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Der Israelit · 1869-03-03 · Heft 9 (3.3.1869) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
10 (1869)
Issue
Heft 9 (3.3.1869)
Date
1869-03-03
Page
– (sequence 19)
Language
German
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171 wegen Dienstfahrlässigkeit abgesetzte Polizeichef wurde wiederum auf seinen Posten berufen. Der Bukarester „Monitorul Osficiel" vom 5. (17.) Januar, Nr. 4, enthält ein Circular Cogolnitscheano's an sämmtliche Präfekten Rumäniens, mittelst dessen der Minister den Präfekten das von der Kammer votirte Rural-Polizeigesetz notisicirt und die wichtigsten Punkte hervorhebt, besonders anempfiehlt, das die Bauern physisch und moralisch so sehr ruinirende Treiben der Fremden, namentlich der jüdischen Wirthshauspächter, zu überwachen. Gleichzeitig werden die Präfekten ersucht, ihre ganze Aufmerksamkeit darauf zu richten, daß die Wirthshäuser nur an Gemeinde-Mitglieder überlassen werden, und verspricht der Minister, seinerseits strenge darüber zu wachen und keine Opfer zu scheuen, um die Bevölkerung von diesem Krebsschaden zu befreien. Dies sind die alten Bratiano'schen Judenverfolgungsedicte in einer neuen Auflage. Und wirklich versichert man, daß von der hiesigen Prafcctur der Befehl an die Unterpräfekten und Primäre ergangen ist, die Juden aus den Dörfern auszuweisen. Noch eine kurze Frist und der vorjährige Jammer beginnt, und diesmal noch viel schlimmer, da diese barbarische Maßregel sich auf ein Gesetz stützen wird. Hunderte von Familien, die noch keine Zeit hatten, sich von den Schlägen des vorigen Jahres zu erholen, werden brod- und obdachlos und an den Bettelstab gebracht. Dieses geschieht in einem freien constitutionellen Lande Europas im Jahre 1869." A ni e r i k a. Chicago, im Januar. Haben Sie schon von dem General Ed. S alom on vernommen? Derselbe ist Jude und ist in Schleswig geboren, also ein deutscher Jude. Daher ziemt es sich wohl, von einer Auszeichnung zu berichten, die diesem berühmten Kriegshelden zu Theil geworden. Die „Chicago-Zeitung" berichtet darüber: „Die Offiziere des Gerbercorps versammelten sich gestern Abend um 8 Uhr ir^ dem Hauptquatier des republikanischen Campagne-Comites zum Zweck der Ueberreichung einer werthvollen Diamantnadel an ihren Oberkommandeur, General Ed. S. Sälomon. Die Great Western Light Guard war engagirt worden, UM dem General bei der Gelegenheit ein Ständchen zu bringen. Gegen 10 Uhr, als alle Anstalten getroffen waren/ berief Major I. R. Hayden die Versammlung zur Ordnung und machte noch ein Mal den Zweck derselben kund. Col. Schaffner war bestimmt gewesen, die Präsentationsrede zu halten. Es schlug Jemand den Capt. Gassette dafür vor und es entstand daraus eine kleine Meinungsverschiedenheit, so daß Major Hayden glaubte, es wäre besser, Herrn A. C. Hestng zu ernennen, welcher Vorschlag einstimmig angenommen ward. Herr Hestng lehnte indessen in bestimmten Worten die Ehre ab und sagte, es gezieme ihm nicht, dem General im Namen der Gerber die Ehrengabe zu überreichen, indem er kein Mitglied der Organisation sei. Da gegen diese Antwort nichts einzuwenden war, so wurde Col. Schaffner mit Acclamation die Präsentation übertragen. Das Ofstziercorps begab sich nun unter den Klängen der Musik nach der Wohnung des Generals, Ecke Jackson- und Peoriastraße. Da angekommen, spielte die Musik ein passendes Stück, worauf der General auf der Treppe feines Hauses erschien und die Gesellschaft einlud, in das Haus zu kommen und eine vergnügte Stunde mit ihm zu verleben. Die Einladung wurde mit großer Bereitwilligkeit angenommen, und bald waren die geräuntigen Empfangs-Zimmer des Generals mit einer Anzahl froher Gäste, unter denen der Musikdirektor Baas und seine Trabanten keine geringe Rolle spielten, angefüllt. „Tribüne," „Republican" und „Staatszeitung" waren durch Berichterstatter vertreten. Erfrischungen wurden nun ausgetragen, und der edle Rheinwein trug seinen Theil zur Erheiterung der ohnehin schon sehr gemüthlichen Gesellschaft bei. Als man gerade am fidelsten war, schlug Major Hayden vor, daß Col. Schaffner eine Rede halt«, welcher Vorschlag einstimmig angenommen wurde. Die Gesellschaft gruppirte sich nnn um General Salomon und Col. Schaffner, und der Letztere hielt eine sehr passende und wohlklingende Ansprache an den General, worin er auf die Verdienste desselben für den am 3. November errungenen glorreichen Sieg der guten Sache hinwies und dem Fleiße, der Energie und Ausdauer des edlen Führers des Gerbercorps die gerechte Anerkennung zu Theil werden ließ und dabei nicht vergaß, zu erwähnen, daß der General während der Campagne stets am Orte der Gefahr zu finden war. Nachdem er noch die Bedeutung unseres glorreichen Sieges veranschaulicht hatte, schritt der Redner allmählich zu dem Zwecke der Rede und überreichte nun dem General im Namen des Ossiciercorps die erwähnte Busennadel. Dieses herrliche Juwel wurde von der Firma Nichols und Kirby, No. 124 Statestraße, verfertigt und kostet 500 Dollars. Es stellt eine Unionöstagge vor mit einer Gerberfackel. Zwischen Fackel und Flagge befindet sich der herrliche Diamant, welcher von der Größe einer grünen Erbse und vom reinsten Wasser ist. Auf der Flagge, die prachtvoll emaillirt ist, sind die Worte eingravirt: „Dem General E. S. Salomon, Obercommandeur des Gerbercorps. Chicago 1868, von seinen Ofstcieren.

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