Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1869)
- Date
- 1869-03-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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208 Gegensatz hierzu bildet daS Schulstatut, das sich schon aus dem Grunde allgemeiner Sympathie erfreut, da es ein Product der Vereinigung der gemäßigten Parteien ist. Von der Thätigkeit der Siebener- und Dreiercommisstonen, deren erstere zur Entwersung eines Planes für das Rabbinerseminar und deren letztere zur Redigirung von neuen Lehrbüchern an Volts- und Religionsschuken niSdenfesetzt wurde (letztere Eonnnission besteht aus den Herren: vr. Hildesheimer, Director Deutsch und vr. Kohut) will ich Ihnen, sobald ich darüber etwas gehört haben werde, wie bis jetzt, der Wahrheit getreuen Bericht erstatten. Ich kann die Bemerkung nicht unterdrücken, daß der „ M. Zs." in seiner vorwöchentlichen Nummer den Protest der 56 der äußersten Linken Angehörigen unter dem einfachen Titel: *) „Protest der traditionsgetreuen Partei" erscheinen ließ, ohne daran zu denken, unter welcher Aufschrift er dann den Protest der gemäßigten Orthodoxie könnte erscheinen lassen. Ist denn letztgenannte Partei nicht traditionsgetreu? Uebrigenö tröstet uns die Vermuthung, daß dies -mehr einer kleinen Unvorsichtigkeit als einer etwaigen Absicht zuzuschreiben sei. — Daß die „Neuzeit" mit solchem Pathos das Recht des Congresses, Beschlüsse M fassen, bestreitet, rührt wahrscheinlich daher, daß der Congreß es dennoch, wenn auch nur bei Gelegenheit der Aufzählung der vorgeschriebenen Institutionen einer Gemeinde auszusprechen wagte, daß diese im Geiste der mosaischr abbi nischen Lehre geleitet werden müsse. Wir können aber auf den Ausspruch der „ Neuzeit", daß der Congreß nur b er ath en d e, keineswegs aber beschlußfassende Kraft haben kann, als auf einen gewiß unparteiischen Hinweisen. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, den 15. März. Wir haben heute für die Nothleidenden in Westrußland 500 Thlr. nach Memel, 100 Thlr. nach Schirwindt, 100 Thlr. "Nttch^König's^b erg in Pr. je an das betreffende Comits abgeschickt. Außerdem hat das hiesige Comitö, bestehend aus den Herren Dr. Friedberg, Dr. Cahn, Hugo Bondi, L. Heidenheimer und dem Herausgeber dieser Blätter, von der in Mainz veranstalteten Sammlung 500 Thlr. nach Lyck geschickt. Die Summe der von uns in diesem Jahre zu *) Ich sah nur den ungarischen Theil des betreffenden M. Zs.;'N»ag sein, daß'1>ies im Deutschen vorsichtiger überschtteben ist. Anmerkung des Berichterstatters. obigem Zwecke gesammelten und übersandten Gelder 'beläuft sich nunmehr auf 3200 Thlr. Berlin, 12. März. Der Abg. Wiggers (Berlin) hat die folgende Interpellation in den Reichstag eingebracht: „Der Unterzeichnete richtet an den Herrn Bundeskanzler die Anfrage: ob nicht das Bundesprästdium in AnsMrung der am 23. Okt. 1867 und am 16. Juni 1868 gefaßten Beschlüsse des Reichstages nock in gegenwärtiger Session einen Entwurf zu einem Gesetze vorlegen wird, welches alle noch bestehenden , aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte aufhebt, insbesondere 1) für alle Eidesleistungen der Israeliten eine der Gleichberechtigung entsprechende Form einführt und 2) die volle Gleichberechtigung der Israeliten zur Theilnahme an der Gemeinde- und Laudesvertretung, sowie zur Bekleidung öffentlicher, Gemeinde- und Staätsämter im Gebiete des norddeutschen Bundes ausdrücklich anerkennt?" Es ist diese'Petition zunächst wohl durch die Verhältnisse in Mecklenburg veranlaßt; sie hat aber, was Iren Punkt aä 2 betrifft, unbedingt auch für Preußen noch ihre Bedeutung. Berlin, 13. Marz. Reichstag. Präsident Delbrück beantwortet die Interpellation Wiggers wegen Gleichberechtigung der Israeliten dahin, daß diese Angelegenheit binnen Kurzem im Bundesrathe zur Beschlußnahme gelangen werde. Orsterreichischer ^Kaiserstaal. Pesth, 4. März. In Pesth fand gestern ein glänzendes Banket statt, welches die Israeliten dem gewesenen Generalconsul Eder gaben. Andrassy und viele hohen Würdenträger waren anwesend. Frankreich. Paris. Wir vernehmen mit Freude, daß es dem Oberrabbiner Isidor nunmehr gelungen ist, ,die min ns>D, von denen wir kürzlich berichtet, daß sie im Besitze «eineschristl. Goldschlägers sind, auzukaufen. Die Herren Oberrabbiner Isidor, Oberrabbiner Kahn, Albert-Cohn, Federmann, TedeSco, Gebr.Levn, Blumenthal, Edinger und Merzbach haben je 200 Fr. hierzu gegeben. Paris. Wir haben erfahren, daß vom Central- Comit« der „All. JSr." vorerst 100,000 Fr. zur Gründung -einer Ackerbanschule bei Jaffa bestimmt worden sind. England. London. Sir.MoseMNontefiore. welche sich seiner Gesundheit halben, den Enter über in Italien ausgehalten, "war - -daselbst ckirank gewesen; doch geht eS ihm bedeutend 'baffer und ist er gegenwärtig auf der Rückreise'Nach Engi-and begriffen.