffnungen rege erhält die göttlichen Propheten für die Zukunft Israeli vorhergesagt haben. Das i st eine wundervolle Zukunftsmusik, auf der die Harmonie unseres Seins beruht und die uns so viele störende Disharmonien verwinden läßt. Unsere Zeit rüttelt bekanntlich ganz gewaltig an dieser Ueberzeugung. Seitdem Israel aus seinem Lande in die ungastliche Fremde gestoßen, lebte es arm, verachtet, unterdrückt, verfolgt^und gehetzt unter den Völkern. Die Hoffnung (gppine wundervolle Zukunft hiesiges aufrecht inmWMder gräßlichsten Drangsale. Leit ^Jahrzehnten sim> die Verfolgungen großentheils verschwunden, und^M Israel, das sich mit schweren Mühen die GlWWkb erechtigung errungen, vermeint, seinen eine Bevorzugung aufgeben zu müssendNun aber kommt Herr Wagner und macht geltend, daß Juden und Judenthum einen nie geahnten, ungeheuren, unwiderstehlichen Einfluß auf jede Branche des menschlichen Wissens und Könnens üben. Wir wenigen Inden — auf hundert Deutsche kömmt in Deutschland kaum einer — wir haben die Wissenschaft verjudet, wir haben die Literatur, die TageSpreffe, die Kunst, den Geschmack, kurz Alles, Alles verjudet! Wir seien, wird behauptet, die Gläubiger der Könige, wir beherrschen den Markt und die Industrie, die Börse und das Theater! Und das Alles sollen wir in einer so unsäglich kurzen Spanne Zeit, in den wenigen Jahren ermöglicht haben, daß uns die Ghetti geöffnet und die Theilnahme an den Strebungen in Kunst und Wissenschaft gestattet ist! Und welchen unermeßlichen Einfluß sollen wir doch besitzen! Man höre und staunet Vor 19 Jahren hat Herr Wagner in eine wenig- Mannte Zeitschrift einen judenfeindlichen Artikel enrrücken lassen unter falschem Namen; kein Mensch hat ihn verrathen, und dennoch war Herr Wagner dafür der Rache der Juden in Folge dessen konnten seine Opern nicht en, fanden seine Theoreme keinen Anklang, warne Anhänger ihm entfremdet! Deutschland hätte großen Componisten zu Füßen gelegen, Frankreich und England hätten ihm gehuldigt, aber die Nemesis für den judenfeindlichen Artikel verfolgt ihn überallhin und wo sich für ihn einmal eine schüchterne Stimme erhebt, da muß sie sofort wieder schweigen und darf nicht zum zweiten Male laut werden. : Ihr unsere Brüder und Schwestern, Ihr d Jüdinnen, erhebt stolz und freudig Euer, er kann Euch was anhaben? Wenn ein io '^«Mges Vergehen gegen uns so hart gestraft wird, wer wird es künftig noch wagen, sich an uns zu vergreifen? Haben wir also mir Unrecht behauptet, daß die Wagner'sche Broschüre einen wahrhaft wohlthuenden, erquickenden und erfreuenden Eindruck machen muß? Denn der berühmte Componift erkennt die Macht, den Einfluß und die großartige Befähigung des jüdischen Stammes, wie Niemand vor ihm, an, in einer Weise an, wie es der begeistertste Lobredner nicht vermöchte, und was an elenden Schmähungen in der vorliegenden Broschüre enthalten, das sind nichts als die Ausgeburten ohnmächigen Hasses, giftigen Neides, über die mitleidig zu lächeln wir vollkommen berechtigt sind. Ze itrrn u« db tiehten und Correspondeirze«. Deutschland. Fürth, nos }tsr in nDX. Mag unsere Zeit noch so trübe Gedanken in uns erwecken, mag die Vernachlässigung unserer heiligen Religion und deren Satzungen un» noch so traurig stimmen, — Eineist da, das uns erhebt, Eines ist dazu angethan, UNS dennoch als »np 'w D-oro robao zu betrachten. Eist die Liebe zum Opfern im Judenthume — ich^ meine nicht die Schlachtofer an heiliger Stätte, um deren Wiederherstellung wir am verflossenen Feste heiße und innige Gebete verrichteten — es ist die Aufopferung von Zeit und Gut, wo es gilt, dem Armen zu helfen, den Hungrigen zu nähren, den