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Der Israelit · 1869-03-17 · Heft 11 (17.3.1869) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 11 (17.3.1869)
Date
1869-03-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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194 der gesehen, hättet Ih^itz IDbeln gehört, da ihre Eltern ihnen das StijfAn Bksd testen, dckö Eure edle Herzen, Gurv WenA ihßkn M kauft» ermöglicht hatten! „O, hättet Ihr diese vor Frost zitternden Kinder gesMn, wie stealeich den Böcklein vor Freude hüpften, wenn die Eltrkii bä- Holz hetmörachten, das sie durch Euch hatten erwerben können! „O, hättet Ihr die Freude der unglückliche» Mütter geschaut, denen eS durch Euch möglich wurde, ihre jammernden Kinder vom Tode zu retten? j.0, hättet Ihr zusehen können, wie die Augen der sanken aufleuchteken, denen Eure Gaben Medicamente und Heilung, in jedem Falle Erleichterung brachten! „O, hättet Ihr geschaut die Sorge und den Kummer der Rabhinen und Vorsteher, die da ihre Gemeinden Hungers sterben sahen und Nicht Helsen konnten — und wenn dann Eure Gaben ankommen und wir Brod backen lassen, wie da die Armen sich drängen und eilen, um das kaum gebackene Brod — zu verschlingen? nestl, den eigenen Hanger bezähmend, es heimzutragen für das schmachtende Weib, das hungernde Kind! „So wisset denn, Jht hilfreichen Brüder, dag Ihr durch Euer edles Thun Euch himmelhohe Verdienste erworben hübt. „Zu den rührendsten und ergreifendsten Erscheinungen im Elende unseres Volkes gehört wohl die, dich die Ärmen, während sie selbst die karge, kaum ge- Mgrnde Gabe in Empfang nehcken, auch für ihre Mchbatn btttw, welche selbst den Mnth dazu nicht Mdril. Ach, Ms vernahmen wir da oftmals! Männer, die noch vor kurzer Zeit wohlhabend gewesen und den hungernden Brüdern mttgetheilt hatten, waren selbst verarmt, litten nunmehr selbst Noth mit Weib und Kind, mußten den jammernden Kleinen das ersehnte Stückchen Brod' versagen! O, Brüder, Brüder, hart hat uns Gott gestraft, unsere ganze Gegend ist verarmt; verargt es uns deßhalb ntcht, wenn wir die Kühnheit haben, Euch wieder utib wieder zu bitten, daß Ar auch ferner Euch unser erbarmt, bis daß sich Gvtt wieder unser annimmt. O, nicht um unstttwillen, um der Säuglinge und Schulkinder willen, die sich an die Gewänder ihrer Eltern hängen und flehentlich bitten: „GM uns zu essen, gebt uns Brod!" Attch wir sprechen wie Chanan (Taünith 23 b.): Thut eS tftti dieser Unschuldigen willen, die nicht wissen, daß Wir nicht geben köNnett, wenn Ihr nicht hilfreich seid. — Wahrlich, die AlMofttt, die Ihr spendet, sind wahrhafte Zedakäh — Ihr wisset nicht, wem Ihr gWt, NNb die Empfänger wissen nicht, von wem sie empfangen. „Doch wir wolle» äufhören, Eure edlen und weichen Herzen mit Grtmr und Kummer zu erfüllen. Du aber, allgütiger Gott, erMse. GttteS den Edlen, die uns zur Hilfe eisten, NM unB vom Tode zu erretten; SSt Mem abM fet gnädig best ErbarmungSreichen, welche die Sammlungen veranstalteten und von unserer Noth und unser« Angstschrei Kunde gaben, deren Feder uns Brod und dsken Wort uns Nahrung schaffte. „Sie aber, verehrter Herr Doctor, der Sie im voriger IahrS als der Erste uns zu Hilfe eilten und das große Unterstützungswerk anregten, der Sie auch in diesem Jahre so rüstig unS zu helfen Sich bemühen, Sie bitten wir flehentlich, unfern Dank öffentlich zu verkünden. Unfern heißinnigen Dank allen edlen Spendern, allen verehrte» Sammlern und Comitömitgliedern, namentlich auch den ComitL'n, die mit so großer Sorgfalt, Umsicht, Uneigennützigkeil und Gerechtigkeit die Spenden zur Berthettimg bringen. Gr-- segnet, gesegnet seien sie Alle!" — Die jüdische Ehe nach biblischen u»ld talmadischen Grundsätzen. Bon Ihr. Aron HirschfeM (Fortsetzung.) Doch so wett wir die Geschichte der heiligen Schrift verfolgen können, ist kein Beispiel von einem solchen Abstande zwischen Mann und Frau bekannt, durch welchen letztere zu einer Magd erniedrigt worden wäre, was unausbleiblich im Herzen des Kindes eine Ungleichheit && Liebe, zu Gunsten der Mutter, zur Folge gehabt habe« würde. Denn nehrrwn wir den geschichtlichen Faden wieder auf und durchwandern das ganze Gebiet der heiligen Schrift, so stoßen wir mit Uebergehung des Buches Iofua, weil in diesem sich nichts auf daS Ehekebett Bezügliches vorfindet, zuvörderst auf das Buch der Richter. Hier gewahren wir sogar, daß Gott sich einiger Fraum zur Realistrung großartiger Zwecke bedient. Zuerst ist eS die Prophetin Deborah, die vor ihrem Manne eine bedeutend hervorragende Stellung behauptete, und dann die Mutter des RkchKrB SiMfSn, der ein Engel Gottes erschienen ist, um sie auf die Geburt ihres künftigen Sohnes, des an de» Philistern Räche nehmenden hvldtttmüchkgen Peftetrrs deb israelitischen Nation, aufmerksam zu machen. Wenn demnach Gott auch Frauen der Prophetie, der höchsten Stufe menschlicher Vollkommenheit, oder der Mittheilung durch Engel würdigt, welche Fälle hier doch nicht vereinzelt daftehen: sb müßte diesen nochgedrungen von Seiten ihrer Männer eine Prävalenz, welche ihnen eine gewisse Scheu und Ehrfurcht einflößten, eingeräumt werden und ihr ganzes Geschlecht in den Augen der Welt, gleiche Würde und gleiche Stellung einnehmen.

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