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Der Israelit · 1869-03-17 · Heft 11 (17.3.1869) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 11 (17.3.1869)
Date
1869-03-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
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X Jahrgang. Zweite Beilage z« Rr. 11 des Israelit Leitender Artikel. Literarischer «reicht. ttf'lp ’HSD Jllustrirte Prachtbibel für Israeliten; in dem masoretischen Text und neuer deutscher Uebersetzung mit erläuternden Bemerkungen von Prof. Dr. Julius Fürst. Die prachtvolle Ausstattung dieses Werkes, von welchem uns die beiden ersten Lieferungen vorliegen, sowie die wissenschaftliche Autorität des Herausgebers, könnten viele Anhänger des traditionellen Judenthums bewegen, dieses Werk anzukausen. Denn gerade die gesetzeStreuen Männer in Israel sind es, welche die Bibel als Hauptlectüre für die Jugend betrachten und ihr deren göttlichen Inhalt durch Wort und Bild zu erklären streben werden. Wir erachten es darum für unsere Pflicht, Eltern und Lehrer darauf aufmerksam zu machen, daß die diesem Werke beigefügten Anmerkungen äußerst nachtheilig und gefährlich auf die Religiosität wirken müssen. Einige Pröbchen daraus werden die Leser dieses geschätzten Blattes überzeugen, daß der Herausgeber die Bibel nicht als Gottes Wort betrachtet: Anm. zu Seite 2: „-Und wollen wir nur nicht den Maßstab physikalischer und geologischer Forschungen an den Buchstaben der Schrift anlegen, so sind Form und Inhalt, besonders die Reihenfolge der biblischen Darstellungen, auch nach der Anerkennung der freien Naturwissenschaft, nach den Entdeckungen der aus dem Grabe geweckten fossilen Urwelt, noch heute wahrhaft bewunderungswürdig und großartig." Idiä. Zwar ist hier das göttliche Wirken noch recht sinnlich (!) aufgefaßt, allein gegenüber den heidnischen Darstellungen . . . ." Seite 34 bemerkt der Verfasser in Bezug aus „Diese Beschneidung scheint von den Israeliten nicht zu allen Zeiten geübt (vgl. Jos. 5, 2.) und auch von den Propheten, von Mose selbst, nicht ohne Widerstreben eingeführt und beibehalten worden zu sein. Nur aus Furcht vor dem strafenden Gotte vollzieht sie Zippora, die Frau des Mose an ihrem Kinde (s. Ex. 4, 24); nur um die Schande der Aegypter, welche sie übten, während sie die unterworfenen Hebräer nicht ausüben konnten und dursten, abzuwälzen, führt sie Josua wieder ein. Aber der prophetische Ermahner Jeremija ruft voll Scheu gegen die gesammten Beschnittmen einen Tag der Heimsuchung aus,.... — Erft in der Zeit der syrischen Verfolgung unter AntiochuS Epipha- , neS wurde die mit Märtyrermuth geübte Befchneidung j zum characterisirenden heiligen Merkmal der Juden." j-- „Das ist die geschichtliche Bedmtung dieses; abramitischen Gesetzes, welches nicht vom höheren Gotte : des Volkes Israel, von*), sondern von der noch unj bestimmt allgemeinen Gottheit (Elokim) der Abramäer auSgeht." Wurde jemals solche verkehrte und oberflächliche Bibelfälschung — man vergleiche uun in Bezug auf letzteres Citat Jes. 5, 4. 5. und II. Sam. 1, 20 sowie Jirm. 9, 25. — für Bibelforschung ausgegeben und dem Publikum unter dem Namen trip nso geboten? Aeitungsnaehriehten und Correfpo«- -enzen. Deutschland. ÄUS Wefkphalen. Wie nicht anders zu erwarten stand, sind auch die Gemeinden Westphalens, wenigstens die größeren, mit Einladungskarten für die von Philippson und Konsorten projektirte Synode beehrt worden In Folge dessen sollen, wie wir hören, schon in mehreren Gemeinden, veranlaßt durch die betreffenden Vorstände und Repräsentanten, Sitzungen stattgesunden haben, um über die Frage: „Soll die Synode besucht ev. beschickt werden," Beschluß zu fassen. Kann es auch nicht geleugnet werden, daß die Rabbinerversammlung in einigen der Reform geneigten Distrikten Arnsberg und Minden einige wenige Anhänger hat, die auch für die Synode Sympathie haben, so können wir doch anderseits mit Gewißheit die Behauptung aufstellen, daß dieselbe nur von sehr wenigen Gemeinden beschickt werden wird, „denn," so hört man vielfach auch von Reformern sprechen, „wozu bedürfen wir der Rabbinerversammlungen und Synoden? Können uns ja weder Philippson, Geiger und Aub, noch Adler, Kaiserling und wie die Reform- Rabbiner alle heißen mögen, weder eine Ueberzeugung aufdrangen, noch Gesetze oktroyiren; haben wir ja schon langst, ohne von diesen Leuten Erlaubniß dazu gehabt zu haben, das jüdische Religionsgesetz übertreten! Und die Gesetzestreuen — nun diese kennen ja ihre Pflicht, wissen, um was es sich eigentlich handelt; sind, leider, mehr wie überzeugt davon, daß *) An dieser Stelle steht der unaussprechliche Gottesname 0-2!

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